Start Aktuelles Japan aktuell: Erstmals offiziell Reis außerhalb der Präfektur Fukushima über Grenzwert belastet

Japan aktuell: Erstmals offiziell Reis außerhalb der Präfektur Fukushima über Grenzwert belastet

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Reistrocknung nach Ernte in Kurihara, Präf. Miyagi (Foto: pd)
Reistrocknung nach Ernte in Kurihara, Präf. Miyagi (Foto: pd)
Reistrocknung nach Ernte in Kurihara, Präf. Miyagi (Foto: pd)
Reistrocknung nach Ernte in Kurihara, Präf. Miyagi (Foto: pd)

Wenn im Zusammenhang mit der radioaktiven Kontamination des AKW Fukushima heute von Reis berichtet wird, der außerhalb der Präfektur geerntet und dessen Belastung offiziell anerkannt wurde , so hat dies durchaus eine andere Qualität.

Doch unabhängig vom Standort verdeutlicht dies vor allem, dass die Risiken durch das AKW Fukushima aktuell bleiben.

Aus diesem Grund gibt es neben Meldungen zu Neustartbedingungen und Schutzmaßnahmen für AKW und Zivilbevölkerung heute auch Fukushima News und weitere Nachrichten, im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. Januar 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Erstmals Reis außerhalb von Fukushima kontaminiert
  • Reaktor-Sicherheitskontrollen benötigen vermutlich mehr Zeit
  • Pflegeeinrichtungen sollen sicherer gegen AKW-Katastrophen werden
  • TEPCO will Lüftungsfilter an AKW Kashiwazaki-Kariwa
  • Erdbeben erschüttert Präfektur Fukushima
  • Premier Abe mit offizieller Facebook-Seite
  • Ankündigung Chinas hält Senkaku-Streit aktuell
    • Mehr als zehn Flugzeuge nahe Japans Flugüberwachungszone
    • Japan verurteilt Chinas neuste Senkaku-Pläne
    • Japans Ex-Premier äußert sich kontrovers zu Nördlichen Territorien

Erstmals Reis außerhalb von Fukushima kontaminiert: Wie die Präfekturverwaltung Miyagi heute mitteilte, wurde in Reis aus Kurihara, der dort im vergangenen Jahr geerntet worden war, Belastungen mit radioaktivem Cäsium bis zu 240 Becquerel pro Kilogramm nachgewiesen.

Eine Reis-Rispe
Reis außerhalb der Präfektur Fukushima kontaminiert (Foto: pd)

Nach Angaben der jiji ist es das erste Mal, dass es bei Reis außerhalb der Präfektur Fukushima zu einer Überschreitung des Lebensmittelgrenzwerts von 100 Becquerel pro Kilogramm kommt.

Da das landwirtschaftliche Unternehmen nur für den Eigenbedarf produziert, gelangte der kontaminierte Reis nicht in den Handel, es bestehe daher auch keine Gefahr für die Verbraucher.

Dennoch forderte die Präfekturverwaltung auch von benachbarten Reisanbaubetrieben, ebenfalls einen freiwilligen Handelsstopp für ihre Produkte einzuhalten.

Reaktor-Sicherheitskontrollen benötigen vermutlich mehr Zeit: Auf einer Pressekonferenz stellte Shunichi Tanaka, Vorsitzender der japanischen Atomaufsicht NRA den Zeitplan für die Sicherheitskontrollen aller Atomreaktoren des Landes in Frage. Die von der Regierung anberaumten drei Jahre werden seiner Ansicht nach nicht ausreichen.

Zwar würden im Juli die neuen Sicherheitsstandards verabschiedet, jedoch müsse damit gerechnet werden, dass einige Kraftwerksbetreiber vor einem Antrag zur Prüfung eines Reaktor-Neustarts möglicherweise zunächst bauliche Nachbesserungen vornehmen müssten, um den neuen Standards zu entsprechen.

Da die Unternehmen aus diesem Grund ihre Anträge keineswegs gleichzeitig oder geordnet nacheinander einreichen würden, sei trotz aller Bemühungen der NRA eine Einhaltung der Prüfungsfristen für alle 50 derzeit ruhenden Reaktoren innerhalb von drei Jahren voraussichtlich nicht möglich, meldet etwa die Kyodo.

Pflegeeinrichtungen sollen sicherer gegen AKW-Katastrophen werden: Insgesamt 12 Milliarden Yen will das Kabinettsbüro an Mitteln bereit stellen, um Krankenhäuser und andere öffentliche Einrichtungen, die innerhalb eines Fünf-Kilometer-Radius um ein AKW liegen, sicherer zu machen und Dosimeter bereitstellen zu können.

Das berichtet die Yomiuri Shimbun und beruft sich dabei auf informierte Quellen. So sollen sowohl Krankenhäuser, als auch Senioren-Pflegeheime und Schulen durch bauliche Maßnahmen, wie den Einbau  luftdichter Fenster und Türen, sowie von Partikelfiltern in Lüftungen, vor dem Eindringen radioaktiven Materials geschützt werden.

Da die Katastrophenrichtlinien der NRA im Fall einer AKW-Katastrophe für die Fünf-Kilometer-Zone eine sofortige Evakuierung vorsieht, es im Zuge des Fukushima-Unglücks jedoch zu Todesfällen gekommen war, als bettlägerige Personen über große Distanzen evakuiert wurden, sollen diese Maßnahmen eine Alternative bieten.

