Start Aktuelles Japan aktuell: Erneuter Transfer von radioaktivem Wasser am AKW Fukushima in Vorbereitung

Japan aktuell: Erneuter Transfer von radioaktivem Wasser am AKW Fukushima in Vorbereitung

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AKW Fukushima: Behälter für aufbereitetes Wasser. (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Weitere Wasserbehälter benötigt (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Behälter für aufbereitetes Wasser. (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Sichere Wasserentsorgung bleibt altes und neues Problem (Foto: TEPCO)

Auch wenn es am Wochenende in der Präfektur Fukushima zu einem Erdbeben gekommen war, bleibt die Führung von TEPCO weiterhin auf ihr derzeit größtes Problem konzentriert. Tatsächlich sind die Schwierigkeiten um die unterirdischen Lagertanks am AKW Fukushima aktuell längst noch nicht gelöst.

So verwundert es wenig, dass die Situation am AKW Fukushima heute weiterhin ein Thema für den Kraftwerksbetreiber bleibt, auch wenn sich schwere Naturkastrophen in anderen Teilen des Landes ebenfalls ereignen und nun möglicherweise eine weitere potentielle Gefahr ausgemacht werden konnte.

Einzelheiten zu den Fukushima News und weitere Meldungen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. April 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Verzögerung vor Transfer radioaktiv kontaminierten Wassers
  • IAEA-Untersuchung der Fukushima-Stillegungsmaßnahmen
  • Anstieg von radioaktivem Material bei Leckkontrollen an Lagertank festgestellt
  • Erdbeben erschüttert Präfektur Fukushima
  • Bislang unbekannte aktive Verwerfung hinter 6,3 Erdbeben vermutet
  • US-Außenminister gegen Chinas Senkaku-Provokationen

Verzögerung vor Transfer radioaktiv kontaminierten Wassers: Kraftwerksbetreiber TEPCO teilte am Sonntag zunächst mit, man habe den geplanten Transfer von radioaktiv kontaminiertem Wasser aus einem leckgeschlagenen Tank verschoben, da die Anbringung einer Rohrleitung und Kontrollen einer weiteren Leitung noch einige Tage benötige.

AKW Fukushima: Leckgeschlagene Pumpe an Lagertank Nr. 3 am 11. April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Leckgeschlagene Pumpe an Lagertank Nr. 3 am 11. April 2013 (Foto: TEPCO)

Am heutigen Montag wurde dann zumindest mit den Vorbereitungen begonnen, die eine Leerung der unterirdischen Lagertanks und eine Leitung des kontaminierten Wassers in oberirdische Behälter ermöglichen sollen. Die gesamte Umfüllung wird schätzungsweise bis Juni dauern.

Von besonderer Priorität ist dabei die Entleerung der Lagertanks Nr. 1 und Nr.2 da dort bereits große Lecks entdeckt worden waren. Zumindest dort sollen etwa im Zeitraum der so genannten „Goldenen Woche“ im Mai die Arbeiten feriggestellt sein.

Man begann mit dem Aufstellen von Ersatzpumpen und traf Vorkehrungen um das radioaktive Wasser aus Tank Nr. 2 in einen etwa 200 Meter entfernten oberirdischen Behälter pumpen zu können.

Insgesamt verfügt TEPCO über sieben unterirdische Lagertanks auf dem Gelände des AKW Fukushima Daiichi, von denen die Tanks Nr. 5 und Nr. 7 derzeit leer sind und nicht genutzt werden. Mit Stand vom Freitag enthielten die Behälter bis drei 6.000, 1.100 und 8.400 Kubikmeter Wasser, berichtete die Kyodo.

Neben den jetzt laufenden Vorbereitungen an Tank Nr. 2 hat man auch Pläne für die übrigen Tanks. So sollen aus Lagertank Nr. 1 insgesamt 1.400 Kubikmeter Wasser in einen oberirdischen Behälter und weitere 4.600 Kubikmeter in einen Tank der Filteranlage gepumpt werden.

IAEA-Untersuchung der Fukushima-Stilllegungsmaßnahmen: Am heutigen Montag begann ein Expertenteam mit einer einwöchigen Untersuchung der Vorgehensweise von TEPCO bei den Maßnahmen zur Stilllegung von Reaktoren am AKW Fukushima, für deren endgültige Abschaltung etwa 40 Jahre geplant sind.

Die 13 Experten der IAEA unter der Leitung von Juan Carlos Lentijo, lassen sich nun eine Woche von Vertretern des Kraftwerksbetreibers TEPCO und der Agency for Natural Resources and Energy (ANRE) über Fortschritte und Hindernisse bei den Arbeiten in Kenntnis setzen und werden die Anlage auch besichtigen.

