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Japan aktuell: Einzelheiten zur Fukushima-Bodenfrostung

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Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Arbeiten an Kühlsystem des AKW Fukushima Daiichi (Symbolfoto: TEPCO)
Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Pläne zu Eiswänden konkretisiert (Foto: TEPCO)

Nach den gestrigen eher allgemeinen Informationen, sind zur Schaffung eines Eiswalls am AKW Fukushima aktuell mehr Einzelheiten bekannt gegeben worden.

Neben den Angaben zu den Tiefkühlmaßnahmen gibt es auch im Bezug auf die Arbeiter in Fukushima heute wieder einmal Informationen von TEPCO.

Zu den weiteren Themen zählen dann die Pläne zur besseren Bewältigung von Notfällen und Naturkatastrophen mit Hilfe von Mobiltelefonen. Mehr Informationen zu den Fukushima News und den übrigen Meldungen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 31. Mai 2013.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Einzelheiten zu Fukushima Bodenfrostung
  • Handy-GPS soll bei Katastropheneinsätzen helfen
  • Daten der Fukushima-Arbeiter April 2013
  • Malerei von Kindern aus Katastrophengebiet am Flughafen Tokyo-Narita

Einzelheiten zu Fukushima Bodenfrostung: Nachdem das Grundwasser eines der schwierigsten Probleme bei der langfristigen Kontrolle der Situation am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi darstellt, hat ein Regierungsausschuss den Betreiber TEPCO nun angewiesen, durch gezielte Vereisung eine unterirdische Schutzwand um die betroffenen Reaktoren zu schaffen.

Schematische Darstellung der Kühlvorrichtung gegen Grundwasser am 30. Mai 2013 (Foto: TEPCO)
Schematische Darstellung der Kühlvorrichtung gegen Grundwasser am 30. Mai 2013 (Foto: TEPCO)

Die Pläne zu dieser gezielten Tiefkühlung des Bodens auf einer Gesamtstrecke von 1.4 Kilometern gehen auf die Kajima Corporation, eines der führenden Bauunternehmen des Landes, zurück.

Nach dem Willen des Ausschusses, soll nach Gesprächen, die frühestens im Juni stattfinden werden, TEPCO bis Mitte des Fiskaljahres 2015 die Maßnahme durchgeführt haben.

Diese Wand soll aus Rohren bestehen, die in einem Abstand von jeweils einem Meter bis zu 30 Meter tief in den Boden um die Reaktoren eingebracht werden sollen.

Anschließend soll ein Kühlmittel durch die Leitungen zirkulieren und so den Boden gefrieren. Diese Methode sei effektiver und schneller umzusetzen, als etwa Barrieren aus Bruchstein oder Lehm.

TEPCO verweist dagegen auf die Schwierigkeiten der Umsetzung und tatsächlich hat die anvisierte Lösung mehrere Schwächen. Nicht nur, dass die Kosten für Fertigung und Wartung einer derartigen Anlage im zweistelligen Milliardenbereich liegen würden – Systeme dieser Art sind nicht für langfristigen Betrieb, der über mehr als ein paar Jahre andauert, ausgelegt.

Als zusätzliche Maßnahme wird von den Experten angeregt, TEPCO könne die torusförmige Kondensationskammer mit Mörtel oder Zementmilch füllen, um Grundwasser am Eindringen zu hindern. Während der Ausschuss als Vorteil nennt, dass das Füllmaterial nicht mit den geschmolzenen Brennelementen in Kontakt kommt ist tatsächlich noch nicht einmal sicher geklärt, wo sich das geschmolzene Material bereits befindet.

Über die Pläne berichteten etwa Kyodo, Asahi Shimbun und NHK.

Handy-GPS soll bei Katastropheneinsätzen helfen: Am heutigen Freitag hielt des Ministerium für innere Angelegenheiten und Kommunikation (MIC) ein Treffen mit Experten ab, um ein neues System aufzubauen, durch das Behörden wie Feuerwehr und Polizei im Notfall die Standorte von Personen anhand einer GPS-Technologie auf den Mobiltelefonen der Betroffenen bestimmen kann.

Japanisches Mobiltelefon (Foto: june-san, cc-by)
Japan: Mit GPS Katastrophenopfer orten (Symbolfoto: june-san, cc-by)

Die von der Behörde für Katastrophenschutz bislang eingesetzte Methode sieht vor, bei Einsätzen ungefähre Standortangaben durch Mobilfunkanbieter anhand der Sendestation zu erhalten.

Insbesondere in ländlichen Gebieten, wo die Abdeckung durch Basisstationen vergleichsweise gering ist, hat das System jedoch Schwächen.

Da die neue Methode dank Satellitenortung das Mobiltelefon einer Person im Notfall absolut punktgenau orten könnte, müssten die Mobilfunkanbieter unter Berücksichtigung des Datenschutzes, besonders darauf achten, welchen Stellen die GPS-Informationen zugänglich gemacht würden.

Wie die Mainichi Shimbun mitteilte, will das Ministerium bis Ende Juni eine Möglichkeit gefunden haben, wie Telekommunikationsanbieter die Informationen sicher zur Verfügung stellen können.

Daten der Fukushima-Arbeiter April 2013: Am heutigen Freitag übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO die aktuellen Angaben zur Zahl der Beschäftigten an der Anlage, sowie zur Höhe der Strahlungsdosis an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales.

Wie TEPCO in diesem Bericht mitteilt, waren im April 2013 insgesamt 448 Arbeitskräfte für das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi neu eingestellt worden. Die maximale Strahlungsbelastung lag bei 14,57 Millisievert. Im Bezug auf die inkorporierte Strahlenbelastung wurden keine signifikanten Werte festgestellt.

Der nächste Bericht, der sich mit den Strahlungsdaten mit dem Stand von Ende Mai befassen wird, soll gegen Ende Juni eingereicht werden.

Malerei von Kindern aus Katastrophengebiet am Flughafen Tokyo-Narita: Aufgrund der Angst vor Radioaktivität, ist die Krise am AKW Fukushima Daiichi in der Regel präsenter, als die Naturkatastrophen, die zu den Ereignissen in den Reaktoren führten. Dabei stellen das Tohoku-Erdbeben und der Tsunami weiterhin eine Belastung für viele Einwohner dar, die ihre einstigen Wohnorte evakuieren mussten.

Nach dem Tsunami: Ofunato am 15. März 2011 (Foto: pd)
Nach dem Tsunami: Ofunato am 15. März 2011 (Foto: pd)

Fluggästen werden die Naturkatastrophen seit heute auf dem Flughafen Tokyo-Narita nahe gebracht. Dort ist nun ein 3m x 8m messendes Ölgemälde zu sehen, das nach Angaben der jiji im November 2011 von etwa 200 Kindern aus zwei Vorschulen aus Ofunato (Präf. Iwate) gemalt worden war.

Das Werk mit dem Titel „Traumwand für die Zukunft“ zeigt ein kleines Mädchen, das durch ein Blumenfeld läuft. Ursprünglich war die Arbeit lediglich in der Stadt Ofunato ausgestellt worden. Auf bitten der Einwohner, das Bild möge von Menschen auf der ganzen Welt gesehen werden, fragte die Verwaltung beim Flughafen um eine Erlaubnis zur Ausstellung.

Die Ausstellung wird als sichtbares Zeichen der Dankbarkeit für die internationale Hilfe angesehen und kann noch bis Ende Juni dort betrachtet werden.

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