Start Aktuelles Japan aktuell: Experte hält zweite Kernschmelze im AKW Fukushima für wahrscheinlich

Japan aktuell: Experte hält zweite Kernschmelze im AKW Fukushima für wahrscheinlich

844
0
TEILEN
TEPCO: Modell eines Reaktor-Druckbehälters
Modell eines Reaktor-Druckbehälters (Foto: TEPCO)
TEPCO: Modell eines Reaktor-Druckbehälters
Fukushima Reaktor: Wie steht es wirklich um ihn? (Foto: TEPCO)

Tohoku Electric erhält nach Angaben der Nachrichtenagentur Jiji nun die von TEPCO erbetene Elektrizität und keiner der 70 Arbeiter von Subunternehmen die am AKW Fukushima tätig waren, wurde der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge einer Strahlungsdosis ausgesetzt, die über dem zugelassenen Höchstwert von 250 Milisievert liegt – doch damit enden auch die positiven Nachrichten die es aus dem Themengebiet um das AKW Fukushima aktuell zu vermelden gibt.

Tatsächlich sind es Umweltprobleme, Lebensmittelbelastung und neue Einschätzung zur Katastrophe vom 11. März welche die Fukushima News beherrschen. Genaueres nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 9. August 2011.

Friedenskranich-Recycling ein Problem: Spätestens seit der Geschichte des Mädchens Sadako Sasaki, die nach dem Bombenabwurf auf Hiroshima an Krebs erkrankte und fest daran glaubte, wenn sie 10.000 von ihnen falten würde habe sie einen Wunsch frei, jedoch zuvor verstarb, sind sie ein Symbol für den Wunsch nach Frieden geworden – die Origami-Kraniche.

Tatsächlich hat die Stadtverwaltung von  Hiroshima einem Bericht der Asahi Shimbun zufolge etwa 110 Millionen Papierkraniche aus Japan und der ganzen Welt gelagert – und ihr weiteres Schicksal ist unklar. Neun der diesjährigen Papierlampignons die auf dem Motoyasugawa schwimmen gelassen wurden, bestanden aus recycleten Kranichen. Eine weitere konstruktive Nutzung steht noch aus.

Experte hält zweite Kernschmelze für wahrscheinlich: Wie japanische Medien berichten, haben neue Untersuchungen eines Atomsicherheitsexperten nahe gelegt, das nach Ansicht des Experten wahrscheinlich in Reaktor 3 bereits eine zweite Kernschmelze stattfand, während der  sich radioaktives Material durch den Behälter gefressen und in die Druckschale gefallen war. Die Einleitung des Wassers reichte vermutlich deshalb nicht aus, weil der bereits aufgebaute Druck im Inneren einen Teil des einlaufenden Wassers verdrängte. Aus diesem Grund war es vermutlich unmöglich, den schmelzenden Reaktorkern entsprechend herunterzukühlen. Die Reaktion mit dem Beton des Containment Vessels habe dann Radioaktivität ins Freie dringen lassen.

Als Beleg führt Tanabe unter anderem auch den schwarzen Rauch an, der ein typisches Zeichen für eine Reaktion des geschmolzenen Reaktorkerns mit dem Beton des umgebenden Behälters. Diese Reaktion trete typischerweise dann auf, wenn die Kühlung des Kerns nicht  ausgereicht habe. Sollten sich die Untersuchungsergebnisse und Einschätzungen des Atomsicherheitsexperten Fumiya Tanabe bewahrheiten, dann müsste das Kühlkonzept überdacht werden, da man bislang von einer ausreichenden Kühlung ausgegangen war. Der gesamte Zeitplan könnte so durcheinander geraten.

TEPCO zieht diese Einschätzungen dagegen in Zweifel und geht davon aus, dass der schwarze Rauch durch brennendes Gummi oder Schmieröl entstanden sei und sich der Großteil des Coriums noch im Druckbehälter des Reaktors befindet. Als Beleg führt der Konzern an, dass sich Temperaturunterschiede messen lassen, je nachdem in welchem Umfang Kühlwasser eingeleitet wird.

Greenpeace meldet starke radioaktive Cäsiumbelastung in Fisch: Die Umweltschutzorganisation Greenpeace meldet, bei Fisch der Ende Juli im Hafen Onahama, 55km vom AKW Fukushima Daiichi entfernt gefangen worden war, habe man hohe Werte an radioaktivem Cäsium festgestellt. Der höchste gemessene Wert betrug 1053 Becquerel pro Kilogramm Fisch. Damit wird der zulässige Grenzwert von 500 Bq/kg überschritten. Bei den übrigen Proben, bei denen es sich um sechsstreifige Feilenfische handelte, betrugen die Wertezwischen  625 und 749 Bq/kg und damit ebenfalls über dem Limit.

Greenpeace fordert nun in einer Petition an Japans Premier Kan stärkere Kontrollen von Meeresprodukten sowie eine Kennzeichnungspflicht der Strahlenbelastung auf den Verpackungen, so die Mainichi Shimbun.

Dosimeter-Werte in Zweifel ziehen: Ein Professor der Universität Tokyo rät dazu, die angezeigten Werte von Dosimetern nicht sklavisch zu befolgen und tatsächlich zeigen Versuche sehr unterschiedliche Ergebnisse.

So überprüfte etwa eine Gruppe von 50 Privatpersonen aus der Region Tokatsu die ihre Messwerte miteinander abgleichen, einen Bereich, der in einem wöchentlich erscheinenden Magazin als „Hot Spot“ bezeichnet worden war mit unterschiedlichen Geräten – und erhielt unterschiedliche Messwerte, die jedoch alle unter dem Grenzwert lagen.

Technische Geräte können daher den Verbraucher beruhigen – ein Garant für die Sicherheit eines Gebiets, Gegenstands oder einer Person sind sie nicht. Das meldet die Yomiuri Shimbun.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here