Start Aktuelles Japan aktuell: Erste Untersuchung des Sicherheitsbehälters von Fukushima-Reaktor 1 abgeschlossen

Japan aktuell: Erste Untersuchung des Sicherheitsbehälters von Fukushima-Reaktor 1 abgeschlossen

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Fukushima-Reaktor 1: Boden des Sicherheitsbehälters am 11. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Boden des Sicherheitsbehälters am 11. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Boden des Sicherheitsbehälters am 11. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Boden des Sicherheitsbehälters am 11. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)

Am Wochenende ging die Untersuchung des Sicherheitsbehälters zu Ende und die am AKW Fukushima aktuell durchgeführten Maßnahmen sollen eine genauere Überwachung des fraglichen Reaktors ermöglichen.

Daneben gehören Berichte aus der gleichnamigen Präfektur Fukushima heute ebenso zu den Meldungen, wie Berichte zum Streit um die Senkaku-Inseln.

Auch zum Wochenbeginn somit wieder Fukushima News und weitere Neuigkeiten im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. Oktober 2012.

Unsere Themen zu Wochenbeginn:

  • Erste Untersuchungen an Fukushima-Sicherheitsbehälter abgeschlossen
    • Wasserprobe aus Sicherheitsbehälter von Reaktor 1 entnommen
    • Aufnahmen vom Boden des Sicherheitsbehälters
    • Installation von Messgeräten am Sicherheitsbehälter
  • Erstmals wieder  Fukushima-Rinder in die USA lieferbar
  • Literaturnobelpreisträger bei Protestkundgebung gegen AKW Oma
  • Tenno besucht Ortschaft in Nähe des AKW Fukushima
  • Forderung nach korrekter Nutzung von Aufbauhilfen
  • Politik im Senkaku-Konflikt
    • Japan setzt auf internationale Unterstützung
    • Japans Außenminister in Europa unterwegs
    • Premier Noda betont Bedeutung der SDF
    • Japan und USA wollen Insel-Rückeroberungsmanöver durchführen
    • Dokumente müssen offengelegt werden

Wasserprobe aus Sicherheitsbehälter von Reaktor 1: Wie geplant hat der Kraftwerksbetreiber TEPCO am Freitag eine 250 Milliliter-Probe des angesammelten Wassers im Sicherheitsbehälters von Fukushima-Reaktor 1 gewinnen können. Eine Analyse ergab folgende Werte:

  • Jod: Unterhalb des Nachweiswerts
  • Cäsium-134: 1,9 x 104 Becquerel pro Kubikzentimeter
  • Cäsium-137: 3,5 x 104 Bq/cm3

Damit enthält die Wasserprobe etwa 19.000 Becquerel an Cäsium-134 bzw. 35.000 Becquerel an Cäsium-137. Weitere Tests ergaben einen recht neutralen pH-Wert von 7,2 und eine Prüfung der elektrischen Leitfähigkeit lasse auf eine vergleichsweise geringe Konzentration an Verunreinigungen schließen.

Eine Wasserprobe, die bereits am 20. September in einem anderen Bereich des Reaktors gemacht worden war,  wies  Konzentrationen von 4,1 x 104 bzw. 7,4 x 104 auf. Die jetzt gemessene vergleichsweise geringe Menge legt nach Ansicht von TEPCO nahe, das keine großen Mengen der geschmolzenen Brennelemente aus dem Reaktorkern austreten.

Aufnahmen vom Boden des Sicherheitsbehälters: Eine visuelle Inspektion des Behälterbodens in Reaktor 1 zeigt nach Angaben von TEPCO keine bedeutenden Schäden an den Strukturen. Sichtbar sind jedoch die schuppenartigen Ablagerungen mit blauen Partikeln, bei denen es sich zumindest teilweise um gelöste Teile der einstigen Beschichtung handeln könnte.

Installation von Messgeräten am Sicherheitsbehälter: Mit der dauerhaften Anbringung von Messgeräten, die am Samstag durchgeführt wurde, ist der am Dienstag vergangener Woche begonnene Einsatz im Inneren des Sicherheitsbehälters von Reaktor 1 am AKW Fukushima Daiichi erfolgreich abgeschlossen worden.

