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Japan aktuell: Fehler an Notfall-Dieselgenerator des AKW Fukushima

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Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Fehler an Notfallgenerator (Symbolfoto: TEPCO)

Wenn vom AKW Fukushima heute ein Fehler an einer Notfallvorrichtung gemeldet wird, dann ist das für eine Einrichtung, an der jederzeit mit einem gravierenden Zwischenfall gerechnet werden muss, alles andere als beruhigend.

Ruhig blieb es aber auch für den Betreiber der Anlage in Fukushima aktuell nicht, ist doch der Widerstand gegen einen Neustartplan gewachsen.

Detaillierte Fukushima News und sonstige Meldungen, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 5. Juli 2013.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Fehler an Fukushima-Notfallgenerator
  • Scharfe Kritik an TEPCO während Niigata-Besuch
  • Neuartige Möglichkeiten zum Flutschutz
  • JAEA stellt mobile Strahlungslabors vor

Fehler an Fukushima-Notfallgenerator: Am heutigen Freitag entdeckte ein TEPCO-Angestellter während seiner Nachtschicht gegen 3:45 Uhr, dass eine Anzeige auf einen Fehler im Stand-by System eines Dieselgenerators hinwies.

Es handelt sich dabei um ein Lämpchen das anzeigt, dass sich der Dieselgenerator nicht im Stand-by-Betrieb befindet. Der zweite der beiden Dieselgeneratoren blieb dagegen wie vorgeschrieben im Stand-by Modus.

Eine später durchgeführte Untersuchung ergab gegen 5:59 Uhr, dass die Ursache für die irrtümliche Anzeige des Ausfalls auf einen Fehler im Schaltkreis zurückzuführen sei, der die Position eines Hebels am Hauptbehälter des Generators bestimmt, dessen Aufgabe es ist, den Zufluss von Treibstoff in einen Generator zu stoppen.

Man habe nun den Schaltkreis vorerst entfernt, die Standby-Anzeige ist nun aus und der Hebel befindet sich in der Standardposition.

Scharfe Kritik an TEPCO während Niigata-Besuch: Offiziell sprach Naomi Hirose, Präsident des Energiekonzerns TEPCO am Freitag nach einem Besuch der Präfektur Niigata davon, man habe zu einem gewissen Maße eine Einvernehmlichkeit erreicht. Dies sah Hiroshi Aida, Bürgermeister von Kashiwazaki ganz offensichtlich anders.

Bürgermeister Aida erklärte vielmehr, ein derartiges Vorgehen könne einer vertrauensvollen Beziehung schaden.

Auch der Gouverneur der Präfektur Niigata stellte den TEPCO-Präsidenten in einem anschließenden Gespräch vielmehr zu Rede, als er ihn fragte, wieso sich das Unternehmen dazu entschlossen habe, einen Antrag auf Neustart des AKW Kashiwazaki-Kariwa einzureichen, ohne auf die Besorgnisse der Einwohner einzugehen.

Die Entscheidungsfindung ohne Rücksprache mit den Gemeinden sei bedauerlich.

TEPCO-Präsident Hirose räumte ein, sein Unternehmen wäre besser beraten gewesen, hätte man den Einwohnern die Situation erläutert. Über die Differenzen berichteten Kyodo, Asahi Shimbun und NHK.

Neuartige Möglichkeiten zum Flutschutz: Die Bilder von freiwilligen Helfern, die in den deutschen Flutgebieten 2013 um die Dämme kämpften und dabei schwere Sandsäcke stemmten, dürften noch jedem Leser präsent sein. Entwicklungen japanischer Unternehmen könnten derartige Hilfsaktionen erleichtern.

Sandsäcke (Foto: Andrea Booher/FEMA)
Japan bietet Alternativen zu alten Sandsäcken (Foto: Andrea Booher/FEMA)

So verkauft die Keystone Co. ein Unternehmen, dass auf die Herstellung von Notfallgütern spezialisiert sind, den so genannten Dashbag.

Dieser High-Tech-Sandsack ist mit Polymeren gefüllt, die gerade einmal ein Gewicht von 400 Gramm aufweisen.

Sobald sie jedoch Wasser aufnehmen, wie dies beim Dammbau geschieht, quillt die Substanz von auf und das Gewicht steigt auf 15 Kilogramm, so dass der Sandsack zum Dammbau geeignet ist.

Seit den Tohoku-Katastrophen ist es ein häufig angefragtes Produkt, das nicht nur von örtlichen Behörden, sondern auch von kleinen Unternehmen und Privatbürgern in Anspruch genommen wird.

Ein anderes Angebot stammt von Mitsubishi Plastics Inftratec Co. Das Unternehmen stellt unter anderem Kühltürme und Wasserspeicher her. Nun plant man dort, Verschalungen aus Vinylchloridharz und Stahl, die gerade einmal acht Kilogramm wiegen, als Wasserstopp zu verkaufen.

Die Einzelteile sind 0,3 Meter hoch und 1,5 Meter lang. Bis zu drei dieser Barren können aufeinander gestapelt werden und ergeben so eine Wasserbarriere von etwa einem Meter Höhe, die entweder alleine, oder zur Erhöhung von Uferdämmen an Flüssen dienen – ein Vorteil insbesondere in Bereichen, in denen hohe Flutschutzmauern ungern gesehen sind.

Über diese Möglichkeiten des Katastrophenschutzes berichtete die Asahi Shimbun.

JAEA stellt mobile Strahlungslabors vor: Die japanische Atomenergiebehörde JAEA präsentierte am heutigen Freitag zwar Fahrzeuge, deren mobiles Labor die Analyse von radioaktivem Material ermöglicht. Insbesondere bei Material, dass durch Temperatur oder innerhalb kurzer Zeit seine Eigenschaften verändert, ist dies ein Vorteil, gegenüber der Lieferung in ein Labor.

Im Fall der Fukushima-Katastrophe hatte man beispielsweise die Proben aus den zahlreichen gebirgigen und bewaldeten Teilen der Präfektur erst einsenden müssen, was zu Lasten der Genauigkeit einer Einschätzung ging. Die neuen Fahrzeuge sind dagegen so aufgebaut, dass weder die Vibrationen des Motors, noch die Strahlungsbelastung des Fahrzeugs die Messwerte beeinflussen.

Die JAEA verspricht sich nach Meldungen der NHK von den Fahrzeugen, die ab Mitte Juli zum Einsatz kommen sollen, daher genauere Analysen.

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