Durch die Schaffung derart gesicherter Gebäude soll mehr Zeit für die Evakuierung von Patienten oder älteren Menschen geboten werden und dabei das gesundheitliche Risiko durch das radioaktive Material so gering wie möglich zu halten, bis die Personen sicher evakuiert werden können.

TEPCO will Lüftungsfilter an AKW Kashiwazaki-Kariwa: Eine Reihe von Kraftwerksbetreibern plant, an allen Kernkraftwerken filternde Notbelüftungen einzurichten, um im Falle einer Kernschmelze die Freisetzung an radioaktivem Material zu verringern. Nun will TEPCO mit seinem Kraftwerk in der Präfektur Niigata beginnen.

AKW Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)
Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)

Das Prinzip ist dabei vergleichsweise einfach: Bei einem Störfall wird der radioaktive Dampf, der zum Druckabbau aus dem Gebäude gelassen wird, in einen vier Meter breiten und acht Meter hohen Wassertank in der Nähe des Reaktors geleitet, in dem radioaktives Cäsium und Jod um einen Faktor bis zu 1.000 gesenkt werden könnte.

Nach Angaben der NHK sollen die Arbeiten am AKW Kashiwazaki-Kariwa in der kommenden Woche beginnen. Mit den Plänen zum Einbau der Filteranlagen kommen die Kraftwerksbetreiber der Atomaufsicht NRA zuvor, da erwartet wird, dass sich in den neuen Sicherheitsrichtlinien eine entsprechende Verpflichtung als Neustartbedingung finden wird.

Erdbeben erschüttert Präfektur Fukushima: Um 21:48 Uhr Ortszeit ereignete sich ein Erdbeben der Stärke 5,0 dass die Präfektur Fukushima und angrenzende Gebiete erschütterte. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgegeben.

Meldungen über Verletzte oder Schäden gab es zunächst ebenfalls nicht.

Premier Abe mit offizieller Facebook-Seite: Japans derzeitiger Premierminister Shinzo Abe präsentiert sich jetzt unter dem Benutzernamen „sourikantei“ (dem gekürzten Namen des Residenzgebäudes) auch offiziell im sozialen Netzwerk Facebook, nachdem er dort zuvor lediglich ein persönliches Profil gepflegt hatte.

Sein erstes Posting bestand aus dem Foto eines Daumens in der „Like“ (Gefällt mir) Geste und  einem Text, in dem er die Überwindung aller Schwierigkeiten beschwört, um  „2013 zu einem Jahr zu machen das uns allen gefällt“ – dabei nutzt er augenzwinkernd das japanische Äquivalent  „Ii ne!„, so dass man den Satz als „Jahr das wir alle ‚liken‘ können“ verstehen kann.

Das Profil weist, nachdem es gestern eröffnet wurde gegenwärtig 53.441 Likes auf (Stand 10. Januar um 13:05 MEZ).

Neue Provokationen Chinas im Luftraum halten Senkaku-Streit aktuell: Die jüngsten Aktionen Chinas und Ankündigungen der chinesischen Führung zeigen, dass das Thema noch immer von Bedeutung ist. Die aktuellen Meldungen zusammengefasst:

F-15-Kampfjets der japanischen Luftselbstverteidigungsstreitkräfte (Foto: pd)
F-15-Kampfjets der japanischen Luftselbstverteidigungsstreitkräfte (Foto: pd)

Mehr als zehn Flugzeuge nahe Japans Flugüberwachungszone: Das japanische Verteidigungsministerium teilte mit, dass am heutige Morgen mehr als zehn chinesische Regierungsflugzeuge, darunrter auch Militärmaschinen, nahe der japanischen „Air Defense Identification Zone“ (AIDZ) gesichtet wurden

Einige der Flugzeuge drangen in den Bereich ein, was zum Start von Abfangjägern der japanischer Luftselbstverteidigungsstreitkräfte (JASDF) führte. Die chinesischen Flugzeuge hätten die Zone allerdings schnell wieder verlassen.

Japan verurteilt Chinas neuste Senkaku-Pläne: Japan hat auf die Ankündigung der chinesischen Regierung, reguläre Patrouillenfahrten im Gebiet nahe der Senkaku durchführen zu wollen, kritisiert.

Japan werde weiterhin alle Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen nutzen, um das japanische Territorium der Senkaku-Inseln zu schützen, erklärte Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga.

Japans Ex-Premier äußert sich kontrovers zu Nördlichen Territorien: Ex-Premier Yoshiro Mori schlug in einer Fernsehsendung vor, sein Land solle nur drei der vier von Japan beanspruchten Kurilen-Inseln von Russland zurückfordern. Chefkabinettssekretär Suga lehnte diese Haltung entschieden ab.

Allerdings stellt die Lösung des Streits um die Nördlichen Territorien  auch die Grundlage für einen möglichen Friedensvertrag mit Russland dar. Zwischen der früheren Sowjetunion und Japan war kein Friedensvertrag geschlossen worden, so dass 67 Jahre nach dem Krieg formell lediglich Waffenstillstand besteht

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