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Japan aktuell: Erneutes Leck in Entsalzungsanlage am AKW Fukushima

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Weiteres Wasserleck an Fukushima-Entsalzungsanlage am 12. Dezember 2011 (Foto: TEPCO)
Weiteres Wasserleck an Fukushima-Entsalzungsanlage am 12. Dezember 2011 (Foto: TEPCO)
Weiteres Wasserleck an Fukushima-Entsalzungsanlage am 12. Dezember 2011 (Foto: TEPCO)
Weiteres Wasserleck an Fukushima-Entsalzungsanlage am 12. Dezember 2011 (Foto: TEPCO)

Nachdem es zu Beginn der Woche innerhalb der Atomsicherheitsbehörde NISA Diskussionen darüber gegeben hatte, ob die Bedingungen des bis zum Jahresende geplanten kontrollierten „Cold Shutdown“ bereits erfüllt seien, wird nun im weiteren Verlauf der Woche eine entsprechende Bestätigung, oder zumindest eine Erklärung von der japanischen Regierung erwartet.Wie unkontrolliert die Lage jedoch weiterhin ist, zeigt ein erneutes Leck.

Japan hat neben den Ereignissen, die mit der Nuklearkrise von  Fukushima aktuell direkt zu tun haben, auch Probleme mit Ereignissen seiner Vergangenheit. Mehr zu diesem Thema und den Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. Dezember 2011.

Erneuter Wasseraustritt durch Leck: Die Probleme mit Wasserlecks scheinen nicht abzureissen. Insgesamt seien aus der gleichen Entsalzunganlage nochmals 30 Liter ausgetreten, berichtete die NHK  und führte weiter aus, die NISA habe den Betreiber des AKW Fukushima Daiichi, den Energiekonzern TEPCO gerügt und  vor einer weiteren Benutzung der Entsalzungseinheit gewarnt.

Das Unternehmen erklärte, durch das Festziehen eines nicht gänzlich geschlossenen Ventils habe man den Wasserfluss durch das Leck gestoppt. Das Wasser sei zudem nicht in die Umwelt gelangt. Es handelt sich damit bereits um den zweiten Zwischenfall an der Entsalzungseinheit in weniger als zehn Tagen.

In den Presseberichten von TEPCO liesst man derartige Ereignisse als Schilderung überlaufender Eimer. Am Montag seien aus einem etwa sieben Liter fassenden Behälter zirka drei Liter ausgelaufen und hätten eine Lache  mit einem Radius von einem Meter gebildet. Zu einem späteren Zeitpunkt sei dann eine Menge von etwa sieben Litern aus einem etwa 12 Liter fassenden Behältnis übergelaufen.

Regelungen für Beseitigung radioaktiven Niederschlags: Japans Umweltministerium gab heute bekannt, dass man Richtlinien und Vorgehensweisen bei der Beiseitigung radioaktiven Niederschlags erlassen habe. Die Regelung solle die Dekontaminations- und Aufräumarbeiten beschleunigen. Der Regelung zufolge, soll die Regierung in Gebieten die eine Belastung von 0,23 Mikrosievert oder mehr pro Stunde aufweisen, die entsprechenden Kosten übernehmen. Auch die Lagerung von Erdreich und Schutt die mehr als 8000 Becquerel pro Kilogramm auffallen, wird als Regierungsaufgabe festgelegt.

Bei Werten unterhalb dieser Werte sind die Präfekturen und örtlichen Verwaltungen für die entsprechenden Aufgaben verantwortlich. Kommende Woche will das Umweltministerium dann die Namen von mehr als 100 Gemeinden in der Region Tohoku und dem Gebiet um Tokyo nennen, in denen Arbeiten durcchgeführt werden müssen, berichtet die NHK

Einzelkämpfer bleibt in Geisterstadt der Sperrzone: Fukushima. Die ganze Sperrzone um das AKW ist geräumt. Die ganze Sperrzone? Nein nicht die ganze. In der Geisterstadt Tomioka hört ein Mann nicht damit auf, den Forderungen nach Evakuierung Widerstand zu leisten…

Der 52 Jahre alte Naoto Matsumura lebt dort, 12 Kilometer vom havrierten Kernkraftwerk – ohne Elektrizität, fliessendes Wasser, oder medizinische Versorgung –  und anstatt wie die anderen Einwohner den Ort zu verlassen, versorgt er Tiere, nachdem er dem Artikel der Mainichi Shimbun zufolge, die Zustände in den Auffanglagern nicht habe aushalten können.

