Start Aktuelles Japan aktuell: Fast eine Million Fukushima-Dokumente sollen online gehen

Japan aktuell: Fast eine Million Fukushima-Dokumente sollen online gehen

1344
0
TEILEN
Symbol: Dokument auf Computer (Grafik: pd)
Pläne zur Digitalisierung von Fukushima-Dokumenten (Grafik: pd)
Symbol: Dokument auf Computer (Grafik: pd)
Pläne zur Digitalisierung von Fukushima-Dokumenten (Grafik: pd)

Nordkorea hat trotz internationaler Proteste einen Atomwaffentest durchgeführt, der von Japans Regierung als völlig inakzeptables Vorgehen bezeichnet wurde. Ob die vom Betreiber des AKW Fukushima heute vorgebrachte Entschuldigung für die Inspektionsverhinderung akzeptiert werden kann, muss noch ermittelt werden.

Doch die heutigen Fukushima News gehen noch darüber hinaus, wurde doch nun eine Meldung über die geplante Digitalisierung von fast einer Million an Dokumenten zur Krise in Fukushima aktuell.

Diese und weitere Neuigkeiten jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 12. Februar 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • 900.000 Fukushima-Dokumente sollen online gehen
  • TEPCO-Entschuldigung für Inspektionsverhinderungen
  • Polizisten suchen nach Vermissten der Tohoku-Katastrophen
  • Arbeiten an Kiefern-Denkmal beginnen
  • Erste Anerkennung im Senkaku-Radarzwischenfall
    USA glaubt Japans Angaben

900.000 Fukushima-Dokumente sollen online gehen: Die Atomaufsicht NRA plant, insgesamt 900.000 Seiten an Dokumenten mit Bezug zur Fukushima-Krise zu digitalisieren und in etwa zwei Jahren im Internet zu veröffentlichen.

Das Material besteht aus Akten, Notizen und Vermerken die teilweise nicht thematisch abgeheftet, sondern ohne jede Sortierung in Kisten gestopft worden waren. Einige sind lediglich handgekritzelte Zettel, was die Eile während der Krise belege.

Die Sortierung und Digitalisierung des Materials aus den ersten 12 Monaten nach Ausbruch der Krise, zu dem Strahlungsmessergebnisse, Evakuierungspläne und Einzelheiten zur Verstrahlung von Personen zählen, von denen ein Teil noch nie zuvor veröffentlicht wurde, ist ein zeitaufwändiger Vorgang, da alle Dokumente einzeln eingescannt werden müssen.

Die Texte stammen aus verschiedenen Ministerien und Abteilungen, darunter die frühere Atomaufsicht NISA, einem Katastrophenbüro der Regierung in der Stadt Fukushima und dem Notfallschutzzentrum des Industrie- und Wirtschaftsministeriums in Tokyo.

TEPCO-Dokumente werden sich dort nicht finden, da es sich bei dem Unternehmen um keine Regierungseinrichtung handelt und auch einige Dokumente die gesondert von Regierungsstellen, wie dem Büro des Premierministers zusammengestellt wurden, werden nicht verfügbar sein.

Zu einem späteren Zeitpunkt soll jedoch, abhängig von der Kooperationsbereitschaft der Unternehmen und Behörden auch dieses Material zumindest teilweise veröffentlicht werden.

Vor der Veröffentlichung im Internet wird dann geprüft werden, ob Teile aus Gründen der Privatsphäre von Personen möglicherweise von der Veröffentlichung ausgenommen werden müssen. Das online gestellte Material kann dann von jedermann eingesehen und anhand von Stichworten durchsucht werden, berichtet die Yomiuri Shimbun.

TEPCO-Entschuldigung für Inspektionsverhinderungen: Am heutigen Dienstag entschuldigte sich TEPCO-Präsident Naomi Hirose vor dem Haushaltsausschuss des Unterhauses für die Falschinformation, die im Februar 2012 eine Inspektion von Fukushima-Reaktor 1 verhindert hatte.

Im Gebäude von Fukushima-Reaktor 1 am 18. Oktober 2011 (Video: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Irreführende Bilder vom 18. Oktober 2011 (Video: TEPCO)

Gleichzeitig machte er den Leiter von TEPCOs interner Abteilung für Unternehmensplanung, Toshimitsu Tamai, zum Alleinverantwortlichen.

