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Japan aktuell: Erfolgreiche Entfernung von zwei Brennstäben am AKW Fukushima

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Fukushima-Reaktor 4: Arbeiten bei der Bergung der Brennstäbe aus dem Abklingbecken am 19. Juli 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Arbeiten bei der Bergung der Brennstäbe aus dem Abklingbecken am 19. Juli 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Arbeiten bei der Bergung der Brennstäbe aus dem Abklingbecken am 19. Juli 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Arbeiten bei der Bergung der Brennstäbe aus dem Abklingbecken am 19. Juli 2012 (Foto: TEPCO)

Am heutigen Donnerstag wurde die Entfernung von zwei Brennelementen aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 gemeldet.

Dieser gestern begonnene Test sollte mögliche Schwierigkeiten bei der Bergung von Reaktorbrennstäben zeigen und gilt als Vorbereitung auf künftige Aktionen.

Allerdings gibt es vom AKW Fukushima aktuell sowohl wieder Pannenmeldungen, aber auch Erfolge zu vermelden.Neben den Fukushima News gibt es auch heute sonstige Meldungen, im Spreadnews Japan-Ticker vom 19. Juli 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Zwei Brennstäbe aus Fukushima-Reaktor 4 entfernt
  • Kühleinheiten am  AKW Fukushima in Betrieb
  • Alarm an Entsalzungsanlage von Fukushima-Reaktor 4
  • AKW Oi mit erfolgreichem zweiten Reaktor-Neustart
  • Juli-Hitzerekorde an 10 Messstationen in Japan

Zwei Brennstäbe aus Fukushima-Reaktor 4 entfernt: Der Kraftwerksbetreiber TEPCO hat beide Brennstäbe erfolgreich aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 gehoben. Auch das japanische Fernsehen zeigte Aufnahmen von Kranarbeiten, mit denen die viereinhalb Meter langen Objekt geborgen wurden. Bei den beiden Brennelementen handelt es sich um zwei von insgesamt 204 ungenutzen Exemplaren, die im Abklingbecken von Reaktor 4 lagern.

Bergungsarbeiten von Brennelement aus dem Abklingbecken am 18. Juli 2012 (Foto: TEPCO)
Bergungsarbeiten von Brennelement aus dem Abklingbecken am 18. Juli 2012 (Foto: TEPCO)

Die gehobenen Brennelemente wurden dann nach dem Transfer in einen Transportbehälter aus dem Reaktorgebäude entfernt. Sie sollen nun untersucht werden um festzustellen, in welchem Umfang sie Schäden oder Veränderungen wie Korrosion durch das salzhaltige Meerwasser erlitten, das bei der Notkühlung eingeleitet worden war.

Die Bergung dieser vergleichsweise ungefährlichen Brennstäbe, gilt als Testlauf für die künftige Entfernung der verbliebenen 1.533 Brennelemente. Nach Angaben der Regierung soll der Transfer des radioaktiven Materials in eine sicherere Aufbewahrungsmöglichkeit Ende kommenden Jahres beginnen.

Nach Ansicht von Experten wie Hiroshi Tasaka, der als Kerntechniker und Universitätsprofessor während der Aktuphase der Fukushima-Krise als Berater des Premierministers tätig war, ist dies jedoch eine mehr als optimistische Schätzung.

Insbesondere fürchten Experten im Falle eines schweren Nachbebens mögliche Schäden am Abklingbecken, da es nicht über die Stabilität eines Reaktordruckbehälters verfüge und deshalb nicht garantiert werden könnte, das dabei Radioaktivität austreten könnte.

TEPCO kommentierte die Bergungsaktion nicht und berief sich dabei auf die Geheimhaltung, die im Zusammenhang mit der Handhabung radioaktiven Materials erforderlich sei.
Über die Bergung berichteten neben anderen Medien auch die Asahi Shimbun, die Yomiuri Shimbun.

