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Japan aktuell: Erste Ergebnisse bei Wasserstoff-Messungen in Fukushima-Reaktor 2

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Präfektur Fukushima: Radioaktives Kobalt im Boden nachgewiesen (Symbolbild: pd)
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Fukushima-Reaktor 2: Stickstoff-Einspeisung ergibt erste Messwerte (Grafik: pd)

Vom AKW Fukushima heute positive Meldung machen zu können, dürfte der Betreiberfirma TEPCO sehr entgegen kommen, hatten doch Fehlalarme und fragwürdige Pläne des Unternehmens zur Entsorgung von Grundwasser am AKW Fukushima aktuell wieder für Negativschlagzeilen gesorgt.

Dass die Anlage in Fukushima nicht das einzige Kernkraftwerk des Landes ist, das weiterhin problematisch bleibt, zeigen die gestrigen Informationen zum AKW Monju sowie heutige Meldungen zum AKW Tsuruga. Neben Fukushima News somit weitere interessante Themen, im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. Mai 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Erste Ergebnisse bei Wasserstoff-Tests in Fukushima-Reaktor 2
  • TEPCO reagiert auf Arbeitsunfall
  • Aktive Verwerfung unter AKW Tsuruga offiziell bestätigt
  • Hashimoto bleibt wegen Trostfrauen in der Kritik

Erste Ergebnisse bei Wasserstoff-Tests in Fukushima-Reaktor 2: Gestern berichteten wir an dieser Stelle über die Einspeisung von Stickstoff in Reaktor 1 der Anlage, um durch Messungen Informationen über die Menge und Konzentration des explosionsgefährdeten Stoffs im Gebäude zu erlangen.

Nun wurde bestätigt, das die Konzentration von Wasserstoff und dem Edelgas Krypton 85, offenbar die Tendenz hat zuzunehmen, wenn der Druck innerhalb des Sicherheitsbehälters  abnimmt. Dies wird darauf zurückgeführt, dass Wasserstoff und Krypton, die sich im oberen Bereich der Kondensationskammer ansammeln, durch den Rückflussverhinderer in den Sicherheitsbehälter gelangen.

Mit dem Beginn der Stickstoff-Einspeisung  in den oberen Bereich der Kondensationskammer wird versucht, mit Hilfe des Gaskontrollsystems, die bisher verbliebenen Mengen der beiden dort vorhandenen Stoffe in den Sicherheitsbehälter zu verdrängen und den Status der Konzentration zu überwachen.

TEPCO reagiert auf Arbeitsunfall: Am 24. April verletzte sich ein TEPCO-Angestellter, als er bei der Vorbereitung von Fässern in den Hauptkühlraum im zweiten Stock des Turbinengebäudes von Reaktor 1 am AKW Fukushima Daini, mit dem rechten Zeigefinger zwischen die Fässer geriet. In Folge war ein offener Bruch diagnostiziert worden (Spreadnews berichtete am 25. April 2013).

Krankentransporter am AKW Fukushima Daini während einer Übung (Foto: TEPCO)
Krankentransport am AKW Fukushima Daini während einer Übung (Foto: TEPCO)

Die im Anschluss an den Unfall durchgeführte Untersuchung der genauen Umstände ergab nun, dass die Ursache eine unzureichende Risikovorhersage bei den Vorbereitungen des Behältertransports und die Unterschätzung der Schwierigkeit der Aufgabe durch den Arbeiter war, da dieser die Arbeit zum ersten Mal durchführte.

Als Sicherheitsmaßahmen veranlasste TEPCO nun, dass potentielle Risiken in einem Treffen vor dem Beginn der Arbeiten erläutert, die Sicherheitsmaßnahmen allen beteiligten Arbeitern bewusst gemacht, und die besonderen Umstände bei der Handhabung schwerer Gegenstände verdeutlicht und geschult werden.

Erwägungen, derartige Arbeiten künftig grundsätzlich nur noch unter Einsatz von mindestens zwei Angestellten durchführen zu lassen, wird erwogen – könnte jedoch das immer wieder auftretende Problem mangelnder Arbeitskräfte noch fördern. Derartige Zwischenfälle zeigen auch, dass Unfälle nicht nur im AKW Fukushima Daiichi auftreten, sondern auch im Nachbarkraftwerk auftreten können.

Aktive Verwerfung unter AKW Tsuruga offiziell bestätigt: Ein Expertenausschuss der japanischen Atomaufsicht NRA kommt nach sechsmonatiger Untersuchung  in seinem Bericht zu dem Schluss, dass die Verwerfung D-1 unter Reaktor 2 des AKW Tsuruga (Präf. Fukui) als aktiv einzustufen ist. Es ist das erste Mal, dass ein NRA-Bericht zur Aktivität einer Verwerfung unter Reaktoren vorliegt.

Nach Angaben von Shunichi Tanaka, Vorsitzender der NRA wird unter Berücksichtigung dieser Einschätzung keine Genehmigung zum Neustart des fraglichen Reaktors erteilt. Tatsächlich scheint eine komplette Stilllegung des Reaktors wahrscheinlich, da der Reaktorbetrieb über derartigen Verwerfungen gesetzlich verboten ist.

Der offizielle Bericht der Experten wird der NRA am 22. Mai vorgelegt.

Der Betreiber, Japan Atomic Power, hatte die Existenz einer aktiven Verwerfung stets bestritten und wird seine eigenen Untersuchungen im Juni abschließen, um mit den Ergebnissen möglicherweise die Einschätzung anfechten zu  können. Über die aktuelle Expertenmeinung berichteten jiji, Asahi Shimbun und NHK.

Toru Hashimoto, Bürgermeister von Osaka im Jahr 2008 (Foto: pd)
Toru Hashimoto, Bürgermeister von Osaka im Jahr 2008 (Foto: pd)

Hashimoto bleibt wegen Trostfrauen in der Kritik: Die jüngste Äußerung von Toru Hashimoto, der erklärte hatte, die Zwangsprostitution der kaiserlich japanischen Armee während des Zweiten Weltkriegs sei notwendig gewesen, um den Soldaten eine Erholung ermöglichen zu können, bringt dem Politiker innen- wie außenpolitisch immer weiter Kritik ein.

Auch  sein Vorschlag, die jetzt in Japan stationierten US-Soldaten sollten auf das Angebot der japanischen Sex-Industrie zurückgreifen, um ihre sexuellen Bedürfnisse legal befriedigen zu können und um Vergewaltigungen vorzubeugen, brachte dem konservativen Politiker Proteste ein.

Spreadnews hatte bereits in der Vergangenheit über Diskussionen und Provokationen um die Frage der so genannten Trostfrauen berichtet.

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