Start Aktuelles Japan aktuell: Entnahme von Staubproben am AKW Fukushima vereinfacht

Japan aktuell: Entnahme von Staubproben am AKW Fukushima vereinfacht

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Einsatz der neuen Vorrichtung zur Staubprobenentnahme am 12. Januar 2013 (Foto: TEPCO)
Einsatz der neuen Vorrichtung zur Staubprobenentnahme am 12. Januar 2013 (Foto: TEPCO)
Einsatz der neuen Vorrichtung zur Staubprobenentnahme am 12. Januar 2013 (Foto: TEPCO)
Einsatz der neuen Vorrichtung zur Staubprobenentnahme am 12. Januar 2013 (Foto: TEPCO)

TEPCO berichtet vom AKW Fukushima heute vor allem über Verbesserungen. Sei es eine Maßnahme beim Leckschutz oder die von der Anlage in Fukushima aktuell bereits durchgeführte Nutzung eines Arbeitsgeräts – die offiziellen Schilderungen zur Situation am Kraftwerk sind derzeit durchaus positiv.

Weitere Fukushima News und weitere Informationen auch heute wie gewohnt im Spreadnews Japan-Ticker vom 18. Januar 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Entnahme von Staubproben am AKW Fukushima vereinfacht
  • Maßnahmen nach Austritt von 240 Litern Wasser
  • Japan ergreift Maßnahmen im Umweltskandal
  • Zweites Dock aus Misawa in den USA angespült
  • Landesverrat und Brände um die Senkaku
    • USA und Japan diskutieren Verteidigung
    • Feuer auf südkoreanischem Schiff vor Senkaku
    • Hatoyama ist „Landesverräter“ im Senkaku-Streit

Entnahme von Staubproben am AKW Fukushima vereinfacht: Seit Dezember 2012 war TEPCO damit beschäftigt, Verschlusspanele über den Öffnungen der blow-out panel openings anzubriingen, um die Freisetzung des radioaktiven Materials zu verringern.

Neue Vorrichtung zur Staubprobenentnahme am 12. Januar 2013 (Foto: TEPCO)
Neue Vorrichtung zur Staubprobenentnahme am 12. Januar 2013 (Foto: TEPCO)

Um entsprechende Messungen durchzuführen, wurde bislang eine Stehleiter an den Öffnungen angebracht und der Behälter zur Probenentnahme von einem Seilzug aus aufgehängt. Dies wird sich mit dem Fortschritt der Arbeit an den Verschlusspanelen nun ändern.

Bereits am 12. Januar konnte die neue Methode, bei der das Gerät nun stattdessen am Gerüstaufbau selbst befestigt ist, erfolgreich angewandt werden.

Sowohl der Ort der Probeentnahm, als auch der Vorgang ändern sich hierdurch jedoch nicht.

Maßnahmen nach Austritt von 240 Litern Wasser: Nachdem am Mittwoch beim Schließen des Ventils eines Probeentnahmerohres am Wärmetauscher des Kühlsystems für Reaktor 6 insgesamt 240 Liter Wasser ausgetreten waren, wurde später die genaue Leckstelle im Flanschbereich des Probeentnahmerohres lokalisiert.

Um den Wasserfluss durch das Leck zu stoppen, wurde der entsprechende Bereich vom Kühlsystem getrennt, was zu einem Halt der Reaktorkühlung führte, die jedoch aufgrund der geringen Temperaturanstiegsrate als unkritisch eingestuft wird (Spreadnews berichtete).

Heute wurde dann ein Verschlusspanel am Flansch der Probeentnahmerohrs, oberhalb der Leckstelle befestigt und im Anschluss Probeläufe durchgeführt. Nachdem eine Kontrolle um 14:51 Uhr keine Probleme gezeigt hatte, wurde um 15:07 Uhr der Durchfluss von Meerwasser durch den Wärmetauscher wieder aufgenommen.

Die Funktion der Kühleinheit des Reinigungssystems am Abklingbecken nahm damit seinen Betrieb wieder auf. Mit der aktuellen Temperatur des Abklingbeckens in Höhe von 29°Celsius besteht nach Angaben von TEPCO kein Problem, da der Wert deutlich unter dem kritischen Wert von 65°Celsius liegt.

Japan ergreift Maßnahmen im Umweltskandal: Das Umweltministerium will die Dekontaminationsarbeiten in der Präfektur Fukushima künftig stärker überwachen und entsendet zu diesem Zweck 200 Kontrolleure, was eine Vervierfachung der bisherigen Kräfte darstellt. Auch werden Bürger angehalten, entsprechende Beobachtungen zu melden.