Kühleinheiten am  AKW Fukushima in Betrieb: TEPCO, Betreiber des AKW Fukushima Daiichi hat als Sicherheitsmaßnahme vor der erwarteten Sommerhitze Kühlaggregate aufgestellt, die das Wasser zusätzlich herabkühlen sollen (Spreadnews berichtete am 17. Juli 2012).

Wie das Unternehmen bekannt gab, habe man gestern um 9:30 Uhr Ortszeit einen versuchsweisen Betrieb durchgeführt, bei dem die Kühleinheiten gestartet worden waren. Da keine Probleme festgestellt werden konnten, nahmen die Einheiten noch am selben Tag um 15:30 Uhr den Dauerbetrieb auf.

Alarm an Entsalzungsanlage von Fukushima-Reaktor 4: Am  gestrigen Dienstag kam es um 15:58 Uhr zu einem Alarm am Entsalzungssystem des Reaktorraums von Reaktor 4. Nach der Meldung des Systems der Druck ind der mobilen Umkehr-Osmose-Einheit sei hoch, schaltete sich das System automatisch ab.

Da bei einer Untersuchung keine Auffälligkeiten wie etwa Lecks festgestellt werden konnte, wurde das System um 14:06 Uhr wieder gestartet. Die Ursache das Alarm ist unklar, als wahrscheinlich wird jedoch eine Blockierung im Filter angesehen. Das System wird nach Angaben von TEPCO nun beobachtet. Der Zwischenfall habe keinen Einfluss auf das Kühlsystem von Reaktor 4 gehabt.

NISA ordnet Untergrund-Untersuchungen an AKW Oi und AKW Shika an: Nachdem Experten der Atomaufsichtsbehörde NISA am Dienstag erklärt hatten, weitere Untersuchungen wären an der  900 Meter langen Verwerfung F-6 unter dem AKW Oi ebenso erforderlich wie an der 250 Meter langen Verwerfung S-1 unterhalb des AKW Shika, hat die Behörde gestern die Betreiber der Anlagen dazu aufgefordert, entsprechende Untersuchungen durchzuführen.

Sollten die in Nord-Süd-Richtung verlaufende F-6 Verwerfung unter den Reaktoren 2 und 3 am AKW Oi (Präf. Fukui) als aktiv eingestuft werden, so wäre ebenso wie im Fall der unter Reaktor 1 des AKW Shika ( Präf Ishikawa), verlaufenden S-1 mit großer Wahrscheinlichkeit eine Stilllegung beider Anlagen erforderlich.

Während es beim AKW Oi der Mangel an Daten zur Verwerfung war, welche die Experten von der Notwendigkeit neuer Untersuchung überzeugten, wurden die Ergebnisse der Analyse am AKW Shikaals mangelhaft beurteilt.

Bis zum 25. Juli muss nun Hokuriku Electric, Betreiber des Kernkraftwerks Shika einen konkreten Forschungsplan vorlegen. Insbesondere solle man Probebohrungen durchführen und überprüfen, ob sich in der Nähe befindliche Verwerfungen im Fall eines Erdbebens mit verschieben und die Stärke somit intensivieren könnten.

Die S-1 unter dem Kraftwerke weise alle Charakteristika einer typischen aktiven Verwerfung auf, so ein Geologie-Professor.

Industrieminister Yukio Edano wies zudem die NISA an, ihr Vorgehen bei Beurteilungen zu überprüfen, da die Behörde in der Vergangenheit möglicherweise Verwerfungen übersehen hatte und nachlässig vorgegangen sei (Spreadnews berichtete am 17. Juli).

Eine Aufforderung zur Neubeurteilung war zuvor bereits für die AKW Higashidori (Präf. Aomori) und AKW Tsuruga (Präf. Fukui) ausgesprochen worden. Über die Anordnung zur Neuprüfung berichteten NHK, Asahi Shimbun und jiji.

