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Japan aktuell: Feuer nahe Müllverbrennungsanlage des AKW Fukushima

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AKW Fukushima: Löschung des Müllhaufens am 2. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Löschung des Müllhaufens am 2. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Löschung des Müllhaufens am 2. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Löschung des Müllhaufens am 2. Juli 2013 (Foto: TEPCO)

War gestern noch radioaktives Wasser das Problem, so ist es nun ein Brand, der den Betreiber des AKW Fukushima heute in Atem hielt.

Trotz der zahlreichen Rückschläge, die das Unternehmen seit der Fukushima-Katastrophe einstecken musste, will es nun den Neustart ihres einzig verbliebenen Kernkraftwerks beantragen.

Weitere Fukushima News und Meldungen darüber, was abseits des AKW Fukushima aktuell geschieht, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 2. Juli 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Brand nahe Fukushima-Müllverbrennung
  • Einzelheiten zur fehlenden Dekontamination des Betonmischers
  • Gering kontaminiertes Wasser abgepumpt
  • TEPCO will Neustart des AKW Kashiwazaki-Kariwa beantragen
  • Betreiber des AKW Oi erklärt Verwerfung für inaktiv
  • Schwimmende Windkraftanlage erreicht Fukushima

Brand nahe Fukushima-Müllverbrennung: Am heutigen Dienstag entdeckte ein Angestellter eines Partnerunternehmens gegen 12:48 Uhr, dass temporär abgelegter Abfall in der Nähe der Müllverbrennungsanlage des Kraftwerks Fukushima Daiichi in Brand geraten war. Umgehend erfolgten erste Löschmaßnahmen, die Feuerwehr wurde um 12:54 Uhr vom Brand in Kenntnis gesetzt.

Wie TEPCO meldet, hatte das Feuer keinen Einfluss auf den Betrieb des Kraftwerks. Weder bei der Menge der Wassereinspeisung, noch bei der Wassertemperatur der Abklingbecken wurden abweichende Werte festgestellt. Bei dem Zwischenfall war kein Angestellter verletzt worden.

Wenig später ergänzte der Kraftwerksbetreiber seine Angaben und berichtet nun, bei dem Brandherd habe es sich um Pappkartons gehandelt. Das Feuer erstreckte sich auf einer Fläche von etwa 4m x 2m und die Flammen erreichten eine Höhe von etwa einem Meter.

Der Erfolg der Löschmaßnahmen wurde um 13:37 Uhr abschließend durch die Feuerwehr bestätigt.

Einzelheiten zur fehlenden Dekontamination des Betonmischers: Zu Wochenenbeginn hatte eine Betonmischmaschine ohne die notwendige Dekontamination das Gelände des AKW Fukushima Daiichi verlassen, in einer Anlage neuen Beton aufgenommen und war anschließend zurückgekehrt (Spreadnews berichtete am gestrigen Montag).

AKW Fukushima: Bereich zur Fahrzeug-Dekontamination am 26. Juni 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Am Bereich zur Fahrzeug-Dekontamination am 26. Juni 2012 (Foto: TEPCO)

Nach der Beladung in Naraha und der Rückkehr an die Anlage, wurde nur eine geringe Abweichung der Kontamination des Fahrzeugs oberhalb der hinteren Stoßstange festgestellt. Hatte die Belastung bei der Abfahrt noch 22.000 Counts per minute (cpm) betragen, lag sie bei der Rückkehr bei 20.000 cpm.

Beide Werte liegen jedoch über dem Grenzwert von 13.000 cpm, ab dem ein Verlassen des Kraftwerksgeländes ohne Dekontamination untersagt ist. Bei einer anschließend durchgeführten Dekontamination wurde der Wert auf 3.000 cpm gesenkt.

Eine um 16:27 Uhr durchgeführte Untersuchung der radioaktiven Luftbelastung entlang der Route des kontaminierten Fahrzeugs ergab, dass kaum Abweichungen von der Strahlungskarte des MEXT vorlagen, so dass die Substanz, auch aufgrund ihrer festen Konsistenz an der Stoßstange, die Umgebung offenbar nicht radioaktiv kontaminierte.

Eine Strahlungsbelastung des Fahrers, der das Gelände trotz der Verpflichtung zur Dekontamination verlassen hatte, betrug 0,012 Millisievert.

Als Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Vorfälle, sollen die Strahlungsprüfer durch Plakate auf die Notwendigkeit der Dekontamination hinweisen und sorgfältige Umschulungen der Verantwortlichen am Haupttor erfolgen.

Gering kontaminiertes Wasser abgepumpt: Wie TEPCO gestern meldete, wurden nun auch die unterirdischen Lagertanks, die nur geringe Mengen an wenig belastetem Wasser enthalten hatten, endgültig geleert.

AKW Fukushima: Unterirdischer Lagertank (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Unterirdischer Lagertank (Foto: TEPCO)

Bei der zuvor gemeldeten „vollständigen Leerung“ hatte man sich auf das deutlich stärker radioaktive Wasser in den anderen Lagertanks bezogen (Spreadnews berichtete am 10. Juni 2013).

