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Japan aktuell: Feuer an Hochspannungs-Umspannwerk des AKW Fukushima

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Brandstelle am Umspannwerk der Fukushima-Reaktoren 1 und 2 am 19. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)
Brandstelle am Umspannwerk der Fukushima-Reaktoren 1 und 2 am 19. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)
Brandstelle am Umspannwerk der Fukushima-Reaktoren 1 und 2 am 19. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)
Brandstelle am Umspannwerk der Fukushima-Reaktoren 1 und 2 am 19. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)

Auch zum Wochenende bleibt die Anlage des AKW Fukushima heute weiterhin Thema und wieder einmal sind es Schäden, die von dort gemeldet werden.

Auch nachdem die Situation am Kernkraftwerk offiziell als stabil gilt, zeigen solche Zwischenfälle, dass der Zustand der Anlage in Fukushima aktuell immer noch Anlass zur Besorgnis geben kann – auch wenn bislang offiziell  alle Probleme gelöst werden konnten.

Sonstige Fukushima News und weitere Meldungen jetzt zum Wochenende im Spreadnews Japan-Ticker vom 19. Oktober 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Feuer an Hochspannungs-Umspannwerk des AKW Fukushima
  • HAL-Exoskelett für AKW Fukushima-Einsatz
  • Ökosystemschäden durch schwimmende Tsunami-Trümmer befürchtet
  • Erstmals Terrorabwehr-Übung für Küsten-AKW
  • Erste Statue von Hachiko und Herrchen fertiggestellt
  • Takeshima und Senkaku bleiben Problem
    • China führt Marine-Manöver durch
    • Japan und Russland planen Inselstreit-Gespräche
    • Südkorea hält Takeshima-Kompromiss für unwahrscheinlich
    • Chinesischer Film von Tokyo Film Festival zurückgezogen
    • Zahl chinesischer Touristen sinkt

Feuer an Hochspannungs-Umspannwerk des AKW Fukushima: Am heutigen Freitagmorgen entdeckte ein TEPCO-Angestellter gegen 10:59 Uhr auf einem Kontrollgang in der Nähe des im Freien gelegenen Hochspannungs-Umspannwerk für die Reaktoren 1 und 2  ein Feuer. Der Brand wurde kurz darauf um 11:02 Uhr der Feuerwehr gemeldet.

AKW Fukushima: Luftaufnahme des Brandbereichs am Umspannwerk der Reaktoren 1 und 2 am 19. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Luftaufnahme des Brandbereichs am Umspannwerk der Reaktoren 1 und 2 am 19. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)

Der Angestellte leitete erste Löschmaßnahmen ein und gegen 11:12 Uhr wurde die erfolgreiche Löschung des Feuers gemeldet. Bei dem Brand gab es keine Verletzten. Auch wurden nach Angaben von TEPCO keine signifikanten Änderungen der Daten an den Kontrollstellen, oder am Zustand der Anlage festgestellt.

Eine erste Untersuchung durch die Feuerwehr bestätigte die Löschung um 12:07 Uhr und schätzte den betroffene Bereich auf ein Gebiet von 20 x 20 Metern. Eine im Anschluss erfolgte Nachmessung ergab eine Fläche von etwa 20 x 34 Metern. Die Brandursache wird derzeit untersucht.

Das betroffene Hochspannungs-Umspannwerk dient der Leitung der in den Reaktoren 1 und 3 erzeugten Elektrizität in das Energieversorgungssystem, das jedoch gegenwärtig nicht in Betrieb ist.

HAL-Exoskelett für AKW Fukushima-Einsatz: Eine neue Version des Exoskeletts Hybrid Assistive Limb (HAL), die an der Universität von Tsukuba entwickelt und vom Unternehmen Cyberdyne vermarktet wird und Angestellten des Betreibers TEPCO bei ihrer Arbeit im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi unterstützen soll, wurde auf der heute endenden Robot Week 2012 vorgestellt.

Ursprünglich für Menschen mit Behinderung entwickelt, unterstützt der Roboteranzug, der durch das Gehirn seine Impulse erhält und über vordefiniert programmierte Bewegungsmuster verfügt, die eigene Körperbewegung des Menschen.

In der Sonderausführung für den Einsatz in Kernkraftwerken ist eine Weste aus Wolfram enthalten, die als Strahlungsschutz dienen und deren nicht unwesentliches Gewicht von 60 Kilogramm durch den HAL kompensiert werden soll. Ein Sensor im Brustbereich erfasst zusätzlich Vitalfunktionen wie Herzfrequenz, Atmung und Körpertemperatur.

Nachdem insbesondere zu Beginn der Krise mehrere Arbeiter aufgrund der Temperaturen innerhalb der Reaktoranlagen an Kreislaufproblemen litten, verfügt HAL über ein Belüftungssystem, das kalte Luft in den Anzug bläst und so für Kühlung sorgt.

Ökosystemschäden durch schwimmende Tsunami-Trümmer befürchtet: Ein wissenschaftliches Team der Universität Kagoshima untersuchte unter Nutzung eines Schiffes zwischen August und September die Verbreitung von Trümmern im Pazifik, zwischen Japan und Hawaii und fürchtet langfristig Auswirkungen der Trümmer auf das Ökosystem.

