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Japan aktuell: Erste Evakuierungsempfehlungen für Fukushima aufgehoben

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Bahnhof der Stadt Fukushima (Foto: kzarai, cc-by)
Fukushima Stadt: Bald schon mit weniger Flüchtlingen? (Foto: kzarai Lizent: cc-by)
Bahnhof der Stadt Fukushima (Foto: kzarai, cc-by)
Fukushima Stadt: Bald schon mit weniger Flüchtlingen? (Foto: kzarai Lizent: cc-by)

Die grüne Wasabi-Paste bereichert unter anderem fast jede Sushi-Platte, doch wer hätte gedacht, dass sie preisverdächtig ist? Tatsächlich haben zwei Japaner mit einem Wasabi-Alarm, dessen scharfer Geruch  schlafende oder gehörlose Menschen vor Bränden schützen soll  gewonnen – allerdings lediglich den Ig-Nobelpreis (auch bekannt als „Anti-Nobelpreis“) für Chemie.

Nicht ganz so lustig, doch immerhin freudig, dürften einige Menschen in Japan die nahende Aufhebung von Evakuierungsempfehlungen aufnehmen. Neben diesen positiven Fukushima News finden sich weitere Meldungen zur Situation nach den Naturkatastrophen und zu dem, was sich im Zusammenhang mit dem Atomunglück am AKW Fukushima aktuell noch ereignet hat im Spreadnews Japan-Ticker vom 30. September 2011.

Heutige Aufhebung der Evakuierungszone bestätigt: Wie Chefkabinettssekretär Osamu Fujimura bestätigte, soll die Evakuierungsempfehlung für die gesamte Ortschaft Hirono, sowie Teile der Städte Minamisoma und Tamura und die Ortschaften Naraha und Kawauchi, die sich alle im 20 bis 30 Kilometer Umkreis um das AKW Fukushima Daiichi befinden, heute aufgehoben werden.

Die offizielle Entscheidung soll am heutigen Abend bei einem Treffen der Arbeitsgruppe der Regierung zur Fukushimakrise gefällt werden. Goshi Hosono, Umweltminister und Verantwortlicher bei der Krisenbewältigung sagte, er strebe die schnellstmögliche Aufgebung der Evakuierungsempfehlung an, da diese persönliche Härten für die Bewohner der Gebiete darstellen würden, zudem würden durch die Aufhebung auch Arbeiten zur Wiederherstellung der Infrastruktur erleichtert, berichten NHK und Asahi Shimbun.

Erdbebensicherheit von Tsunamiwarten unbekannt: Einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge, kann die japanische Wetterbehörde keine Daten über die Erdbebensicherheit ihrer 102 Tsunami – Beobachtungsstationen angeben. Die für insgesamt 530 Millionen Yen gebauten Anlagen umfassen 78 Wetterwarten mit hydraulischen Sensoren um  große Tsunami zu messen, sowie 24 Stationen, die Gezeitenwellen mit Schall- und Radiowellen überwachen. Dabei gibt es keine Daten darüber, ob die Gebäude um angrenzende Anlagen wie etwa Kaimauern in der Lage sind, schweren Erdbeben standzuhalten. Entsprechende Anlagen müssten entweder verstärkt oder versetzt werden, wenn dies nicht der Fall ist.

Erdrutschrisikobereiche nicht gekennzeichnet: Untersuchungen ergaben, dass von insgesamt über 295.000 Gebieten, die gesetzlich als potentiell erdrutschgefährdend einzustufen sind etwa 62.000 und damit über 20 Prozent in 19 der 47 Präfekturen Japans nicht gekennzeichnet wurden.

In der Präfektur Wakayama, wo heftige Regenfälle durch einen Taifun zu Erdrutschen mit 74 Todesfällen geführt hatten, waren etwa 70 Prozent der gefährdeten Bereiche nicht berücksichtigt worden. Die größten Versäumnisse fanden sich in der Präfektur Saga. Hier waren  2.512 der 3.065 und damit 82 Prozent der kritischen Punkte nicht berücksichtigt worden.

Zu den Gründen für die Verzögerungen befragt, erklärten die Präfekturleitungen von Nara, Saga und Wakayama, es würde viel Zeit erfordern die Umstände mit den einzelnen Gemeindeverwaltungen und Einwohnern zu erörtern. Ein Vertreter der Präfektur Oita führte an, Einwohner hätten Angst, der Wert ihrer Grundstücke und Landflächen könne durch eine derartige Einstufung sinken.

Der japanische Rechnungshof forderte nun das Amt für Land, Infrastruktur, Transport und Tourismus, die den örtlichen Behörden finanzielle Mittel zur Durchführung von Tests zur Verfügung gestellte hatte dazu auf, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, jedoch nicht ohne darauf hinzuweisen, dass die Unterstützung in Höhe von 1,3 Milliarden Yen somit verschwendet war. Das melden Yomiuri Shimbun sowie die Mainichi Shimbun.

Regierung prüfte Atomanlagen als mögliches Terrorismusziel : Die Asahi Shimbun veröffentlichte einen Artikel, der auf einem geheimen Regierungsbericht zur möglichen Gefährdung vom Atomanlagen durch Terroristen aus dem Jahr 1997 beruht und offenbar seitdem keine Aktualisierung oder daraus folgende Maßnahmen erfahren hat.

Das Dokument war 1997 bei einem Treffen der Gesetzgeber, das vom japanischen Sicherheitsrat in der Residenz des damaligen Premierministers Ryutaro Hashimoto organisiert wurde vorgelegt und im Anschluss wieder eingesammelt worden.

Im Bericht wird auch die Möglichkeit analysiert, Terroristen könnten versuchen radioaktives Material zu stehlen, etwa durch Beschädigung von Leitungen oder Manipulationen am Reaktor.

Der Einschätzung zufolge sei es bereits aufgrund der soliden Bauweise sehr schwer für Außenstehende in die Anlagen einzudringen. Auch bei einer Beschädigung der Leitungen käme es nicht zu einem sofortigen Austritt radioaktiven Materials in die Umgebung, wenn die Rohe gtrennt würden und auch wenn Eindringlinge den Kontrollraum erreichten, könnten Reaktoren immer noch ferngelenkt abgeschaltet werden.

Atomkraftwerke werden im Allgemeinen von Sicherheitsfirmen bewacht, die bei der Entdeckung verdächtiger Personen die Polizei informieren. Sollte die Polizei mit dem Vorfall nicht zurecht kommen, können die Selbstverteidigungsstreitkräfte eingeschaltet werden.

Bei besagtem Treffen habe dem Bericht zufolge Fumio Kyuma, seinerzeit Generaldirektor des Verteidigungsministeriums erklärt, es sei notwendig die SDF schneller zu mobilisieren.  Der damalige Chefkabinettssekretär sagte gegenüber der Presse, dass an Kernkraftwerken besonders starke Schutzmaßnahmen getroffen worden seien.

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