Symbolbild: Atommüllfass (Foto: pd)
Umweltskandal: Ministerium ergreift erste Schritte (Symbolbild: pd)

Bauunternehmen, die als Vertragspartner verpflichtet waren und denen ein Verschulden bei den fahrlässigen Praktiken nachgewiesen werden kann, sollen künftig keine öffentlichen Aufträge durch Behörden erhalten, berichtet die NHK.

Die Nachforschungen zeigen, im Vergleich zu den zahlreichen Vorwürfen durch die Presse, bislang vergleichsweise geringe Erfolgsraten.

Die Befragung von Arbeitern habe zunächst fünf Verstöße gegen Dekontaminationsbestimmungen aufgedeckt.

Weitere 14 Fälle wurden ebenfalls untersucht, doch in keinem konnte ein unangemessenes Vorgehen durch die Baufirmen, oder ihre Subunternehmen nachgewiesen werden.

Zweites Dock aus Misawa in den USA angespült: In den USA ist ein weiteres Dock angeschwemmt worden, das aus dem Fischereihafen in Misawa (Präf. Aomori) stammt. Das bestätigte gestern das japanische Generalkonsulat in Seattle. Der Tsunami des Tohoku-Erdbeben im März 2011 hatte insgesamt vier Docks mit sich gerissen.

Das 19 Meter lange Dock war am 18. Dezember von  einem Hubschrauber an der Westküste der USA im Bundesstaat Washington entdeckt worden und konnte später anhand der Seriennummer auf einem Foto, das während der Reinigungsarbeiten gemacht worden war, dem japanischen Hafen zugeordnet werden.

Bei den Reinigungsarbeiten, die ein Eindringen von fremden Arten in das Ökosystem des Olympic National Park zu dem der Fundort gehört verhindern sollen, wurden mehr als 180 Kilogramm organischen Materials entfernt. Doch damit ist eine Umweltgefährdung noch nicht ausgeschlossen.

Nun versuchen die Behörden nach Angaben der Kyodo einen Plan auszuarbeiten, wie das 185 Tonnen schwere Dock von dort entfernt werden kann, bevor die äußere Betonhülle bricht, und der Kern auf Kunststoffschaum in die Umwelt freigesetzt wird.

Es ist bereits das zweite Dock aus Misawa, das in den USA angespült wurde.

Landesverrat und Brände um die Senkaku: Neben Politik gibt es in den Neuigkeiten zu den Senkaku-Inseln heute auch Todesopfer zu beklagen – wenn auch nicht durch militärische Intervention. Die aktuellen Meldungen nun im Überblick:.

Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)
Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)

USA und Japan diskutieren Verteidigung: Kazuo Masuda,  Leiter der Abteilung für US-Kooperation im japanischen Verteidigungsministerium und Christopher Johnstone, Leiter der Abteilung für Nordostasien beim US-Verteidigungsministerium begannen gestern Gespräche, in denen die Verteidigungsrichtlinien diskutiert werden.

In den Verhandlungen und den kommenden Gesprächen, die mindestens ein Jahr dauern werden, geht es auch um das Recht Japans zur kollektiven Selbstverteidigung und damit um die militärische Unterstützung von Vertragspartnern, wie etwa den USA.

Feuer auf südkoreanischem Schiff vor Senkaku: Am Freitagmorgen kam es gegen 5:40 Uhr auf einem südkoreanischen Fischereischiff, das in Japans ausschließlicher Wirtschaftszone unterwegs war, zu einem Brand. Die japanische Küstenwache empfing einen Notruf der Küstenwache Südkoreas. Drei der neun Besatzmitglieder starben, eine Person wurde verletzt und fünf weitere gelten noch als vermisst.

Hatoyama ist „Landesverräter“ im Senkaku-Streit: Bei seinem Besuch in China besuchte Japans früherer Premierminister Yukio Hatoyama nicht nur eine Gedänkstätte für die Opfer des Nanking-Massakers, dass die japanische Armee im Zweiten Weltkrieg verübte, sondern räumte in einem Gespräch auch noch ein, es bestehe seiner Ansicht nach ein Territorialdisput zwischen Japan und China.

Japans Verteidigungsminister Itsunori Onodera reagierte noch gestern auf diese Aussage und erklärte, diese Behauptung stelle ein großes Minus für Japan dar. Es widerstrebe ihm diese Bezeichnung zu nutzen, allerdings käme einem bei derartigem Verhalten dennoch der Begriff „Landesverräter“ in den Sinn.

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