Start Aktuelles Japan aktuell: Evakuierung während Fukushima-Krise behinderte Kommunikation

Japan aktuell: Evakuierung während Fukushima-Krise behinderte Kommunikation

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Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Arbeiten an Kühlsystem des AKW Fukushima Daiichi (Symbolfoto: TEPCO)
Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Fukushima-Krise: Evakuierung behinderte Wiederherstellung der Kommunikation (Foto: TEPCO)

Jiroemon Kimura, der mit dem heutigen Tag nicht nur der älteste lebende Mensch, sondern auch der älteste Mann der Welt ist, blickt gelassen auf seine Vergangenheit.

Dagegen muss sich der Betreiber des AKW Fukushima heute erneut Mängel bei der Bewältigung der Krise im März 2011 vorwerfen lassen.

Unterdessen wird weiter um die Sicherheit von Japans Kernkraftwerken und einer küftigen Erlaubnis zum Neustart gerungen, so dass die Diskussion über eine weitere Nutzung der Atomenergie auch abseits der Situation am AKW Fukushima aktuell bleibt.

Einzelheiten zu den Fukushima News sowie den übrigen Themen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 28. Dezember 2012.

Unsere Meldungen zum Wochenende:

  • Probleme durch Evakuierung von Fukushima-Kommunikationsteam
  • Zweite Untersuchung am AKW Oi
  • AKW Hamaoka präsentiert Dammbau
  • China reagiert gereizt im Senkaku-Konflikt
    • China kritisiert japanische Abfangjäger
    • China zählte Senkaku noch 1950 zu Japan

Probleme durch Evakuierung von Fukushima-Kommunikationsteam: Angestellte die am Kommunikationssystem des Kraftwerks Fukushima Daiichi beschäftigt waren, evakuierten während der Akutphase der Krise im März 2011. Dies führte zu Problemen bei der Absprache zwischen dem Firmensitz in Tokyo und der Kraftwerksleitung.

Dies geht nach Angaben der jiji aus dem Material der Videokonferenzen hervor, die den Journalisten zugänglich gemacht worden waren. In den Tagen nach dem Erdbeben war es zu einem Ausfall des Systems gekommen, so dass kein Kontakt zur Firmenzentrale mehr bestand.

Die Aufnahmen zeigen, dass am Abend des 16. März 2011 die Zentrale die Mitteilung erhielt,  der Kontakt mit der Kraftwerksleitung sei abgebrochen. Ursache hierfür war, dass die Glasfaserkabel während Arbeiten zur Wiederherstellung der Versorgung einer Umspannstation an anderer Stelle der Präfektur versehentlich durchtrennt worden war.

Man sah sich am Kraftwerk jedoch außerstande das Problem schnell zu lösen, da das zuständige Kommunikationsteam bereits evakuiert wurde. TEPCO war bereits in der Vergangenheit für seine angeblichen Pläne, alle Arbeiter von der Anlage zu evakuieren, kritisiert worden, erklärt jedoch weiterhin, man habe ausreichend Arbeiter vor Ort gelassen.

Zweite Untersuchung am AKW Oi: Nachdem eine erste Kontrolle im November keine Einigung darüber erbrachte, ob Japans derzeit einziges aktives Kernkraftwerk in einem Bereich aktiver geologischer Verwerfungen steht, folgte am heutigen Freitag eine weitere Untersuchung.

Diese soll am morgigen Samstag fortgeführt werden, wobei der Betreiber Kansai Electric angewiesen wurde, den Bereich der untersuchten Struktur auf 100 Meter zu verdoppeln. Das Unternehmen selbst behauptet, die Merkmale wären das Resultat von Erdrutschen.

Wie die NHK mitteilte, will die Expertengruppe zum Anfang kommenden Jahres auf einem Treffen eine gemeinsame Einschätzung formulieren. Die Atomaufsicht NRA kündigte nach Angaben der Asahi Shimbun an, bei einer Einstufung als aktive Verwerfung werde man die Stilllegung des Kraftwerks fordern.

Für das AKW Tsuruga (Präf. Fukui) wird eine entsprechende Aufforderung erfolgen, da die dortigen geologischen Formationen von den Experten der NRA als aktiv klassifiziert wurden und der Betrieb von Atomanlagen in derartigen Bereichen gesetzlich verboten ist.

AKW Hamaoka präsentiert Dammbau: Um neuen Berechnungen über die mögliche Höhe eines Tsunami des erwarteten Nankai–Großbebens Rechnung zu tragen, hat Chubu Electric die Erhöhung und Verstärkung der Schutzanlagen am AKW Hamaoka (Präf. Shizuoka) veranlasst (Spreadnews berichtete am 21. Dezember 2012).

Der oberste Teil der Anlage wurde am gestrigen Tag für die Medien geöffnet, so dass deren Vertreter einen Blick aus 18 Metern Höhe werfen konnten. Im Rahmen der mehrere Milliarden Yen kostetenden Arbeiten will der Betreiber bis Dezember des kommenden Jahres die Anlage um vier Meter erhöhen.

China reagiert gereizt im Senkaku-Konflikt: China, dessen provokative Akte gegen den japanischen Nachbarn anhalten, wehrt sich nun gegen die Schutzmaßnahmen. Außerdem sieht es sich mit der Tatsache konfrontiert, das bis 1950 sogar chinesische Dokumente die Inselgruppe als Teil des japanischen Hoheitsgebiets bezeichneten. Die aktuellen Meldungen zusammengefasst.

Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)
Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)

China kritisiert japanische Abfangjäger: Vertreter von Chinas Militär und Meeresbehörde kritisieren, das Japan durch den Einsatz von Abfangjägern die normalen Aktivitäten in chinesischem Luftraum behindere und versuche, durch Militäreinsatz die Situation zu eskalieren. Japan habe die Verantwortung für mögliche Konsequenzen zu tragen.

Am 13. Dezember war erstmals eine Propellermaschine der chinesischen Meeresverwaltungsbehörde in japanischen Luftraum eingedrungen und in den vergangenen Tagen mehrfach in der  Nähe der Senkaku gesichtet worden, jedoch ohne erneut japanisches Hoheitsgebiet zu verletzten, worauf Japan mit Abfangjägern reagiert hatte.

China zählte Senkaku noch 1950 zu Japan: Ein von der jiji entdecktes chinesisches und auf den Mai 1950 datiertes diplomatisches Dokument, bezeichnet die Senkaku-Inseln als Teil der japanischen Ryukyu-Inselgruppe und nutzt dabei den japanischen Namen der Inseln an Stelle des heute in China gebrauchten „Diayou“.

Tatsächlich enthält das Schreiben Überlegungen, die Inseln aufgrund ihrer Nähe an Taiwan anzugliedern. Diese Ausführungen belegen, das China, anders als in der Propaganda behauptet, keineswegs die Inseln als „seit alter Zeit“ dem Land zugehörig betrachtete. China erklärte, dennoch an der jetzigen Auslegung festzuhalten.

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