AKW Oi mit erfolgreichem zweiten Reaktor-Neustart: Wie geplant hat der gestern neu gestartete Reaktor 4 des AKW Oi am heutigen Morgen um 6:00 Uhr Ortszeit den Status der Kritikalität und damit den Beginn der Kettenreaktion erreicht. Der Betreiber Kansai Electric geht von einem Beginn der Stromerzeugung für frühestens Sonntag aus und damit lediglich 4 Prozent der Gesamtkapazität von 1,18 Millionen Kilowatt. Die vollständige Leistungsfähigkeit wird dann ab Mittwoch erwartet.

Diese Schritte könnten sich nach Betreiberangaben möglicherweise um ein oder zwei Tage verzögern, falls die Fertigstellung notwendiger Vorbereitungen möglicherweise mehr Zeit in Anspruch nehme.

Bei dem Neustart anwesend war auch Vize-Industrieminister Seishu Makino, der vom Kontrollzentrum des Reaktors aus, die Kritikalität förmlich bestätigte. Gegenüber der Presse betonte er die Wichtigkeit des AKW-Neustarts für eine stabile Energieversorgung der Region Kansai.

Juli-Hitzerekorde an 10 Messstationen in Japan: Insbesondere an der Küste des japanischen Meeres und im Westen Japans kam es gestern zu Hitzerekorden. Dabei wurden 37,8°Celsius in Obama (Präf. Fukui) gemessen. An insgesamt 77 von 927 Wetterbeobachtungspunkten stieg das Thermometer auf Temperaturen über 35°Celsius. An 523 Orten wurden Temperaturen von 30°Celsius oder darüber hinaus nachgewiesen, was an zehn Orten zu einem Hitzerekord für den Monat Juli führte.

Das heisse Wetter hat jedoch auch seine Folgen. Neben dem Fall eines Hitzetoten kamen einer Umfrage der Kyodo zufolge mindesten 796 Personen mit dem Verdacht des Hitzschlags in Krankenhäuser.

Die japanische Wetterbehörde geht jedoch davon aus, dass zumindest im Norden Japans die Temperaturen über das Wochenende deutlich fallen werden. Dies sei auf kalte Luft, die aus einem Hochdrucksystem über dem Ochotskischen Meer stammt. Auch in weiteren Gebieten des Landes soll es bewölkt werden. Die Temperatur soll dann auf mittlere Werte, oder darunter sinken.

5 KOMMENTARE

  1. Hallo Liebes Spreadnews Team, danke dass ihr uns immer noch auf dem Laufenden haltet, was so in Japan geschieht. Die Presse und das Fernsehen haben die dortige Katastrophe scheinbar schon abgehakt. Eine kleine Anmerkung hätte ich doch:

    Zitat: „AKW Oi mit erfolgreichem zweiten Reaktor-Neustart: Wie geplant hat der gestern neu gestartete Reaktor 4 des AKW Oi am heutigen Morgen um 6:00 Uhr Ortszeit den Status der Kritikalität und damit den Zustand der Kernfusion erreicht.“

    Die Menschheit ist glaube ich noch ein Stück weit weg von der Kernfusion. Das müsste doch eher Kernspaltung heißen?

    Macht weiter so!

    Stefan

    • Hallo Stefan,

      da war dann wohl der Fehlerteufel am Werk (und der kritische Zustand des Redakteurs erreicht *g*)!

      Vielen Dank für den Hinweis und das Lob für unsere Arbeit.

      Gruß

      Die Redaktion

  2. Hallo Liebes Spreadnews Team auch von mir ein Dankeschön für die Berichterstattung und schön das Kritik mit Humor genommen wird

    Macht weiter so!

    Werner

  3. Liebes Spreadnews Team,

    auch von mir ein herzliches Dankeschön, dass ihr immer noch so ausführlich und kontinuierlich über die Geschehnisse in Japan / Fukishima berichtet.

    Weiter so!!!

    Lars

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