Dabei sichteten sie mehr als 990 Gegenstände die treibend, oder im Bauch gefangener Tintenfische entdeckt wurden. Auch wenn nicht das ganze Material – darunter Kunststoffschaum aus gesundheitschädlichem Styrol und Bojen – aus den japanischen Tsunami-Gebieten stamme, doch insbesondere Fischereibedarf konnte den Regionen zugeordnet werden.

Der Leiter des Forschungsteams, Professor Shigeru Fujieda, fordert nach Angaben der NHK weitere, genauere Untersuchungen, da die Folgen für das Ökosystem, etwa durch die Nahrungskette von Fischen und Seevögeln, erheblich sein könnten.

Erstmals Terrorabwehr-Übung für Küsten-AKW: Für Dienstag planen Japans Meeresselbstverteidigungsstreitkräfte eine gemeinsames Manöver mit der Küstenwache, in dem die Verhinderung von terroristischen Anschlägen auf Kernkraftwerke in Küstengebieten geübt werden soll.

Bislang haben beide Organe zehn gemeinsame Übungen durchgeführt. Die Terrorabwehr an Küsten-AKW stellt jedoch die erste dieser Art dar, heisst es von der Nachrichtenagentur Kyodo. Die ersten gemeinsamen Übungen überhaupt, begann nach dem Eindringen von nordkoreanischen Spionagebooten in Japans Gewässer 1999.

Erste Statue von Hachiko und Herrchen: Morgen will die Stadt Tsu eine Bronzestatue enthüllen, für die eine Bürgerinitiative seit 2009 Spenden gesammelt hatte. Sie soll Hidesaburo Ueno (1871-1925), einen Tokyoter Universitätsprofessor, der aus Tsu stammt, gemeinsam mit seinem Hund Hachiko (1923 – 1935) darstellen.

Der treue Hund Hachiko (Foto: pd)
Statue bringt Hund und Herrchen wieder zusammen (Foto: pd)

Der Hund erlangte Berühmtheit, als das treue Tier, das seinen Besitzer jeden Tag zum Bahnhof Shibuya begleitet und dort auf ihn gewartet hatte, auch nach dem Tod des Professors, der während einer Vorlesung an einer Hirnblutung starb, jeden Tag zum Bahnhof gegangen war, um auf dessen Rückkehr zu warten.

Bislang gab es zwar mehrere Statuen das Hundes und auch der Professor wurde durch Denkmäler geehrt. Bei der morgen zu enthüllenden Statue handelt es sich jedoch um die erste Plastik, die Professor Ueno und Hachiko zusammen zeigt.

Diese Neuigkeit wurde in japanischen Medien aufgegriffen, etwa durch die Yomiuri Shimbun.

Takeshima und Senkaku bleiben Problem: Die Ansprüche auf die Inselgruppen durch Nachbarstaaten stehen immer noch im Raum und eine Änderung scheint bislang nicht in Sicht. An dieser Stelle die neusten Meldungen im Überblick:

China führt Marine-Manöver durch: Die chinesische Marine begann heute, gemeinsam mit Regierungsstellen, eine dreistündige Übung im ostchinesischen Meer, an der elf Schiffe und drei Flugeinheiten teilnahmen. Als Grundlage galt als Szenario der Zusammenstoß zwischen einem chinesischen Schiff und einem Patrouillenschiff der japanischen Küstenwache.

Ein Zusammenhang mit der Ankündigung Japans, im Rahmen eines Manövers gemeinsam mit den USA die Rückeroberung einer Insel zu trainieren, scheint naheliegend. Der Beschluss war von China heftig kritisiert worden.

Japan und Russland planen Inselstreit-Gespräche: Am heutigen Freitag einigten sich Japan und Russland darauf, in Kürze gemeinsame Gespräche zu führen, um die Eigentumsansprüche auf die Inselkette der Kurilen zu klären. Für Dienstag ist ein erstes Treffen geplant.

Zuvor hatten auch Japan  und Deutschland eine friedliche Einigung in den Inselfragen bekräftigt.

Südkorea hält Takeshima-Kompromiss für unwahrscheinlich: Südkoreas Außenminister Kim Sung-hwan erklärte, man werde in territorialen und geschichtlichen Angelegenheiten niemals einen Kompromiss schließen, jedoch sollten wirtschaftliche und kulturelle Kooperation weiterhin bestehen.

Chinesischer Film von Tokyo Film Festival zurückgezogen: Ein chinesischer Film wurde vom Spielplan des diesjährigen  Tokyo International Film Festival zurückgezogen. Das Filmteam erklärte den Rückzug des Films mit dem Umstand, das Japan noch keine aufrichtige Haltung in der Senkaku-Frage gezeigt habe.  Erst im September hatte China eine Zeremonie zum 40. Jahrestag diplomatischer Verbindungen zwischen beiden Ländern abgesagt.

Zahl chinesischer Touristen sinkt: Die japanische Fremdenverkehrszentrale JNTO meldet für vergangenen Monat eine Zahl chinesischer Besucher von etwa 123.500 Personen. Das bedeutet einen Verlust von mehr als zehn Prozent im Vergleich zu den Zahlen 2010. Das Tohoku-Erdbeben im Jahr 2011 macht einen Vergleich mit diesem wenig sinnvoll.

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