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Japan aktuell: Erstmals Untersuchungen in Fukushima Daini

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AKW Fukushima Daini in Japan. Foto: Tepco
AKW Fukushima Daini: Erstmals Untersuchungen in einem Sicherheitsbehälter. Foto: Tepco

Während sich TEPCO, Betreiber der AKW Fukushima, aktuell unglücklich über den jüngsten  Vergleich zeigt –  die Menge an freigesetztem Cäsium-137 überschreite die Werte der Atombombe von Hiroshima um das 168fache – und auf den Unterschied zwischen einem Unfall und einer Waffe verweist, gibt es aus den Anlagen von TEPCO weitere Fukushima News zu melden.

Diesmal geht es jedoch nicht wie bislang fast ausschließlich um das AKW Fukushima Daiichi (Fukushima 1) sondern auch um das AKW Fukushima Daini (Fukushima 2) und mehr dazu nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 29. August 2011.

Arbeiter betreten Sicherheitsbehälter von Fukushima Daini: Eine Gruppe von zehn Arbeitern hat am heutigen Montag die Untersuchungen im Sicherheitsbehälter von Reaktor 4 des AKW Fukushima Daini (Fukushima Zwei) aufgenommen.

Zu ihren Aufgaben zählt zunächst die Messung der dort vorhandenen Strahlung. Es ist das erste Mal seit dem Beginn der Krise überhaupt, dass ein Druckbehälter eines der beiden Fukushima-Kraftwerke betreten wird, so die Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo.

Alle vier Reaktoren befinden sich im sicheren Zustand des „Cold Shutdown“, der nun untersuchte Reaktor 4 war als erster der Anlage von Fukushima Daini, der nach dem Unfall das Kühlsystem wieder aufnahm und das bislang problemlos funktioniert. Untersuchungen der übrigen drei Reaktoren am Kernkraftwerks Fukushima Zwei, das sich rund 10km südlich des AKW Fukushima Daiichi befindet, sollen folgen.

Reislieferungen aus Fukushima laufen an: Die Sicherheitsüberprüfungen ergaben keine radioaktive Belastung, die oberhalb der zulässigen Grenzwerte liegen, so dass sowohl Reislieferungen aus der Stadt Koriyama (Ortsteil Kikuta) als auch in Aizubange (im Distrikt Kawanuma), alle in der Präfektur Fukushima gelegen, anliefen.

Bei dem Reis aus der Stadt Koriyama handelt es sich um die ersten  Lieferungen aus der Präfektur Fukushima seit Beginn der Krise. Tests an insgesamt 107 Orten innerhalb von 20 Gemeinden sollen die Sicherheit der Produkte sicherstellen. Die Marke Mizuhokogane aus Koriyama wurde Sicherheits – bescheinigt und wird ab Dienstagnachmitag an 20 Geschäfte in der Präfektur, darunter auch Supermärkte, geliefert werden.

Lediglich im Reis aus der Stadt Nihonmatsu (Ortsteil Odaira) sei eine geringfügige Belastung mit radioaktivem Cäsium in Höhe von 22 Becquerel pro Kilogramm festgestellt worden, dennoch wird die Auslieferung auch dort in Kürze beginnen, kann doch dieser Reis nach Auskunft der Präfekturleitung problemlos gegessen werden, da er den zulässigen Wert von 500 Becquerel pro Kilogramm deutlich unterschreitet. Meldungen über den Status der ersten Reislieferungen fanden sich in mehreren japanischen Medien.

Kein Cäsium in Meerwasser Nahe Reaktor 3: Erstmals seit Beginn der Krise ist im Meerwasser an der Küstenregion um den Reaktor 3 kein radioaktives Cäsium nachgewiesen worden. Auch am Wasserzulauf fand sich kein radioaktives Cäsium-134 oder Cäsium-137. Das meldet die NHK unter Berufung auf einen Bericht der Betreiberfirma TEPCO.

Zudem sind die Strahlungswerte nach Angaben des Unternehmens auch am Reaktor 2 im Vergleich zum Vortag ebenfalls gesunken, allerdings befinden sich die Cäsiumwerte immer noch über dem zulässigen Höchstwert.

Ursache für Explosion an Fukushima Reaktor 4: Messungen an den Filtern der Gasleitungen zwischen den Reaktoren 3 und 4 sind offenbar ein Beweis dafür, dass die Explosion von Reaktor 4 anders als zunächst vermutet, nicht durch Wasserstoffgase aus dem Gebäude, sondern die Knallgasverpuffung vielmehr durch den Zufluss von radioaktivem Dampf und Wasserstoff, entgegen der sonstigen Richtung, über die Leitungen aus dem Reaktor 3 erfolgte. Das meldet die Nachrichtenagentur Kyodo.

Naoto Kan bittet Präfektur Fukushima um Lagerung von radioaktivem Abfall: Der scheidende Ministerpräsident Naoto Kan bat in einem Gespräch am Samstag den Gouverneur der Präfektur Fukushima, Yuhei Sato um die Erlaubnis eine Anlage zur Aufbewahrung stark radioaktiven Bauschutts, sowie strahlender Trümmern und kontaminiertem Erdreich auf dem Gebiet der Präfektur errichten zu dürfen.

Kan betonte, es solle sich dabei keineswegs um ein Endlager handeln, sondern vielmehr als Übergangslösung dienen. Das berichten Yomiuri Shimbun und die Nachrichtenagentur Jiji.

Im Hinblick auf die Auflösung der bisherigen Evakuierungszone gab Naoto Kan zu bedenken, dass einige der Gebiete selbst bei Durchführung von Dekontaminationsarbeiten noch für sehr lange Zeit unbewohnbar bleiben würden.

Nicht nur Gouverneur Sato reagierte äußerst erstaunt und zurückhaltend auf dieses Anliegen, auch Einwohner der Städte Futaba und Okuma, die in unmittelbarer Nähe zum AKW Fukushima Daiichi leben, drückten ihren Ärger aus. Weder habe die Regierung dort bislang versucht zu dekontaminieren, zudem bereite der äußerst vage Ausdruck es beziehe sich auf „einige Gebiete“ den Einwohnern Sorge.

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