Start Aktuelles Japan aktuell: Endoskopie von Fukushima-Reaktor 1 und Zensur von Journalisten bei TEPCO-Sitzung

Japan aktuell: Endoskopie von Fukushima-Reaktor 1 und Zensur von Journalisten bei TEPCO-Sitzung

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Fukushima-Reaktor 1: Beginn der Einführung der Kamera in den Torus am 26. Juni 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Beginn der Einführung der Kamera in den Torus am 26. Juni 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Beginn der Einführung der Kamera in den Torus am 26. Juni 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Beginn der Einführung der Kamera in den Torus am 26. Juni 2012 (Foto: TEPCO)

Mitte der Woche schien es zunächst kaum Informationen darüber zu geben, wie sich die Situation am AKW Fukushima aktuell darstellt, doch schließlich veröffentlichte TEPCO doch noch Material zu den neusten Untersuchungen des Unternehmens.

Weniger freigiebig zeigte sich der Energiekonzern bei der Aufzeichnung von Live-Gesprächsinhalten durch Journalisten beim Treffen der TEPCO-Aktionäre.

Die Fukushima News somit heute wieder einmal nicht ausschließlich positiver Natur.

Proteste gegen Atomkraft gab es auch am heutigen Tag in mehreren Städten Japans, die zeigen, das inbesondere die Neustartpläne keineswegs nur Zustimmung genießen. Detaillierte Fukushima News und sonstige Informationen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 27. Juni 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Endoskop-Untersuchungsergebnisse vom Torus in Fukushima-Reaktor 1
  • Medienzensur bei Anträgen von Anteilseignern gegen TEPCO-Atomkraft
  • Neustartgegner in Osaka von KEPCO überstimmt
  • Übergangshäuser durch Regenfälle gefährdet

Endoskop-Untersuchungsergebnisse vom Torus in Fukushima-Reaktor 1: Der Betreiber des AKW Fukushima veröffentlichte heute Videomaterial zu den Untersuchungen im Rettungsringartigen Torus-Raum von Fukushima-Reaktor 1. Die Aufnahmen zum Untersuchungsbericht stammen vom gestrigen Dienstag und weisen nur wenig zusätzliche Informationen auf.

Über eine Rohröffnung waren aus dem ersten Stock eine Kamera, ein Thermometer, sowie ein Dosimeter eingeführt worden.

Der Abstand zwischen dem Rohr und der Rohröffnung, durch die das Gerät dirigiert wurde, betrug etwa 50 Milimeter und die Kamera musste so eingeführt werden, dass sie nicht mit dem  Geländer des Wartungslaufstegs zusammenstiess, was der Fall gewesen wäre hätte man sie in direkter Linie bewegt. Entsprechend verwackelt sind teilweise die Aufnahmen. Fotos gibt es derzeit noch keine, so dass nur Bildmaterial des Videos vorliegt. 

Die bei der Untersuchung ermittelten Daten sehen wie folgt aus:

  • Die Wassertemperatur lag zwischen 32 bis 37°Celsius (Oberfläche), während die Raumtemperatur etwa 28,8°Celsius betrug.
  • Der Strahlungslevel des angesammelten Wassers wurde mit 19.5 – 10,300 Millisievert pro Stunde angegeben. Probleme mit dem Dosimeter, da dieses  108 – 109 anzeigte und sich die Werte bis zum Zurückziehen des Dosimeters nicht änderten.
  • Die Sichtweite unterhalb der Wasseroberfläche betrug mindestens 60cm.
  • Sedimente/Ablagerungen im Torusraum: Bei Berührung mit Wand oder Boden lösten sich schwebende Sedimentteilchen
  • Eigenschaften des Wassers: Es wurde keine Wasserprobe genommen

Lecks oder Risse die das Eindrigen von Wasser in Teile der Anlage erklären könnten, konnten nach Angaben des Betreibers bei der endoskopischen Untersuchung nicht ausgemacht werden.

Medienzensur bei Anträgen von Anteilseignern gegen TEPCO-Atomkraft: Die Forderungen nach einer dauerhaften Stillegung von Atomkraftwerken sind  am heutigen Mittwoch besonders prominent, da gegenwärtig neun Energiekonzerne im ganzen Land Teilhabertreffen ihrer Aktionäre abhalten.

