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Japan aktuell: Feuer nahe Öltank des AKW Fukushima

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AKW Fukushima: Feuer nahe des Leichtöltanks in Nähe von Reaktor 5 am 21. März 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Feuer nahe des Leichtöltanks in Nähe von Reaktor 5 am 21. März 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Feuer nahe des Leichtöltanks in Nähe von Reaktor 5 am 21. März 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Feuer nahe des Leichtöltanks in Nähe von Reaktor 5 am 21. März 2012 (Foto: TEPCO)

Mit Berichten über den Beginn der Kirschblüte und die Versuche, anlässlich der „Cool Biz“ genannten Kampagne zum Energiesparen, während der die Klimaanlagen herabgeschaltet und dafür das informellere Tragen von Geschäftskleidung beworben wird, greift man in Japan konventionelle, alljährliche Themen auf.

Die Meldung des Betreibers TEPCO, es habe einen Brand auf dem Gelände der Anlage gegeben, lässt dagegen annehmen, dass es am AKW Fukushima aktuell heiß her ging. Einzelheiten hierzu, weitere Fukushima News und sonstige Nachrichten auch heute wieder im Spreadnews Japan-Ticker vom 21. März 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Feuer nahe Öltank des AKW Fukushima
  • E-Mails mit Strahlungsdaten von Präfekturleitung übersehen
  • Präfektur Mie bietet Entsorgung von Trümmern an
  • Gemeinde will Massenumzug als Tsunamischutz
  • Tenno trifft sich mit Emir von Kuwait
  • Stadt Kochi mit erster Kirschblüte

Feuer nahe Öltank des AKW Fukushima: Nach Meldung der Betreiberfirma TEPCO, kam es ausgerechnet bei Schweissarbeiten eines Partnerunternehmens an Rohrleitungen für eine Feuerlöschanlage in der Nähe eines im freien stehenden Leichtöltanks an den Reaktoren 5 und 6 zu einem kleinen Brand. Eine Fläche von 3×3 Metern war durch den Funkenflug während der Schweissarbeiten in Brand geraten.

Feuer bei Schweissarbeiten an Rohren der Feuerlöschanlage am 21. März 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Feuer bei Schweissarbeiten an Rohren der Feuerlöschanlage am 21. März 2012 (Foto: TEPCO)

Man hatte den Rasenbereich mit Decken aus nicht entflammbaren Material abgedeckt –  der Wind habe den Funkenflug dennoch zur Entzündung des Feuers gebracht. Um 11:35 Uhr Ortszeit wurde bestätigt, dass die Arbeiter das Feuer durch den Einsatz von Wasser löschen konnten. Um 0:13 Uhr habe man die Feuerwehr informiert, die dann die Untersuchung des Brandorts an der Baustelle aufnahm.  Die Feuerwehr bestätigte dann die erfolgreiche Löschung des Feuers.

Bei dem Zwischenfall wurde niemand verletzt. Eine Auswirkungen auf Kühlsysteme der Reaktoren und der Abklingbecken habe es nicht gegeben, so TEPCO.

E-Mails mit Strahlungsdaten von Präfekturleitung übersehen: Wie am Mittwoch bekannt wurde, hat die Leitung der Präfektur Fukushima mehrere E-Mails mit Daten über die Berechnung der Verbreitung von Strahlung, die in der Akutphase der Krise vom Nuclear Safety Technology Center versandt worden waren, übersehen. Das berichtet die Nachrichtenagentur jiji.

Das Zentrum betreibt das „System for Prediction of Environmental Emergency Dose Information„, welches besser unter dem Kürzel SPEEDI bekannt ist und die Ausbreitung der Menge an Radioaktivität berechnet. Dessen Daten waren vor Mitternacht des 12. März 2011 stündlich per E-Mail an die Präfekturleitung weitergeleitet worden.

Nach Angaben eines Sachbearbeiters sei man davon ausgegangen, es sei unmöglich, Daten von SPEEDI zu erhalten, da sich das normalerweise hierfür genutzte spezielle Computerterminal in dem Hauptgebäude der Präfekturleitung befand, das unmittelbar nach dem Erdbeben als nicht mehr erreichbar galt.

Die Möglichkeit, die Daten könnten auch per E-Mail übertragen werden, wurde offenbar nicht in Betracht gezogen, so dass es sehr wahrscheinlich ist, dass die Hinweis-Mails beim Überschreiten der Kapazität der Mailbox zusammen mit anderen gelöscht worden waren. Der Eingang der Daten des SPEEDI wurde erst am 15. März 2011 bemerkt. Der Sachbearbeiter erklärte jedoch auch, man sei vom Atomsicherheitstechnologiezentrum nicht darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass die Daten stündlich per E-Mail versandt worden waren.

Präfektur Mie bietet Entsorgung von Trümmern an: Eikei Suzuki, Gouverneur der Präfektur Mie, hat mit dem Angebot, die Stadt Inabe könnte bei der Verarbeitung und Lagerung von radioaktiv kontaminierten Abfällen, die mehrheitlich aus Trümmern der Katastrophen-Präfekturen bestehen, einen kleinen Schritt auf die Wünsche der Regierung in Tokyo zu gemacht. Premierminister Yoshihiko Noda hatte die Verwaltungen im ganzen Land dazu aufgefordert, freiwillig die Entsorgung der Trümmer zu unterstützen.