Dieser hatte den Mitgliedern des parlamentarischen Fukushima-Untersuchungsausschusses vom Zutritt zu Reaktor 1 abgeraten, da es dort „stockfinster“ sei, und zum Beleg Foto- und Videomaterial vorgelegt.

Diese Äußerung sei nicht mit seinen Vorgesetzen abgesprochen worden, so dass die Unternehmensführung nie die Anweisung gegeben habe, eine derartigen Falschaussage zu machen. TEPCO-Präsident Hirose erklärte, das Unternehmen werde bei künftigen Untersuchungen vollständig kooperieren und plane, unabhängige Experten in seinen Untersuchungs-Ausschuss zu übernehmen.

Kiyomi Tsujimoto, Mitglied der Oppositionspartei DPJ führte die Befragung des TEPCO-Präsidenten durch und machte deutlich, es müsse einen hochgradig unabhängiger Ausschuss mit der Aufklärung der Falschaussauge betraut werden.

Der Vorsitzende von Japans Atomsicherheitsbehörde NRA, Shunichi Tanaka, erklärte gegenüber dem Haushaltsausschuss, seine Behörde plane so schnell wie möglich eine sachgerechte Untersuchung von Reaktor 1 durchführen, dies sei jedoch in der Tat schwierig, da die Strahlungswerte dort nach wie vor hoch  sind.

Über die Befragung zur Falschaussage berichteten die Kyodo und die Asahi Shimbun.

Polizisten suchen nach Vermissten der Tohoku-Katastrophen: Am gestrigen Montag und damit genau einen Monat vor dem zweiten Jahrestag der Naturkatastrophen vom 11. März 2011, suchten etwa 100 Polizeibeamte in der Präfektur Miyagi nach den Überresten der Vermissten.

Alleine in der Präfektur Miyagi gelten 1.314 Personen nach wie vor als vermisst. Die Präfektur Miyagi gehört neben Fukushima und Iwate zu den drei am schwersten getroffenen Präfekturen. Nach Angaben der NHK suchten acht Polizeibeamte und Mitarbeiter örtlicher Stellen in Minamisanriku erstmals eine unbewohnte Insel.

Die Suche erscheint den Behörden deshalb sinnvoll, da im vergangenen September auf einer weiteren unbewohnten Insel bereits Überreste eines Vermissten entdeckt worden waren. Eine Identifikation der Opfer soll dann über möglicherweise noch vorhandene persönliche Gegenstände, oder gerichtsmedizinische Methoden erfolgen.

Arbeiten an Kiefern-Denkmal beginnen: Arbeiter begannen heute in Rikuzentakata damit, das Fundament für das künftige Denkmal vorzubereiten. Die Pinie hatte als einziger Baum eines ganzen Waldes dem Tsunami vom März 2011 getrotz, jedoch später aufgrund der Schäden durch das salzhaltige Meerwasser abgestorben.

Wundersame einsame Kiefer der Hoffnung (Foto: Jacob Ehnmark cc-by)
Wundersame Kiefer der Hoffnung (Foto: Jacob Ehnmark cc-by)

Der Baum war im Anschluss in mehrere Teile zerlegt worden, um ihn aufwändigen Konservierungsmaßnahmen zu unterziehen Die jetzt begonnenen Arbeiten, bei denen eine Halterung aus Metall für den Baum angebracht wurde, sollen frühestens nächste Woche fertigen, wenn der zusätzliche Beton über das Fundament gegossen und ausgehärtet wird.

Die übrigen Bestandteile des Baumes – die Teile des Stamms, sowie den Nachbildungen von Ästen und Blättern – sollen vor dem 5. März angebracht werden, da nach Angaben der jiji in diesem Zeitraum die symbolische Wiederbelebung des Baums erfolgen soll.

Erste Anerkennung im Senkaku-Radarzwischenfall: Die von Japan vorgebrachten Argumente zum Radarzwischenfall haben bereits eine erste Regierung überzeugt, wie die Akzeptanz durch weitere Nationen aussieht bleibt abzuwarten.

USA glaubt Japans Angaben: Die US-Regierung erklärte, sie vertraue den Angaben seines Verbündeten Japan im Bezug auf das Manöver eines Waffenzielsystems einer chinesischen Fregatte gegen einen japanischen Zerstörer.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here