Nationale Sporthalle Yoyogi (Foto: Joe Jones, cc-by)
Nationale Sporthalle Yoyogi in Tokyo (Foto: Joe Jones, cc-by)

Beim anberaumten Treffen der Aktionäre des Fukushima-Betreibers TEPCO im Tokyoter Stadtteil Shibuya versammelten sich um 10:00 Uhr Ortszeit insgesamt 3.112 Anteilseigner im Yoyogi Nationalstadion.

Bereits um 8:00 Uhr und damit zwei Stunden vor dem Treffen versammelten sich vor dem, vom Stararchitekten Kenzo Tange entworfenen Sporthallenkomplex Privateigner und Interessierte.

Außerhalb des Gebäudes kam es zu Protesten von Atomgegnern. Einem Bericht der NHK zufolge war auch der deutsche Aktivist Axel Köhler-Schnura vor Ort.

Journalisten war es gestattet, das Treffen auf einem Monitor zu verfolgen, dessen Bildqualität zum Vorjahr deutlich besser war, so dass etwa Nahaufnahmen des aktuellen Sprechers gezeigt wurden. Filmaufnahmen und Verbreitung der Frage-und-Antwort-Passagen wurden jedoch untersagt.  Ein TEPCO-Sprecher kommentierte dies mit dem Hinweis, dass man keine Erlaubnis der Teilnehmer eingeholt habe, so die Mainichi Shimbun.

Neustartgegner in Osaka von KEPCO überstimmt: In Osaka trafen sich heute insgesamt 3.800 Anteilseigner der Kansai Electric (KEPCO) und überstimmten eine Reihe von Anträgen der Stadt Osaka, die einen Neustart der Reaktoren des AKW Oi verhindern sollten. Es handelt sich bei dieser Zahl um ein Rekordhoch, das zeigt, wie wichtig den Betreibern die Maßnahme ist.

Toru Hashimoto, Bürgermeister von Osaka im Jahr 2008 (Foto: pd)
Toru Hashimoto, Bürgermeister von Osaka im Jahr 2008 (Foto: pd)

Bei der Stadt Osaka handelt es sich um den größten Anteilseigner und verfügt über einen Anteil von neun Prozent. Toru Hashimoto, der umstrittene Bürgermeister der Stadt drängte die Leitung des Unternehmens dazu, ein System für alternative Energieversorgung zu entwickeln.

Das Betreiberunternehmen begegnete diesen Forderungen mit dem Einwand, dass Atomkraftwerke für eine stabile Energieversorgung und die Wirtschaft zwingend erforderlich seien. Vor dem Ort der Veranstaltung protestierten sowohl Gewerkschaften, als auch Bürgerrechtsgruppen gegen den beschlossenen Neustart. Zuvor hatten bereits die Städte Kobe und Kyoto ähnliche Anträge gestellt, waren jedoch ebenfalls überstimmt worden.

Anträge des Managements des Unternehmens wurden dagegen unverändert übernommen. Das berichtet die NHK.

Der Nachrichtenagentur jiji zufolge, erklärte Makoto Yagi, Präsident von KEPCO, in einer Pressekonferenz nach dem Treffen, dass der Betreiber davon ausgehe, den Reaktor 3 des AKW Oi bereits Sonntagnacht neu starten zu können

Übergangshäuser durch Regenfälle gefährdet: Wie der Taifun Guchol zeigte, sind besonders die Übergangshäuser für Flüchtlinge aus den Katastrophengebieten durch heftige Regenfälle gefährdet, da die kleinen Siedlungen aus Platzmangel oft an unvorteilhaften Plätzen, wie etwa an Flüssen und in hügligen Gebieten aufgestellt wurden.

Dort ist die Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutschen gegeben, während in den Bereichen der Küstenregionen, die durch das Tohoku-Erdbeben absanken, die Gefahr durch  schwere Regenfälle, verbunden mit Gezeiten oder heftigen Fluten, besteht. Hierüber berichtete die Nachrichtenagentur jiji.

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