Start Aktuelles Japan aktuell: Ex-AKW-Arbeiter in Präfektur Fukushima tot aufgefunden

Japan aktuell: Ex-AKW-Arbeiter in Präfektur Fukushima tot aufgefunden

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Außenansicht von Übergangshäusern (Foto: Copyright by Andreas Teichert/DTRG e.V.)
Außenansicht von Übergangshäusern (Foto: Copyright by Andreas Teichert/DTRG e.V.)
Außenansicht von Übergangshäusern (Foto: Copyright by Andreas Teichert/DTRG e.V.)
Ex-AKW-Arbeiter stirbt in Übergangshaus (Symbolfoto: Copyright by Andreas Teichert/DTRG e.V.)

Die Evakuierung vom früheren Wohnort stellt für die Bewohner der Präfektur Fukushima aktuell immer noch ein Problem dar.

Der Verlust des Arbeitsplatzes und der psychische Stress stellen eine erhebliche Belastung dar. Neben Suizid sterben viele evakuierte Personen auch ein Krankheiten, die sie zuvor nicht aufgewiesen hatten.

In den Fukushima News gibt es nun Informationen über den Tod eines früheren Kraftwerksangestellten.

Darüber hinaus ist auch die Kontamination von Fisch im Großraum Tokyo durch die Katastrophe von Fukushima heute ein Thema. Alle Meldungen nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 19. Februar 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Hohe Strahlungsbelastung bei Fisch aus Chiba
  • Früherer AKW-Arbeiter stirbt in Übergangshaus
  • Gemeinden gegen Bau des AKW Oma
  • Vulkangestein könnte Strahlungsschutz verbessern
  • Radarzwischenfall und Feiertagplanung belasten Beziehungen Japans
    • Japan will keine Radar-Daten veröffentlichen
    • Südkorea lehnt Takeshima-Tag ab

Früherer AKW-Arbeiter stirbt in Übergangshaus:  Wie jetzt bekannt wurde, entdeckte ein Nachbar bereits am Samstag die Leiche eines Mannes Mitte 50 in dessen Übergangshaus. Die Behausung war Teil eines 240 Einheiten umfassenden Komplexes in Nihonmatsu (Präf Fukushima).

Eingang eines Übergangshauses (Copyright: Andreas Teichert/DTRG e.V.)
Eingang eines Übergangshauses (Copyright: Andreas Teichert/DTRG e.V.)

Nach Angaben der Mainichi Shimbun hatte das Mitglied einer Nachbarschaftsvereinigung gegen 9:15 Uhr dem Wohnhaus des früheren Kraftwerksarbeiters aus Namie einen Besuch abgestattet.

Derartige Kontrollen werden durchgeführt, seit es in der Vergangenheit in Japan vermehrt Fälle von „einsamen Toden„, insbesondere unter Senioren gegeben hatte.

Nachdem der Arbeiter nicht öffnete, verschaffte sich der Mann mit einer Brechstange Zutritt, wo der Bewohner tot auf seinem Futon liegend vorgefunden wurde. Die genaue Todesursache wird untersucht, man geht jedoch vorerst nicht von einem Verbrechen aus. Als Todeszeitpunkt wird etwa 8:00 Uhr morgens genannt.

Der Todesfall stelle für die Mitglieder der Nachbarschaftsvereinigung einen Schock dar, da man ihn regelmäßig besucht und auf ihn geachtet habe, als er nicht mehr an den Treffen der Bewohner teilgenommen hatte, sondern es vorzog, alleine zu bleiben. Als Reaktion auf das Ereignis will man nun die Kontrollen und Kontaktsysteme verbessern.

Einer von drei Haushalten in dem Übergangshauskomplex ist ein Einpersonenhaushalt.