Der letzte unterirdische Lagertank wies mit 3.000 Tonnen Wasser sowohl eine vergleichsweise geringe Menge, als auch eine geringe Strahlung auf, da es sich hauptsächlich um Meerwasser aus den Reaktoren 5 und 6 handelte.

Die großen Mengen an stark kontaminiertem Wasser mussten in stabilere Behälter an der Oberfläche gepumpt werden, bevor man am 11. Juni mit dem Herauspumpen des weniger kontaminierten Wassers beginnen konnte, meldet die Kyodo.

Die gesamte Maßnahme war notwendig geworden, nachdem Lecks an den unterirdischen Tanks entdeckt worden waren (Spreadnews berichtete).

TEPCO will Neustart des AKW Kashiwazaki-Kariwa beantragen: Wie der Elektrizitätskonzern heute mitteilte, werde man bei der Atomaufsichtsbehörde NRA einen Antrag auf Neustart von zunächst zwei Reaktoren der Anlage in der Präfektur Niigata stellen, sobald die neue Sicherheitsregelungen am kommenden Montag in Kraft getreten sind.

AKW Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)
TEPCO-Neustartkandidat: Das Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)

Bei dem Kraftwerk handelt es sich um das einzige von drei Atomkraftwerken des Betreibers, das nicht durch die Tohoku-Katastrophen 2011 in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Der wichtigste Grund für den Antrag dürften die Milliardenverluste sein, die trotz der Erhöhung der Strompreise im vergangenen Jahr nun das dritte Jahr in Folge anhalten. TEPCO erklärte, die öffentlichen Gelder und Bankkredite, die das Unternehmen erhalten habe, seien unter der Bedingung gewährt worden, dass der Konzern bis zum März 2014 den finanziellen Umschwung schaffe.

Dazu kommen die erheblichen finanziellen Aufwendungen für die Stilllegung des AKW Fukushima Daiichi und die Zahlung von Schadensersatzforderungen.

Teil dieses Sanierungsplans ist nach Betreiberangaben der stufenweise Neustart von vier der insgesamt sieben Reaktoren des AKW Kashiwazaki-Kariwa. Die Gesamtleistung der Anlage beträgt mehr als 820 Megawatt, was das Kraftwerk zur weltweit leistungsstärksten Anlage dieser Art macht.

Bereits der Start eines einzigen Reaktors würde etwa 10 Millionen US-Dollar an Öl- und Gaskosten einsparen. Daher hofft der Konzern so bald wie möglich die Absichten gegenüber der Präfekturleitung vorzubringen, räumte jedoch ein, dass die eher ablehnende Haltung des Präfekturgouverneurs Hirohiko Izumida bekannt sei. Über die Pläne berichteten Kyodo und NHK.

Betreiber des AKW Oi erklärt Verwerfung für inaktiv: Nachdem Untersuchungen an einem 70 Meter langen und 40 Meter tiefen Graben südlich von Reaktor 3 abgeschlossen wurden, erklärte Kraftwerksbetreiber KEPCO nun, dass die dortige Verwerfung in den vergangenen 120.000 bis 130.000 Jahren keine Aktivität gezeigt habe.

Die Reaktoren 3 und 4 der Anlage sind die derzeit einzigen aktiven Reaktoren des ganzen Landes und könnten, falls die Atomaufsicht zu einem anderen Schluss kommen sollte,  aus Sicherheitsgründen komplett stillgelegt werden. Im vergangenen Monat war eine vorübergehende Erlaubnis zum Weiterbetrieb bis September 2013 bereits geplant, die formell morgen beschlossen wird.

Im September fällt dann eine reguläre Sicherheitsinspektion an, berichteten jiji und NHK. Die Meinungen über die Sicherheit des Kraftwerks sind weiterhin geteilt und die Atomaufsicht NRA kündigte an, die jetzigen Einschätzungen des Kraftwerksbetreibers sorgfältig zu prüfen. Unabhängig davon werden die Bruchzonen unter dem AKW untersucht.

Schwimmende Windkraftanlage erreicht Fukushima: Gestern erreichte die Windkraftanlage den Hafen Onahama in der Stadt Iwaki (Präf. Fukushima). Im Juni war die Anlage fertiggestellt und der Presse präsentiert worden (Spreadnews berichtete am 25. Juni).

Die am Projekt beteiligten Organisationen hoffen, dass die von der Mitsui Engineering & Shipbuilding Co. in Ichihara (Präf. Chiba) gefertigte Turbine, zum Wiederaufbau der Präfektur beitragen wird. Neben Mitsui waren insgesamt zehn Unternehmen, darunter Teile der Mitsubishi-Gruppe, sowie die Universität Tokyo an dem Projekt beteiligt.

Die Windkraftanlage wird nach Meldung der jiji insgesamt bis zu 2.000 Kilowatt an Elektrizität erzeugen, was nach Darstellung eines der Unternehmen etwa der Versorgung von 600 Haushalten entspricht.

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