Start Aktuelles Japan aktuell: Erdbeben vor Präfektur Miyagi löst Tsunami-Alarm aus

Japan aktuell: Erdbeben vor Präfektur Miyagi löst Tsunami-Alarm aus

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Miyagi-Erdbeben am 7. Dezember 2012
Insbesondere die Präfektur Miyagi wurde vom Erdbeben erschüttert
Miyagi-Erdbeben am 7. Dezember 2012
Insbesondere die Präfektur Miyagi wurde vom Erdbeben erschüttert

Der durch das Tohoku-Erdbeben im März 2011 bereits schwer betroffene Japan wurde am heutigen Freitag gegen 17:00 Uhr Ortszeit von einem Erdbeben der Stärke 7,3 erschüttert.

Das Epizentrum von etwa 10 Kilometern  unter dem Meeresboden, befand sich etwa 240 Kilometer vor der Küste der Präfektur Miyagi. Es wurde eine Tsunami-Warnung ausgegeben.

Die Städte Sendai, Ishinomaki und Iwanuma (alle Präfektur Miyagi) gaben ebenso wie Rikuzentakata (Präf. Iwate) und Hachinohe (Präf. Aomori) für Einwohner in Küstennähe eine Evakuierungsaufforderung in höher gelegene Gebiete heraus.

Für die Stadt Ishinomaki in der Präfektur wurde ein ein Meter hoher Tsunami prognostiziert.

Tsunami an Küste von Miyagi eingetroffen: Der Tsunami habe eine Höhe von einem Meter erreicht und ist damit unter den Maximalschätzungen von zwei Metern geblieben. Dennoch sind auch kleine Tsunami nicht zu unterschätzen (Details hierzu in unserem Artikel vom 14. November 2012)

Keine Störung am AKW Fukushima: Vom Kernkraftwerk Fukushima Daiichi (Fukushima 1), Fukushima Daini (Fukushima 2) wurde zunächst keine Störung des Betriebs gemeldet.

Die Angestellten am AKW Fukushima Daiichi hätten sich lediglich innerhalb der Anlage in Sicherheit gebracht – es befindet sich ein erdbebensicheres Hauptgebäude dort – jedoch nicht evakuiert. TEPCO erklärte in einer Presseerklärung zudem, es gebe keine Meldungen über verletzte Arbeiter

Die Atomsicherheitsbehörde NRA meldete auch von anderen Kraftwerken keine Auffälligkeiten

Erdbeben in Tokyo spürbar: Auch in Japans Hauptstadt Tokyo war das Erdbeben zu spüren und brachte einige Gebäude kurzzeitig zum Schwanken.

Unsere Augenzeugen schildern, es habe sich mit dem Gefühl einer langsamen Intensitätssteigerung „wie das Große vom 3/11“ angefühlt.

Kurz darauf erfolgte bereits ein erstes Nachbeben. Gegenstände seien aus den Regalen gefallen und dies sei in diesem Vorort von Tokyo seit dem großen Tohoku-Erdbeben nicht mehr der Fall gewesen.

Verkehrsverbindungen unterbrochen: Zwischen Tokyo und Odawara (Präf. Kanagawa) wurde die Verbindung des Schnellzugs Shinkansen zeitweise eingestellt. Auf anderen Strecken kam es zu Sicherheitsstopps. Der Flughafen Sendai strich alle Starts und der Flughafen Tokyo Narita sperrte kurzzeitig Startbahnen.

Premierminister sagt Rede ab: Japans Premierminister Yoshihiko Noda sagte eine Wahlrede in Tokyo ab und kehrte unverzüglich in sein Büro zurück.

Telefonverbindungen überlastet: Aufgrund des Umstands, dass viele Menschen ihre Angehörigen erreichen wollen, um zu erfahren, ob sie in Sicherheit sind, waren die Telefonnetze zeitweise überlastet

Wir halten Sie über die aktuelle Entwicklung auf dem Laufenden.

Tsunami-Warnschild (Foto: Andreas Teichert, DTRG e.V.)
Tsunami-Warnschild (Foto: Andreas Teichert, DTRG e.V.)

11:35 Uhr: Die Tsunamiwarnung wurde aufgehoben: Die bislang noch geltende Tsunami-Warnung wurde aufgehoben, damit besteht nach offiziellen Angaben keine Gefahr in Küstennähe. Es sieht so aus, als wäre Japan noch einmal mit dem Schrecken davongekommen.

Dennoch ist dieses Erdbeben eine Erinnerung an die Warnung vor dem Nankai-Großbeben, das von Experten für die kommenden Jahre erwartet wird.

Angabe zu Verletzten: Bislang ist von zehn bzw. abweichend davon, elf Leichtverletzten die Rede. Darunter nach Angaben der Nationalen Polizeibehörde Personen aus den Präfekturen Chiba, Ibaraki, Tochigi, sowie Gunma und Miyagi.

Fünf der Verletzten werden aus der Präfektur Miyagi gemeldet, darunter ein zwei Jahre alter Junge. Die sonstigen Verletzten sind zwischen 30 und 70 Jahre alt.

Eine 50 Jahre alte Frau aus der Präfektur Chiba habe eine Verletzung der Wirbelsäule erlitten, als sie in ihrem Haus vom Dachboden stürzte.

Folgeschäden: Nach Angaben der Präfekturverwaltung Aomori kam es aufgrund des Erdbebens in 220 Haushalten des Ortes Gonohe zu Stromausfällen.

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