Hohe Strahlungsbelastung bei Fisch aus Chiba: Bei Wolfsbarsch, der  am Donnerstag vergangener Woche in Gewässern etwa 10 Kilometer vor der Stadt Choshi (Präf. Chiba) gefangen worden war, wurde eine Belastung mit radioaktivem Cäsium in Höhe von 130 Becquerel pro Kilogramm nachgewiesen.

Damit liegt dieser Wert nicht nur über dem Lebensmittelgrenzwert von 100 Becquerel pro Kilogramm, sondern es ist auch das erste Mal, dass in einem Hafen der Präfektur  schwer belasteter Fisch gefangen wurde. Das meldet die NHK. Choshi liegt fast 200 Kilometer südlich vom AKW Fukushima Daiichi und etwa 100 Kilometer von Tokyo entfernt.

Örtliche Fischereikooperativen hatten bereits im Dezember vergangenen Jahres freiwillig den Fischfang eingestellt, nachdem in Fisch vor Choshi bereits 60 Becquerel pro Kilogramm durch radioaktives Cäsium nachgewiesen worden waren.

Gemeinden gegen Bau des AKW Oma:  Die Stadtverwaltung von Hakodate und weiterer sechs Städte auf Japans nördlichster Halbinsel Hokkaido reichten heute bei der Regierung in Tokyo ein Schreiben ein, in dem sie einen Baustopp für das AKW Oma (Präf. Aomori) auf unbestimmte Zeit fordern.

Hakodate ist gerade einmal 23 Kilometer vom künftigen  Standort des Kernkraftwerks in der Ortschaft Oma entfernt. Wie die NHK berichtet, erwägt die Verwaltung von Hakodate sogar eine Klage einzureichen, um den Bau zu stoppen. Da nur die Tsugaru-Straße, eine Meerenge, Hakodate vom AKW-Standort trennt, seien die Einwohner besorgt.

Vulkangestein könnte Strahlungsschutz verbessern: Unter Leitung von Experten der Naturwissenschaftlichen Universität Tokio ist es Wissenschaftlern gelungen, durch die Verteilung von Brauneisenerz auf kontaminiertem Erdreich gelungen, die Strahlungshöhe des Bodens zu senken.

Der Vulkan Aso (Foto: pd)
Vulkan Aso: Er könnte Dekontamination erleichtern (Foto: pd)

Brauneisenerz oder Limonit wird zum Großteil am aktiven Vulkan Aso (Präf. Kumamoto) gesammelt. Da das Gestein einen hohen Eisenanteil hat, kann es ähnlich wie Bleiplatten zumindest Gammastrahlen blocken.

Im Feldversuch auf einem ein Quadratmeter großen Landstück in Inashiki (Präf. Ibaraki), konnte durch eine zwei Zentimeter dicke Schicht mindestens 60 Prozent der in die Umgebung abgegebenen Strahlung gedämmt werden, berichtet die Mainichi Shimbun.

Die Entdeckung könnte die Arbeit in Gebieten mit hoher Gammastrahlung vereinfachen, ohne deswegen gleich Erdschichten abtragen zu müssen.

Radarzwischenfall und Feiertagplanung belasten Beziehungen Japans: Die Spannungen mit China und Südkorea sind weiterhin Thema der Berichterstattung. Die neusten Meldungen nun zusammengefasst:

Japan will keine Radar-Daten veröffentlichen: Nach der Erfassung eines japanischen Zerstörers durch ein Waffenzielsystem eines chinesischen Schiffes hat sich Japan entschlossen, die erfassten Daten nicht zu veröffentlichen.

Als Grunde wurde angegeben, die Daten würden andernfalls Geheimdienstaktivitäten zur Erfassung chinesischer Bewegungen gefährden.

Südkorea lehnt Takeshima-Tag ab: Südkoreas Außenministerium erklärte heute, der Besuch von 18 Parlamentsmitgliedern bei der Veranstaltung sei unangebracht und das Event widerspreche dem tatsächlichen Verlauf der Geschichte. Eine südkoreanische Gruppe erwäg Protestaktionen für die  Feier in Shimane.

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