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Japan aktuell: Erfolg bei Wasserreinigung im AKW Fukushima

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Tepco - Dekontaminationsanlage am 31-05-2011. Foto: TEPCO
Dekontaminationsanlage am 31.05.2011
Tepco - Dekontaminationsanlage am 31-05-2011. Foto: TEPCO
Dekontaminationsanlage am 31.05.2011

Fünf Monate sind seit dem Reaktorunglück im japanischen Kernkraftwerk Fukushima Daiichi bereits vergangen und seit fünf Monaten berichtet Spreadnews für Sie wochentags über die Umstände, die das AKW Fukushima aktuell betreffen. Nicht alle Meldungen mögen spekatakulär sein, oder Neues bringen. Wenn etwa Goshi Hoso, Minister mit Zuständigkeit für die Atomunfälle nun in einem Interview erklärt, der Schlüssel zur erfolgreichen Meisterung der Krise seien die Sicherheit und Gesundheit der Arbeiter, dann ist das aus Sicht des Lesers sicher bereits logisch und keine neue Information.

Doch an Stelle einer möglichen Retrospektive über fünf Monate Berichterstattung, bringen wir Ihnen auch heute wieder Fukushima News, etwa  im Spreadnews Japan-Ticker vom 11. August 2011.

Wasserreinigungsanlage mit Rekordhoch: Wie TEPCO mitteilte, erreichte die Anlage zwischen dem dritten und neunten August eine Leistung von 77,4 Prozent und damit deutlich höhere Werte als bislang. Man habe sogar das für diesen Zeitraum anvisierte Ziel von 5040 Kubikmetern übertroffen, sind doch bislang bereits 6500 Kubikmeter durch die Anlage geflossen. Nach einer Reihe von Tiefschlägen bei Entsalzung und Dekontamination in den Monaten zuvor scheint dies eine ungewöhnlich positive Nachricht zu sein, die von der Mainichi Shimbun heute veröffentlicht wurde.

NISA wird Umweltministerium untergeordnet: Wie bereits zuvor durch anonyme Quellen verbreitet, soll die Atomsicherheitsbehhörde NISA nun dem Umweltministerium untergeordnet werden. Diese Schritt geschieht, um die Verquickung der Aufsicht durch die Atomsicherheitsbehörde mit der Wirtschaft zu verringern.

Zuvor hatte es starke Bedenken über die Neutralität der NISA gegeben und Hinweise, die auf einen Interessenkonflikt hindeuten, da die Atomsicherheitsbehörde NISA ausgerechnet dem Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) und damit auch Befürwortern der Atomenergie unterstanden hatte. Das berichtet die Nachrichtenagentur Jiji.

Die Bedenken scheinen nicht nur  durch Vorwurf, auch von Seiten der NISA habe es Manipulationsversuche gegeben, durch die ein Neustart von Reaktoren von der Bevölkerung als wünschenswert vorgetäuscht werden sollte, gerechtfertigt.

Denn bereits im April, einen Monat nach Beginn der Krise, sei ein ehemaliger Mitarbeiter eines TEPCO-Tochterunternehmens eingestellt und im Mai ausgerechnet als Inspektor für das AKW Fukushima Daini (Fukushima 2) eingesetzt worden.

Der nun aufkommenden heftigen Kritik wird seitens der NISA mit dem Argument begegnet, die Stelle sei Ende März frei geworden und man habe für den vakanten Posten einen Nachfolger benötigt. Zudem erfülle er seine Pflichten in korrekter Weise.

Scheidender NISA-Chef wusste um Fukushima-Risiken: Nobuaki Terasaka, der am 12. August offiziell sein Amt abgibt räumte ein, nach der Entdeckung von Cäsium einen Tag nach dem Fukushima-Unglück habe er bereits die Möglichkeit einer Kernschmelze in Betracht gezogen – eine interessante Aussage, war doch ein NISA-Sprecher nachdem er die gleiche Vermutung geäußert hatte, umgehend ersetzt worden.

Nashi-Birnen aus Tottori nicht belastet: Um den Bedenken durch eine radioaktive Belastung zu begegnen greifen einige landwirtschaftliche Betriebe, oder die Hersteller landwirtschaftlicher Produkte bereits jetzt auf Tests zurück. So wurden etwa auch die Nashi-Birnen aus Tottori getestet und kein radioaktives Material festgestellt. Die entsprechende Kennzeichnung ist besonders für den Export wichtig, werden die Früchte aus der Gegend doch auch nach Taiwan und Hongkong versandt. Ähnliche Vorgehensweisen werden auch an anderen Stellen stattfinden.

Radioaktiver Abfall auf weiteren US-Stützpunkten: Nachdem Spreadnews bereits am 5. August über die Lagerung von schwach radioaktiv kontaminiertem Abfall auf dem US-Stützpunkt Sasebo Präfektur (Präf. Nagasaki) berichtet hatte, werden nun drei weitere Fälle bekannt. So sind sowohl auf dem US-Marinestützpunkt Futenma auf Okinawa, als auch in Yokosuka und Atsugi, beide in der Präfektur Kanagawa, radioaktive Abfälle gelagert.

Es soll sich bei dem Material in Futenma um Tuch handeln, mit dem die Flugzeuge der dort stationierten Einheiten von radioaktivem Material, dass durch das Fukushima-Unglück frei geworden war, gereinigt wurden. Die Tücher sollen sich nun in einem verschlossenen Behälter befinden. Die örtlichen Behörden von Ginowan waren am Mittwoch vom Außenministerium über die Lagerung informiert worden.

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