Start Aktuelles Japan aktuell: Falsche Strahlungswerte durch mangelhafte Messgeräte

Japan aktuell: Falsche Strahlungswerte durch mangelhafte Messgeräte

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Präfektur Fukushima: Radioaktives Kobalt im Boden nachgewiesen (Symbolbild: pd)
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Dosimeter minderer Qualität mit falschen Messwerten

Wenig positives ist aus Japan zu melden. Zwar soll das Energiespargebot Freitag Nacht weitgehend aufgehoben werden, doch nicht allein das Einwohner Westjapans aufgrund neuer Regenfälle Angst vor Überschwemmungen haben, auch welche Auswirkungen das AKW Fukushima aktuell nach wie vor hat sind kein Grund zur Freude. Informationen zu diesen und anderen Punkten, sowie weitere Fukushima News nun im heutigen Spreadnews Japan-Ticker vom 9. September 2011.

Hohe Belastung teilweise auf Regen zurückzuführen: Die hohe Belastung in Gebieten nordwestlich des Kernkraftwerks Fukushima, sowie den Orten  Namie und Iitate sei auch auf den Regen nach dem Unglück zurückzuführen.

Am 15. März sei es in zwei Etappen zur Freisetzung von großer Mengen an Radioaktivität gekommen die sich dann in einer radioaktiven Wolke zunächst westwärts und dann Richtung Nordwesten bewegt hätte. Zwar sei die Konzentration in manchen Gebieten auch auf die geringe Windbewegung zurückzuführen, die radioaktive Substanzen nicht weiter großflächig verteilt hätten. Für die Bildung dieser besonders schwer belasteten Bereiche sei jedoch vor allem der Regen ursächlich gewesen, erklärt Hiromi Yamazawa, Professor für strahlungsbezogene Umweltsicherheit an der Universität Nagoya.

Untersuchungen belegt teils hohe Belastung von Fukushima-Einwohnern: Forschern der Universität Hirosaki zufolge sind Einwohner aus einem 30km Umkreis um das AKW Fukushima Daiichi im Zeitraum von zwei Monaten zwischen Beginn der Krise und der Evakuierung einer Dosis von bis zu 50 Milisievert ausgesetzt gewesen. Das berichtet die Asahi Shimbun in einem Artikel.

Sofern man die Belastung hinzurechnet, der sie nach der Evakuierung ausgesetzt waren, könne man in einigen Fällen von 68 Milisievert ausgehen.

Zum Vergleich: Die jährliche Höchstdosis der ein Normalbürger ausgesetzt sein darf, beläuft sich auf 1 Milisievert, bei männlichen Arbeitern mit Bezug zur Radioaktivität während ihrer Tätigkeit, sind es 50 Milisievert. Die geplante Evakuzierungszone war für Gebiete mit Belastungen von mehr als 20 Milisievert pro Jahr angesetzt worden.

Akogi, Teil der Ortschaft Namie gehört zu den besonders schwer belasteten Stellen. Wären die Anwohner länger als die zwei Monate bis zur Evakuierung dort geblieben, hätten sie Belastungen bis zu 190 Milisievert pro Jahr erlitten.

Mitte April durchgeführte Messungen der in der Luft enthaltenen Radioaktivität an 1623 Orten, alle mehr als 20km nordwestlich des AKW Fukushima gelegen, stellten im Gebiet von Koakuto innerhalb des Gebietes von Akogi Strahlungswerte von 32 Mikrosievert pro Stunde fest. Ausgehend von einem täglichen achtstündigen Aufenthalt außer Haus, hätte sich einer jährliche Belastung von 190 Milisievert pro Jahr ergeben.

Als die Krise am Kernkraftwerk aufflammte, lebten rund 360 Menschen in Akogi, davon 2o innerhalb von Koakuto.

Billige Strahlungsmessgeräte in Großraum Tokyo eingesetzt: Eine Verbraucherschutzorganisation hat neun Gerätetypen die vermutlich in China hergestellt wurden getestet und kommt zu dem Schluss, dass die Umgebungsradioaktivität bis zu vier mal höher angegeben wird, während geringe Werte, wie sie etwa in Nahrungsmitteln vorkommen gar nicht erfasst werden.

Die Mainichi Shimbun fragte bei der Verwaltung des Großŕaums Tokyo nach, die insgesamt 70 der offensichtlich mangelhaften Geräte gekauft und zwei davon an örtliche Stellen weitergegeben um atmosphärische Radioaktivität zu messen, wie man mit den ungenauen Geräten umgehe. Ein Vertreter der Abteilung für Umwelt und Hygiene teilte mit, man gebe diese Geräte an örtliche Verwaltungen heraus, mit dem Hinweis, sie seien lediglich für Messungen der einfachsten Art geeignet. 

Industrieminister entschuldigt sich für Geisterstadt-Vergleich:  Nach seiner gemeinsamen Besichtigung der Gebiete um das AKW Fukushima mit Premierminister Noda, äußerte sich Industrieminister Hachiro dazu in einer Pressekonferenz am Morgen – und musste sich nun dafür entschuldigen.

„Es ist traurig sagen zu müssen, dass es sich sogar bei den Mittelpunkten von Städten, Gemeinden und Dörfern um Geisterstädte handelt, in denen man keine Menschenseele sieht“ hatte er in Hinblick auf die evakuierten Gebiete bemerkt.

Nachdem Premierminister Noda ihn darauf hingewiesen hatte, es habe sich um eine unangemessene Bemerkung gehandelt, entschuldigte er sich in einer Pressekonferenz am Nachmittag. Seine Bemerkung sei „unangemessen“ da sie die Gefühle von Menschen in den Katastrophengebieten verletzten könne, „ich ziehe mein Statement zurück und entschuldige mich aufrichtig dafür“, so die Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo.

Noda verspricht Wiederaufbau der Taifungebiete: Bei einem Treffen mit Yoshinobu Nisaka, Gouverneur der Präfektur Wakayama, versicherte er diesem, die Regierung unternehme alle Anstrengungen zu Rettung und Wiederaufbau. Bereits im laufenden Geschäftsjahr werde man auch Finanzmittel als Teil des Sonderbudgets für den Wiederaufbau bereitstellen, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo.

Diese berichtet auch von der Bewunderung des Premiers für den Bürgermeister von Nachikatsuura,  Shinichi Teramoto, der trotz des persönlichen Verlustes durch den Tod seiner Tochter, weiter die Hilfe für Einwohner leitet. „Sie sind so, wie ein Führer sein sollte“ sagte Noda.

Areva: Noch keine Gespräche zum Wiederaufbereitungs-Angebot: Luc Oursel Geschäftsführer des französischen Konzerns Areva, der auch einen Teil der Kühlanlage am AKW Fukushima zur Verfügung gestellt hat, erklärte bei seinem ersten Treffen in Tokyo in dieser Position, man sei bereit dazu auf Anfragen aller Art aus Japan zu antworten.

Allerdings habe es nach seiner Aussage noch keine konkreten Gespräche  hierzu gegeben, das Angebot sei vom französischen Premierminister Francois Fillon während eines Treffens der G-8 im Mai diesen Jahres gemacht worden. Das berichten die Nachrichtenagentur jiji, sowie die Asahi Shimbun

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