Bei den Arbeiten die von 9:30 Uhr bis 11:30 Uhr andauerten, wurden Thermometer und Wasserstandsanzeiger im Sicherheitsbehälter angebracht. Ein erster Testlauf zur Datenerfassung zeigte keine Fehler und ergab um 13:00 erste Messwerte:

  • Wasserstand: 2,4 bis 3,2 Meter vom Boden des Reaktorsicherheitsbehälters (vorläufiger Wert)
  • Temperatur der Umgebungsluft: zwischen 34,1 und 35,1 Grad Celsius
  • Temperatur des angesammelten Wassers: etwa 37,0 bis 37,4 Grad Celsius

Die gleichzeitig mit externem Gerät gemessenen Werte der Thermometer ergaben etwa 34,4 bis 41,5 Grad Celsius. Nach Angaben von TEPCO bestünden nur geringe Unterschiede zwischen der gegenwärtig gemessenen und der vom Thermometer gezeigten Temperatur. Man werde die Werte des jetzt angebrachten Thermometers ständig überwachen.

Erstmals wieder  Fukushima-Rinder in die USA lieferbar: Drei Rinder, die am Sonntag, begleitet von einer traditionellen  Zeremonie, von einer landwirtschaftlichen Kooperative an Händler geliefert wurden, sind die ersten Tiere, die nach zweieinhalb Jahren Versandstopp wieder in die USA verkauft werden dürfen.

Japanisches Wagyu-Rind (Foto: Cgoodwin cc-by)
Fukushima-Rinder wieder für USA erlaubt (Abb. symbolisch Foto: Cgoodwin cc-by)

Für die Landwirte und Rinderzüchter der Präfektur Fukushima bedeutet der Verkauf einen ersten Hoffnungsschimmer. Das bereits im August aufgehobene Lieferverbot war 2010, wegen des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche im Süden Japans, erlassen worden.

Der Absatz in Japan war nach der Fukushima-Katastrophe trotz der Strahlungskontrollen zurückgegangen und die Preise für Fleisch aus der Präfektur liegen nach wie vor zwischen 70 und 80 Prozent unterhalb des ursprünglichen Werts vor dem Unglück, berichtet die NHK.

Literaturnobelpreisträger bei Protestkundgebung gegen AKW Oma: Am Samstag nahm der 77 Jahre alte Kenzaburo Oe, Literaturnobelpreisträger von 1994, an Protesten gegen den Weiterbau des AKW Oma (Präf. Aomori) teil.

Bei einer Veranstaltung im Hibiya Park in Tokyo sprach er zu 6.500 Personen und nannte die Entscheidung eine „Beleidigung für die Bevölkerung„.

Nach der Kundgebung im Park begaben sich die Demonstranten vor das Gebäude des TEPCO-Firmensitzes, sowie andere Stellen, um dort zu protestieren, berichtete die Asahi Shimbun am gestrigen Sonntag.

Tenno besucht Ortschaft in Nähe des AKW Fukushima: Am Samstag statteten der Tenno und seine Gemahlin die Ortschaft Kawauchi, die etwa 25 Kilometer vom Kernkraftwerk Fukushima Daiichi entfernt liegt. Bei dem Besuch ging es insbesondere darum, den Menschen in den Gebieten  um das AKW wieder Mut zuzusprechen.

Heisei Tenno Akihito am 17. April 2011 (Foto: pd)
Der Tenno im April 2011 (Foto: pd)

Neben der Besichtigung von Dekontaminationsarbeiten an 60 Gebäuden und anderen Orten, etwa durch das Fällen von Bäumen nahm daher insbesondere die Begegnung mit früheren Bewohnern ein. Obwohl der Evakuierungsstatus aufgehoben wurde, sind bislang lediglich 750 der einst 3.000 Einwohner zurückgekehrt.

Dabei trugen die kaiserlichen Besucher keine Schutzkleidung, da die Strahlungshöhe dort ausreichend gering sein soll. Der Tenno und seine Gemahlin sprachen mit 97 Personen, stellten Fragen zur Dekontamination und drückten ihr Mitgefühl für die schwierigen Umstände der Menschen dort aus.