Matsumura trägt kein Dosimeter und macht sich auch sonst keine Sorgen über die Auswirkung der Strahlung – Dr. Shunichi Yamashita, eine Experte für radioaktive Strahlung der gesagt hatte, nur Menschen „die unglücklich sind und zu wenig lachen“ seien von Radioaktivät bedroht, hätte womöglich eine wahre Freude an dem Mann aus Tomioka der sagt, er wolle so lang wie möglich dort bleiben wo er geboren und aufgewachsen ist.

Trostfrauen-Statue in Seoul sorgt für Spannungen: Südkoreanische Aktivisten haben in der Hauptstadt Seoul eine 1,2o Meter große Statue aus Bronze vor dem Gebäude der dortigen japanischen Botschaft aufgestellt. Sie stellt eine auf einem Stuhl sitzende junge Frau dar und soll an die, auf Japanisch euphemistisch „ianfu“ (Trostfrauen) genannten Armee-Prostituierten der japanischen Streitkräfte während des zweiten Weltkriegs erinnern.

Die von der koreanischen Gruppierung benutze Bezeichnung als „Friedensstatue“, neben der ein freier Stuhl steht, so dass Erinnerungsfotos gemacht werden können, ist jedoch fast ebenso beschönigend, denn dem politischen Frieden zwischen beiden Staaten wird diese Figur sicher nicht dienlich sein.

Die japanische Regierung will das unliebsame Denkmal, dass die Bürgergruppe anlässlich ihres  Tausendsten der seit 1992 stattfindenden Proteste aufstellte, entfernt wissen. Zuvor hatte Tokyo versucht die Aufstellung politisch zu verhindern, vermutlich aufgrund eines Urteils des koreanischen Verfassungsgerichts im August, welche das mangelnde Engagement von Südkoreas Führung zur Entschädigungsforderungen als „verfassungsfeindlich“ einstufte, ergriff die Regierung jedoch keine Maßnahmen.

Mit Junichiro Koizumi entschuldigte sich zwar 2001 erstmals ein japanischer Premierminister für das Leid der Frauen. Offizielle finanzielle Entschädigungsleistungen an die Betroffenen gibt es trotz mehrerer juristischer Klagen bis vor Japans obersten Gerichtshof bis heute nicht.

Nach Angabens von Japans Chefkabinettssekretär Osamu Fujimura werde man nun versuchen auf diplomatischem Weg die Entfernung der Statue vor dem Botschaftsgebäude zu erwirken. Die Duldung einer derart provokativen Aktion könnte die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Staaten belasten. Ungeachtet dieses Zwischenfalls will Südkoreas Präsident Lee Myung Bak am Samstag einen zweitägigen Besuch in Tokyo machen. Die Protestler fordern, er müsse dabei auch die Trostfrauen zum Thema machen.

Auch in Tokyo wurde am heutigen Mittwoch demonstriert, berichtet die Nachrichtenagentur jiji. Unterstützer der Aktion in Südkorea bildeten eine Menschenkette um das Hauptgebäude des Außenministeriums und forderten, Japan solle Verantwortung übernehmen. Als Gegenprotestanten fanden sich offenbar nationalistische Japaner ein, welche die Trostfrauen als Lügnerinnen bezeichneten. In welchem Umfang die Uyoku, Japans ultra-rechte Bewegung an den Gegenprotesten beteiligt war, ist uns nicht bekannt.

1 KOMMENTAR

  1. pfui, das mir mit den trostfrauen hatte ich wohl verdrängt ! in japan stimmt doch wirkich nichts !
    die leben mir eine informationspolitik für teletubbies vor. das schlimmste finde ich, das solche kulturen von gesichtsverlust sprechen. dabei haben die für mich nicht einmal einen kopf !

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