Start Aktuelles Japan aktuell: Erstmals seit Fukushima-Katastrophe liefert Frankreich Brennelemente

Japan aktuell: Erstmals seit Fukushima-Katastrophe liefert Frankreich Brennelemente

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Trefoil: Radioaktivitäts-Warnsymbol
AKW Fukushima: Strahlung an Anlagengrenze übersteigt zulässigen Wert (Grafik: pd)
Trefoil: Radioaktivitäts-Warnsymbol
Frankreich liefert Brennelemente für Japans AKW (Grafik: pd)

Nach den technischen Problemen der vergangenen Tage, sind wir nun wieder für unsere Leser verfügbar und bitten die außerplanmäßige Unterbrechung unserer Berichterstattung zu entschuldigen.

Ab heute gibt es somit wie gewohnt Informationen darüber, was am AKW Fukushima aktuell geschieht.

Tatsächlich sind die Fukushima News wieder einmal vielseitig, geht es doch längst nicht nur um den Zustand der Kraftwerksanlage.

Die Lieferung französischer Brennelemente ist neben den Informationen zur Situation am AKW Fukushima heute eines der Themen – wie gewohnt im Spreadnews Japan-Ticker vom 18. Juli 2013.

Unsere heutige Themen:

  • Französische MOX-Brennelemente auf dem Weg nach Japan
  • Untersuchung im MSIV-Raum von Fukushima-Reaktor 2
  • IAEA inspiziert AKW Fukushima
  • Präfektur Yamagata verweigert Annahme von Fukushima-Erdreich

Französische MOX-Brennelemente auf dem Weg nach Japan: Erstmals seit der Fukushima-Katastrophe im März 2011 liefert das französische Unternehmen nun Brennelemente für Kernreaktoren nach Japan. Dabei handelt es sich um so genannte MOX-Brennstäbe – eine Mischung aus Plutonium und aufbereiteten Uranbrennstäben.

Gestern morgen wurden drei der jeweils sechs Meter langen Behälter auf ein Schiff verladen, bevor das Schiff dann am Nachmittag den Hafen von On the Cherbourg auf einer geheimen Route Richtung Japan verließ und dort frühestens in sechs Wochen ankommen soll. Hierüber berichteten jiji, Mainichi Shimbun und NHK.

Die Brennelemente aus der Anlage Melox wurden vom japanischen Elektrizitätskonzern Kansai Electric angefordert und sollen im AKW Takahama (Präf. Fukui) eingesetzt werden.  Allerdings ist die Anlage  wie fast alle anderen Reaktoren des Landes derzeit außer Betrieb. Lediglich zwei Reaktoren am AKW Oi liefern noch Energie.

Untersuchung im MSIV-Raum von Fukushim-Reaktor 2: Am Dienstag führte TEPCO zwischen 11:13 Uhr und 14:03 Uhr eine Kontrolle im MSIV-Raum von Reaktor 2 durch, bei der auch Strahlungsdaten erfasst wurden. Allerdings lieferte der Elektrizitätskonzern kein Videomaterial, sondern begleitete seinen Bericht lediglich mit einigen Fotos.

AKW Fukushima: Robotereinsatz im MSIV-Raum am 16. April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Robotereinsatz im MSIV-Raum am 16. April 2013 (Foto: TEPCO)

Zweck der Inspektion war es, Informationen für künftige Untersuchung des Sicherheitsbehälters zu sammeln und durch die Beurteilung von Strahlung und baulichem Zustand in der Nähe der Öffnung zum Sicherheitsbehälter, die Möglichkeit von Reparaturarbeiten besser einschätzen zu können.

Bei den Arbeiten wurden zwei Roboter – Quince 2 und Packbot – sowie 12 TEPCO-Angestellte und sechs Beschäftigte eines Partnerunternehmens eingesetzt. Die maximale Strahlungsbelastung der Arbeiter betrug 0,55 Millisievert. Die Roboter, die innerhalb des Gebäudes agierten, wiesen Belastungen von  5,7 Millisievert (Quince 2) bzw. 12,5 Millisievert (Packbot) auf.

