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Japan aktuell: Erhöhte Strahlung an drei Fukushima-Lagertanks

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AKW Fukushima: Strahlungsmessung an Lagertanks am 3. September 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Strahlungsmessung an Lagertanks im September 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Strahlungsmessung an Lagertanks am 3. September 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Strahlungsmessung an Lagertanks im September 2013 (Foto: TEPCO)

Die vom Betreiber des AKW Fukushima heute bekannt gegebenen Erhöhungen der Strahlungswerte mögen zwar für Verunsicherung sorgen, nach Darstellung von TEPCO sind sie jedoch keine Gefahr.

Da von Japan als Gastgeber der Olympischen Spiele 2020 vor allem Sicherheit von Atomanlagen erwartet wird, ist eine jetzt durchgeführte und bislang einmalige Katastrophenübung sicher hilfreich für das Image und die Anlage von Fukushima aktuell auch an dieser Stelle maßgebend.

Einzelheiten zu den Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 11. Oktober 2013.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Erhöhte Strahlung an drei Fukushima-Lagertanks
  • Ungewöhnliche Katastrophenübung am AKW Sendai
  • Weitere Dampfsichtung am Reaktor 3

Erhöhte Strahlung an  drei Fukushima-Lagertanks: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO am heutigen Freitag mitteilte, wurden in der Nähe von drei Wassertanks, in denen radioaktiv kontaminiertes Wasser gelagert wird, vergleichsweise hohe Strahlungswerte festgestellt.

Fukushima-Wassertanks bleiben Thema für Diskussionen (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Erhöhte Strahlungswerte an Wassertanks entdeckt (Symbolfoto: TEPCO)

Die Behälter befinden sich nach Angaben von TEPCO im selben Areal, in dem bereits zu Beginn vergangenen Monats bis zu 2.200 Millisievert pro Stunde nachgewiesen worden waren (Spreadnews berichtete am 5. September 2013). Dies wäre damit der Bereich H3.

Die heute gemeldete Strahlung am ersten Tank betrug bis zu 69,9 Millisievert pro Stunde. An den beiden übrigen Behältern wurden 19,95 und 39,95 Millisievert nachgewiesen. Damit liegt in allen drei Fällen die Strahlung höher als in der Umgebung.

Die Erhöhung war bei einem Kontrollgang am gestrigen Donnerstag entdeckt worden. In keinem der drei Fälle habe es Hinweis auf ein Wasserleck gegeben. Hinweise auf eine Änderung des Wasserstands im Inneren, im Vergleich zum Vortag habe es ebenfalls nicht gegeben.

Als Ursache geht man davon aus, dass sich Regenwasser innerhalb der Betonbarrieren angesammelt und so zur Konzentration radioaktiven Materials geführt habe. Im Folgenden die Daten im Einzelnen:

Bereich H3 Gruppe B Tank Nr. 6 (Ostseite)

  • Abstand von 50 Zentimeter: 17,0 Millisievert (Gamma- und Betastrahlung)
  • Abstand von  5  Zentimeter: 19,95 Millisievert (Betastrahlung)
  • Abstand von  5  Zentimeter: 0,05 Millisiert (Gammastrahlung)

Bereich H3 Gruppe A Tank Nr. 2 (Nordseite)

  • Abstand von 50 Zentimeter: 20,0 Millisievert (Gamma- und Betastrahlung)
  • Abstand von  5  Zentimeter: 69,9 Millisievert (Betastrahlung)
  • Abstand von  5  Zentimeter: 0,1 Millisievert (Gammastrahlung)

Bereich H3  Gruppe A  Tank Nr. 1 (Südseite)

  • Abstand 50 Zentimeter: 13,0 Millisievert (Gamma- und Betastrahlung)
  • Abstand  5  Zentimeter: 39,95 Millisievert (Betastrahlung)
  • Abstand  5  Zentimeter: 0,05 Millisievert (Gammastrahlung)

Ungewöhnliche Katastrophenübung am AKW Sendai: Am heutigen Freitag begann eine zweitägige Katastrophen-Großübung am AKW Sendai (Präf. Kagoshima). Es handelt sich um dort um die erste Großübung dieser Art seit Beginn der Fukushima-Krise.

Zu den insgesamt etwa 3.300 Teilnehmern gehören neben den Einwohnern des Ortes Satsumasendai auch 130 Mitarbeiter von unterschiedlichen Regierungsstellen.

Neben der örtlichen Verwaltungen, der Nationalen Polizeibehörden, der Katastrophenschutzbehörde und den Selbstverteidigungsstreitkräften, beteiligen sich auch Personal aus dem Büro des Premierministers, des Verteidigungsministeriums und die Atomaufsichtsbehörde NRA an der Übung.

Anders als bei sonstigen Übungen, bezog man nun das Überraschungsmoment ein, indem man die meisten Teilnehmer nicht zuvor über das Krisenszenario in Kenntnis setzte. Auf diese Weise will man eine höhere Effektivität der Übung und damit verbundene Verbesserungen der Maßnahmen erreichen.

Zu Beginn der Übung wurde um 10:00 Uhr ein schweres Erdbeben der Stärke 6+ auf der siebenstufigen japanischen Skala ausgegeben. Als Reaktion hierauf folgte eine automatische Abschaltung von Reaktor 2. Kurz nach Mittag folgte eine überraschende Entwicklung – ein Nachbeben schaltete die gesamte Stromversorgung aus.

Im Lagezentrum der Präfektur wurde die simulierte Nachrichtenmeldung ausgestrahlt und die Angestellten mit einer Informationsflut zum Zustand der Anlage überhäuft – neben der Abschaltung des Reaktors gehörte auch die Meldung eines Brandes in der Anlage dazu.

Neuerungen wird es auch bei der morgigen Übung zur Großevakuierung. Dann werden nicht nur, wie bislang, Personen aus dem 10-Kilometer-Radius um die Anlage evakuiert, sondern erstmals sogar aus einem 30-Kilometer-Radius, wie er nach dem Nuklearunfall am AKW Fukushima Daiichi eingerichtet worden war. Über die Maßnahme berichteten jiji und Asahi Shimbun.

Weitere Dampfsichtung am Reaktor 3: Gegen 7:00 Uhr zeigten die Kamerabilder, das erneut Dampf aus dem fünften Stock von Reaktor 3 austrat. Eine Kontrolle um 7:55 Uhr bestätigte jedoch, das keine ungewöhnlichen Änderungen an den Messposten festgestellt wurden. Gegen 11:00 Uhr wurde kein Dampfaustritt mehr nachgewiesen.

Außer den bislang üblichen leichten Änderungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit gab es keine Änderungen.

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