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Japan aktuell: Erfolgreiche Bergung von Stahlträger aus Fukushima-Reaktor

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Fukushima-Reaktor 3: Bergung des Stahlträgers am 20. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Bergung des Stahlträgers am 20. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Bergung des Stahlträgers am 20. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Bergung des Stahlträgers am 20. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)

Allen Prophezeihungen zum Trotz ging auch am AKW Fukushima heute nicht die Welt unter, sondern vielmehr ging es aufwärts – zumindest mit dem Stahlträger, dessen erfolgreiche Bergung heute von TEPCO gemeldet werden konnte.

Doch wuchs man neben der Anlage in Fukushima aktuell auch am AKW Hamaoka über sich hinaus, denn hier plant man die Erhöhung eines Damms.

Abwärts geht es dagegen offenbar mit dem Atomausstieg und auch die Aussichten auf eine schnelle Lösung des Lagerungsproblemens sinken.

Somit neben den Fukushima News auch heute interessante Meldungen, wie üblich auch heute im Spreadnews Japan-Ticker vom 21. Dezember 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Bergung des Stahlträgers aus Fukushima erfolgreich
  • Auswahl von Atomüllager verzögert sich
  • Damm an AKW Hamaoka wird erhöht
  • Atomkraftgegner demonstrieren nach LDP-Wahlsieg
  • Senkaku-Provokationen auch nach Wahlen
    • 19. Eindrigen von Chinas Schiffen

Bergung des Stahlträgers aus Fukushima erfolgreich: Wie TEPCO heute berichtet, verlief die gestrige Bergung des Stahlträgers, der im September bei der Beseitigung von Trümmern versehentlich herabgestürzt war, erfolgreich. Die Maßnahme war um 10:07 Uhr (Ortszeit) begonnen und war bis 12:50 Uhr abgeschlossen.

Fukushima-Reaktor 3: Bergung des Stahlträgers (o.) und geborgener Stahlträger (u.) am 20. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Bergung des Stahlträgers (o.) und geborgener Stahlträger (u.) am 20. Dezember 2012 (Foto: TEPCO)

Die vom Fukushima-Betreiber hierzu veröffentlichten Fotos zeigen einen Kran bei der Bergung des Stahlträgers, sowie den erfolgreich entfernten Barren.

Auf dem bereitgestellten Video von fünfeinhalb Minuten Länge, ist die Aktion ebenfalls zu sehen.

Das Objekt, bis zu dessen Entfernung drei Monate vergangen waren, hat nach Angaben von TEPCO ein Gewicht von 470 Kilogramm und ist sieben Meter lang.

Als Vorbereitung war um 9:34 Uhr das Hauptsystem der Kühlung abgeschaltet worden. Die Wiedereinschaltung erfolgte bereits kurz nach Ende der Bergung.

Vor der temporären Abschaltung der Kühlung betrug der Temperatur im Abklingbecken etwa 16,7°Celsius und es wurde mit einem Anstieg von etwa 0,16°Celsius pro Stunde gerechnet.

Auswahl von Atomüllager verzögert sich: Japans Regierung wird seinen Zeitplan zur Bestimmung von geeigneten Zwischenlagern für radioaktive kontaminiertes Erdreich und Abfälle vermutlich nicht einhalten können.

Obwohl das Umweltministerium heute damit begann die Anträge von Unternehmen entgegenzunehmen, die Untersuchungen bezüglich der Sicherheit der Standorte durchführen sollen, ist der Widerstand nach Angaben der NHK immer noch groß.

Die Entscheidung über die Zusage, welches Unternehmen die Arbeiten tatsächlich übernehmen soll, wird erst Anfang Februar erfolgen und die Tests mehrere Monate benötigen, was den Zeitplan der Behörde durcheinander bringt.

Ursprünglich war die Abstimmung über den Standort für Ende März 2013 geplant. Auch gilt es noch Widerstände bei örtlichen Behörden und Einwohner der Gemeinden auszuräumen, die bereits als potentielle Lagerstätten ins Gespräch gebracht worden waren.

Atomkraftgegner demonstrieren nach LDP-Wahlsieg: Am heutigen Freitag fand erstmals seit dem Wahlsieg der LDP wieder eine Demonstration von Atomkraftgegnern im Tokyoter Bezirk Nagatacho statt, wo sich auch das Büro des Premierministers befindet. Nach Angaben eines Augenzeugen gab es keine Auseinandersetzungen.

Die LDP hatte sich für einen Neustart ausgesprochen und damit den Atomausstieg bis 2030, den die DPJ zuvor plante, praktisch  über den Haufen geworfen.

Damm an AKW Hamaoka wird erhöht: Wie Akihisa Mizuno, Präsident des Energiekonzerns Chubu Electrics gestern mitteilte, plant das Unternehmen den Damm am Kernkraftwerk Hamaoka (Präf. Shizuoka) zu erhöhen und weitere Maßnahmen zu treffen, um es vor der Gefahr künftiger Tsunami zu schützen.

Aufgrund seiner Lage an der Omaezaki-Küste wird es als Japans verwundbarstes Atomkraftwerks angesehen, dass im Fall des erwarteten Nankai-Großbebens von einem Tsunami getroffen werden könnte, der die bislang geplante Höhe von 18 Metern übertreffen würde.

Chubu Electrics kam aufgrund eigener Untersuchungen zu dem Schluss, dass ein derartiger Tsunami eine Höhe von bis zu 21,4 Metern erreichen könnte. Aus diesem Grund werde man den 1,6 Kilometer langen Damm , auf insgesamt 22 Meter erhöhen. Dies wird vom Unternehmen als ausreichend angesehen.

Trotzdem würde im Fall eines schweren Bebens Meerwasser an den Anlagen des für Notfälle konzipierten Meerwasser-Kühlsystems austreten und einen Großteil der Gebiete um die Reaktoren 3 bis 5 bis zu einem Meter überfluten. In anderen Bereichen wären auch Überflutungen von bis zu zwei Metern denkbar.

Daher werde man Abschirmungen anbringen, die sich in einem solchen Fall sofort schließen und einen derartigen Zwischenfall verhindern sollen. Die Kosten der gesamten zusätzlichen Baumaßnahmen, werden sich auf etwa 150 Milliarden Yen belaufen.

Die Asahi Shimbun weist allerdings nicht zu Unrecht darauf hin, dass die gesamten Maßnahmen vor allem auch ein Mittel sind, um das Vertrauen der Bürger wiederzugewinnen und Einwilligung zu einem Neustart zu erhalten. Bis Ende kommenden Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein – ursprünglich war eine Fertigstellung bis März 2013 geplant.

Senkaku-Provokationen auch nach Wahlen: Chinas illegale Grenzverletzungen japanischer Hoheitsgewässer nehmen erwartungsgemäß auch nach den Neuwahlen in Japan kein Ende und so verwundert es nicht, entsprechende Meldungen zu hören. Die aktuellen Entwicklungen jetzt im Überblick.

19. Eindrigen von Chinas Schiffen: Die Küstenwache meldet, dass drei chinesische Schiffe in der Nähe von Kubajima in japanische Hoheitsgewässer eingedrungen seien. Dort waren sie am Freitagmorgen gesichtet worden. Die Besatzung der japanischen Küstenwachboote forderten die eindringenden Schiffe per Funk auf, das Gebiet zu verlassen.

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