Neben allgemeinen Daten wie der Temperatur von 19 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 58 Prozent fällt, vor allem die ungewöhnlich geringe Strahlungshöhe auf. Diese betrug lediglich 9,9 Millisievert pro Stunde. Auch sichtbare Schäden sind praktisch nicht zu sehen.

Der Zustand der gezeigten Strukturen scheint darauf hinzudeuten, dass dieser Bereich des Reaktors bei der Kernschmelze und deren Folgen offenbar praktisch nicht in seiner baulichen Substanz beeinflusst wurde.

IAEA inspiziert AKW Fukushima: Am gestrigen Mittwoch besuchte ein Team der Internationalen Atomaufsichtsbehörde (IAEA), die Anlage des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi, um sich einen Eindruck von den Stilllegungsarbeiten an den Reaktoren zu machen und die jüngsten Stromausfälle und Lecks von radioaktiv kontaminiertem Wasser zu untersuchen.

Team der IAEA besichtigt AKW Fukushima am 17. April 2013 (Foto: TEPCO)
Team der IAEA besichtigt AKW Fukushima am 17. April 2013 (Foto: TEPCO)

Im Gegensatz zur Reaktoruntersuchung wurde in diesem Fall sowohl fotografisches, als auch Videomaterial veröffentlicht.

Naomi Hirose, Präsident von TEPCO erklärte, er hoffe fachliche Hilfe aus dem Ausland könne dazu beitragen, jene Probleme, welche die Arbeiten zur Stilllegung der Reaktoren behinderen, schneller zu lösen. Zur Klärung des aktuellen Problems radioaktiver Abwässer hat die Regierung bereits einen Ausschuss beauftragt.

Präfektur Yamagata verweigert Annahme von Fukushima-Erdreich: Wie nun bekannt wurde, hat die Verwaltung der Präfektur Yamagata einen Bauunternehmen in Aizu-Wakamatsu (Präf. Fukushima) angewiesen, freiwillig auf die Einfuhr von Erdreich, das durch Bauarbeiten für die Unterbringung von Fukushima-Flüchtlingen dort entstanden war, zu verzichten.

Stadtverwaltung von Yamagata (Foto: pd)
Stadtverwaltung von Yamagata (Foto: pd)

Die Verwaltung von Yamagata hatte bereits zuvor zweimal auf die Übernahme von Erdreich aus Fukushima abgelehnt und führte als Grund die Besorgnis vor radioaktiver Belastung, sowie nachteilige Gerüchte in der Bevölkerung an.

Im März war im Erdreich, dass bei der Präfekturverwaltung Fukushima durch den Ankauf eines früheren Fabrikanlage eines Elektroteileherstellters in Aizu-Wakamatsu angefallen war, eine Strahlungsbelastung von 0,026 Milligramm Blau pro Liter Erde nachgewiesen worden, was mehr als das Doppelte des gesetzlichen Grenzwerts von 0,01 Milligramm darstellt.

Da in der Präfektur Fukushima keine geeigneten Lagerstätten für derartig belastetes Erdreich vorhanden sind, sollten etwa 150 Metrische Tonnen des Materials in die Stadt Yonezawa (Präf. Yamagata) transportiert werden – was von der Präfekturleitung jedoch abgelehnt worden war.

Minoru Saito, Stellvertretender Leiter der Abteilung für Umwelt und Energie der Präfektur Yamagata rechtfertigte auf einer gestern stattgefundenen Pressekonferenz die Entscheidung.

Anders als in den Präfekturen Iwate und Miyagi handele es sich bei diesem Erdreich um Material, dass Wiederaufbauarbeiten behindern könnte, so lange es nicht entsorgt ist. Daher werde man auch in Zukunft weiterhin derartige Anfragen ablehnen, berichtet die Mainichi Shimbun.

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