Einen ersten Zwischenbericht will man bereits kommenden Montag der Regierung vorlegen. Ein weiterer Bericht soll erst einige Monate später folgen. Über den Untersuchungsbeginn der IAEA berichteten Kyodo, jiji und NHK.

Erdbeben erschüttert Präfektur Fukushima: Am Sonntag ereignete sich um 22:25 Uhr Ortszeit ein Erdbeben mit einer Magnitude von 5,2 vor der Küste der Präfektur Fukushima. Wie der Elektrizitätskonzern TEPCO mitteilte, gab es an den Kernkraftwerken Fukushima Daiichi (Fukushima Eins) und Fukushima Daini (Fukushima Zwei) weder Verletzte, noch Schäden. In Japans Hauptstadt Tokyo waren die Erschütterungen in deutlich abgeschwächter Form ebenfalls zu spüren.

Anstieg von radioaktivem Material bei Leckkontrollen an Lagertank festgestellt: Bei Untersuchungen die am Samstag an den Öffnungen der unterirdischen Lagertanks 1 bis 7 und somit an 14 Stellen durchgeführt worden waren, wurde an Lagertank Nr. 1 festgestellt, dass im Vergleich zu den Messergebnissen vom Vortag die Dichte an Betanuklide am nordöstlichen Messpunkt deutlich erhöht habe.

An den übrigen Messpunkten konnten keine signifikannten Änderungen festgestellt werden, teilte TEPCO mit.

Bislang unbekannte aktive Verwerfung hinter 6,3 Erdbeben vermutet: Das Erdbebenforschungskomitee der Regierung teilte am gestrigen Sonntag seine Einschätzung mit, bei der Ursache des starken Erdbebens, das sich am Tag zuvor ereignet habe, könnte es sich um eine bislang unbekannte aktive Verwerfung handeln.

Lage der Insel Awaji (Foto: pd)
Lage der Insel Awaji (Foto: pd)

Das Erdbeben vom Samstagmorgen hatte sich vor der Insel Awaji (Präf. Hyogo) ereignet und eine Magnitude von 6,3 aufgewiesen, was einem Wert von 6- auf der siebenstufigen japanischen Skala entspricht. Es handelt sich um die schwersten Erschütterungen in der Region seit dem Hanshin-Großbeben von 1995.

Tatsächlich ziehen die Experten laut Meldung der Kyodo sogar einen Zusammenhang mit dem Hanshin-Erdbeben in Betracht.

Die aktive Verwerfung verlaufe etwa zehn Kilometer in Nord-Süd-Richtung. Die Entdeckung sei nicht ungewöhnlich, da noch viele bislang nicht registrierte aktive Verwerfungen existieren, die an jedem denkbaren Ort zu Erdbeben der Stufe sechs führen könnten, erklärte der Vorsitzende des Komitees, Yoshimori Honkura, auf einer Pressekonferenz.

In den ersten 25 Stunden nach dem jüngsten Beben habe man 390 Nachbeben gemessen, von denen das Stärkste eine Magnitude von 3,8 aufwies. Der Bevölkerung wurde geraten, noch etwa eine Woche lang mit Nachbeben zu rechnen. Offiziellen Angaben zufolge waren bei dem Erdbeben am Samstagmorgen 25 Menschen verletzt und 1.930 Gebäude beschädigt worden.

Neue Atomkraftgegnergruppe in Tokyo: Am heutigen Montag wurde eine neue Organisation von Atomkraftgegnern ins Leben gerufen, die vor allem dazu dienen soll, Regierungseinrichtungen wie der Atomaufsicht Strategievorschläge und entsprechende Anträge vorzulegen.

Zu der Gruppe, welche die Situation in der Präfektur Fukushima verbessern will, gehören nicht nur besorgte Bürger, sondern unter anderem auch Hiroshi Yoshioka, stellvertretender Leiter der  Kyushu-Universität und früheres Mitglied des Fukushima-Untersuchungskomitees der Regierung. Über der Gründung der Organisation berichtete die jiji

US-Außenminister gegen Chinas Senkaku-Provokationen: Bei seinem Japanbesuch am Sonntag kritisierte US-Außenminister John Kerry das wiederholte Eindringen von chinesischen Schiffen in japanische Gewässer in der Nähe der Senkaku. Das bilaterale Sicherheitsabkommen mit Japan umfasse auch die Senkaku-Inselgruppe.

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