Es ist der zweite Besuch in der Präfektur, seit der Katastrophen vom 11. März 2011. Im vergangenen Jahre hatte das Paar am 11. Mai die Städte Fukushima und Soma besucht. Hierüber berichteten etwa die NHK, die Asahi Shimbun und die Kyodo.

Forderung nach korrekter Nutzung von Aufbauhilfen: Goshi Hosono, Mitglied der Demokratischen Partei Japans (DPJ) forderte in einem gestrigen Fernsehinterview, die Regierung müsse felsenfeste Regelungen aufstellen, die eine Zweckentfremdung der Aufbauhilfen für Katastrophengebiete verbietet, berichtet die Mainichi Shimbun.

Hosono erklärte, die ursprünglich geplante gesetzliche Beschränkung des Gesetzes auf die Katastrophengebiete, die später verworfen worden war, müsse nun durchgesetzt werden, insbesondere da sich die übrigen Teile Japans bereits wirtschaftlich normalisiert hätten.

Der Forderung vorausgegangen waren neben den Ausgaben von Hilfsgeldern für den Walfang im Dezember 2011 zuletzt eine Entdeckung Anfang Oktober, als bekannt wurde, dass das Wirtschaftsministerium METI eine Kontaktlinsen-Fabrik in der Präfektur Gifu mit Geldern der „Wiederaufbausteuer“ unterstützt hatte, da sie Rohstoffe aus den Präfekturen Fukushima und Ibaraki erhalte.

Politik im Senkaku-Konflikt: Nach den Aufmerksamkeit heischenden Propaganda seiner Nachbarstaaten, ist Japan seinerseits aktiv geworden, wenn auch bislang weniger grobschlächtig als China und Korea. Die aktuellen Informationen jetzt im Überblick:

Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)
Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)

Japan setzt auf internationale Unterstützung: Während die Volksrepublik China, Taiwan und Südkorea in provokativen Zeitungsanzeigen bzw. Plakataktionen ihre Propaganda verbreiten wollen, setzt Japans Führung nun offenbar auf Kooperation mit internationalen Partnern, um Unterstützung für die eigene Position zu gewinnen.

Japans Außenminister in Europa unterwegs: Koichiro Gemba befindet sich seit heute auf einer sechstätigen Europareise, auf der er mit den Außenministern von Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusammentreffen will, um Unterstützung gegen die Senkaku-Forderungen von Japans Nachbarstaaten zu gewinnen.

Premier Noda betont Bedeutung der SDF: Bei einem Marine-Besuch hob Japans Premierminister Yoshihiko Noda die Bedeutung der Selbstverteidigungsstreitkräfte (SDF) hervor.

Die Sicherheitslage werde ernster seit jemals zuvor und bezog sich auf den Nachbarn Nordkorea. Auch bestünden Probleme im Bezug auf die Territorialität mit Nachbarstaaten.

Die SDF müsse auf alle Evantualitäten vorbereitet sein.

Japan und USA wollen Insel-Rückeroberungsmanöver durchführen: Die Übung zur Rückeroberung einer besetzten Insel ist die erste ihrer Art in Japan und soll vom 5. bis 16. November auf der Insel Irisunajima und den Nansei-Inseln durchgeführt werden. Sowohl ein japanischen Infantrieregiment aus Sasebo (Präf. Nagasaki) als auch eine Einheit der auf Okinawa stationierten US-Navy werden beteiligt sein.

Dokumente müssen offengelegt werden: Am Donnerstag wies ein Gericht in Tokyo das Außenministerium an, etwa 70 Prozent aller Dokumtente zu den Verhandlungen die zwischen 1951 und 1965 geführt wurden und zur Normalisierung der Beziehungen zu Südkorea führten, offenzulegen, sofern die nationale Sicherheit nicht gefährdet werde.

Insgesamt 268 Dokumente, einige davon mit Bezug zu den Takeshima, müssen nun veröffentlicht werden – damit ist einer Forderung von 11 Klägern, darunter Historikern, entsprochen worden, da die Geheimhaltung illegal sei.

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