Suzuki hat nach eigenen Angaben nun zu diesem Zweck vom Unternehmen der Taiheiyo Cement Corporation, das sowohl über eine Anlage in Inabe (Präf. Mie) als auch in Ofunato (Präf. Iwate) Daten angefordert, mit denen die technische Machbarkeit seines Angebots abgesichert werden soll. Das Unternehmen hat bereits seit Juni 2011 mehrfach Trümmer verbrannt.

Gouverneur Suzuki versicherte jedoch, man werde die Entscheidung in enger Absprache mit den örtlichen Behörden von Inabe und anderer Gemeinden führen, die über ein derartiges Projekt besorgt sein könnten. Das Unternehmen Taiheiyo Cement gab an, bislang sei noch keine offizielle Anfrage eingegangen, allerdings sei man dazu bereit mitzuarbeiten, wenn die Präfekturleitung die Zustimmung der Anwohner garantieren, sowie die Einhaltung von Sicherheitsvorgaben ermöglicht werde. Das berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo.

Gemeinde will Massenumzug als Tsunamischutz: Einen ungewöhnlichen Schutz gegen die Bedrohung künftiger Tsunami streben die Einwohner des Bezirks Uchiuraomosu der Stadt Numazu an. Nach Angaben des Ministeriums für Land, Infrastruktur, Transport und Tourismus will man als erste Gemeinde überhaupt, die gesamten Gebäude auf höher geliegene Gebiete verlagern.

Die Einwohner, deren Wohngebiete entlang einer Bucht zwischen 1,7 und 7,9 über dem Meeresspiegel liegen und für den eine Regierungsschätzung von Tsunami bis zu 10,4 Metern Höhe ausgeht, fühlten sich zunächst durch die Forderung nach einem hohen Küstendamm ausreichend sicher – nach dem schweren Tohoku-Erdbeben 2011 wurde jedoch die Überlegung, sich an einer höher gelegenen Stelle neu anzusiedeln.

Auf einem gemeinsamen Treffen am Sonntag vergangener Woche, an dem 92 der insgesamt 107 Haushalte, was 440 Einwohnern entspricht, teilnahmen, hatten mehr als achtzig Prozent der Teilnehmer ihre Unterstützung für den Massen-Umzug erklärt. Das berichtet die Nachrichtenagentur jiji.

Tenno trifft Emir von Kuwait: Das japanische Kaiserpaar hiess am heutigen Mittwoch den Emir von Kuwait, Sabah al-Ahmad al-Dschabir as-Sabah, bei seinem Besuch im Kaiserpalast willkommen. Die Zeremonien als Teil des Staatsbesuchs umfassten das Spielen der Nationalhymne beider Nationen, sowie die Präsentation einer militärischen Ehrengarde durch Japans Selbstverteidigungsstreitkräfte.  Nach dem Empfang durch das Kaiserpaar war Kronprinz Naruhito in Vertretung seines Vaters bei den Zeremonien vor dem Gebäude des Kaiserpalastes anwesend.

Der Tenno habe trotz seiner Bypass-Operation und der notwendigen zusätzlichen Entfernung von Flüssigkeit aus dem Brustraum am gestrigen Tag einen guten Eindruck gemacht, heisst es. Das Kaiserpaar hielt etwa eine halbe Stunde lang Gespräche im Inneren des Palastes ab.

Genesungswünschen des Gastes für den japanischen Herrscher wurden hierbei mit dem Dank für die Hilfe, die Kuwait während des 3/11 gewährt hatte erwidert und jene vom Emir als selbstverständliche Gegenleistung für die Unterstützung durch Japan während des zweiten Golfkriegs 1991 erklärt. Man hoffe auf eine Verbesserung bilateraler Verbindungen und gegenseitigen Verständnisses, so der Tenno der NHK und der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge.

Somei Yoshino Sakura (Foto: Takamura, cc-by)
Stadt Kochi mit erster Kirschblüte (Symbolbild, Takamura, cc-by)

Stadt Kochi mit erster Kirschblüte: Die Stadt Kochi im Westen Japans kann sich freuen, diesjährig die erste Stadt zu sein, in der die Kirschblüte bewundert werden kann. Dabei fand das Ereignis, dass an einem Kirschbaum der beliebten Sorte Somei-yoshino auf dem Gelände der Burg Kochi beobachtet werden konnte, einen Tag früher statt als gewöhnlich.

Die örtliche Wetterbehörde meldete an dem Baum insgesamt zehn Blüten, die voraussichtlich in den kommenden sieben bis zehn Tagen vollständig erblüht sein werden. Damit dürfte die Berichterstattung über die Verbreitung der Saison im ganzen  Land, die Sakura Senzen genannte „Kirschblütenfront“, praktisch eingeläutet sein.

Der Beginn wird für Freitag in Miyazaki, im Südwesten Japans vorausgesagt. In der zentraljapanischen Stadt Nagoya wird die Kirschblüte für Donnerstag nächster Woche prognostiziert.  Japans Hauptstadt Tokyo soll dann am Freitag folgen, bevor sie dann nach Osaka in den Westen Japans und schließlich am 13. April Sendai erreichen soll. Hierüber berichteten unter anderem die NHK und die Nachrichtenagentur Kyodo.

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