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Japan aktuell: Feueralarm am AKW Fukushima

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AKW Fukushima: Brandstelle an einem Kabel am 24. Januar 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Brandstelle an einem Kabel am 24. Januar 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Brandstelle an einem Kabel am 24. Januar 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Brandstelle an einem Kabel am 24. Januar 2013 (Foto: TEPCO)

Der am AKW Fukushima heute ausgelöste Feueralarm steht in Kontrast zur gestrigen Ereignislosigkeit auf dem Gelände der Anlage.

Tatsächlich gibt es neben den Ereignissen innerhalb des Kernkraftwerks in Fukushima aktuell auch Meldungen, die sich mit den Auswirkung der Strahlung auf Lebewesen befassen.

Zudem sind neben den Fukushima News weitere interessante Entwicklungen zu berichten. Alle Informationen zu den Geschehnissen in Fukushima, sowie sonstigen Ereignissen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 24. Januar 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Feueralarm am AKW Fukushima
  • Radioaktivität in Organen von Rindern unterschiedlich
  • Verwerfung unter AKW Kashiwazaki-Kariwa nach kommenden Richtlinien potentiell aktiv
  • Staatsanwaltschaft befragt frühere TEPCO-Führung
  • Taiwanesische Aktivisten provozieren im Senkaku-Streit
    • Taiwanesische Schiffe in Grenzgebiet
    • Japan reagiert mit Wasserkanonen
    • Taiwanesische Aktivisten drehen ab
    • Japans Abfangjägerflüge auf Rekordhoch

Feueralarm am AKW Fukushima: Am heutigen Donnerstag gegen 10:46 Uhr ertönte an der Westseite des Untergeschosses des Gebäudes, in dem das zusätzliche Abklingbecken für Brennelemente untergebracht ist, ein Feueralarm. Etwas später meldete ein Arbeiter zudem Rauch, der aus dem Gebäude drang.

AKW Fukushima: Brandauslösendes Kabel am Reinigungsgerät am 24. Januar 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Brandauslösendes Kabel am Reinigungsgerät am 24. Januar 2013 (Foto: TEPCO)

Um 10:59 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Laut Angaben des Kraftwerksbetreibers TEPCO kam der Rauch aus dem Kabel eines elektrischen Bodenreinigungsgeräts, das nach der Dekontamination genutzt wird.

Nachdem ein Angestellter umgehend den Stecker zog, kam es zu keiner weiteren Rauchentwicklung.

Da bei einer Kontrolle durch den Beschäftigten kein Brand oder weiterer Rauch festgestellt werden konnte, wurde der Feueralarm um 11:15 Uhr wieder in den Normalbetrieb versetzt.

Um 12:38 Uhr erklärte die Feuerwehr, man habe den Zwischenfall als Brand eingestuft und diesen als gelöscht bestätigt. Bei dem Zwischenfall gab es keine Verletzten und auch der Betrieb der Kühlung des Beckens sei ungestört verlaufen, so dass keine nennenswerten Änderungen der erfassten Daten festgestellt werden konnte.

Die genaue Brandursache wird derzeit untersucht.

Radioaktivität in Organen von Rindern unterschiedlich: Die Bilder von zurückgelassenen Kühen, die allein durch die Geisterstädte der Sperrzone um das AKW Fukushima streifen, sind als Beispiel für die Auswirkungen der Reaktorkatastrophe um die Welt gegangen.

Ein japanisches Forscherteam hat sich nun mit der Frage befasst, welche biologischen Auswirkungen die Aufnahme von radioaktiv belasteten Pflanzen und das Leben in radioaktiv kontaminierter Umgebung auf die Tiere hat.

Die Gruppe unter der Leitung von Professor Manabu Fukumoto, der am Institut für Entwicklung, Alterung und Krebs an der Universität Tohoku beschäftigt ist, untersuchte insgesamt 79 herrenlose Kühe aus Kawauchi und Minamisoma, die nach Angaben der jiji zwischen Ende August und Mitte November 2011 „menschlich getötet“ worden waren.

Als Ergebnis konnte festgestellt werden, dass die Verteilung von radioaktivem Cäsium sich von Organ zu Organ unterscheidet. Die höchste Konzentration ließ sich in der Skelettmuskulatur nachweisen, die durchschnittlich das 21-fache der im Blut festgestellten Werte betrug.

In der als allgemein anfällig geltenden Schilddrüse war die Konzentration dagegen geringer. Die Wissenschaftler sehen diese Ergebnisse als einen ersten Schritt auf  einer vollständigen Untersuchung der Strahlungsfolgen auf den menschlichen Körper.

Verwerfung unter AKW Kashiwazaki-Kariwa nach kommenden Richtlinien potentiell aktiv: Zwei geologisch Verwerfungen unter dem bislang leistungsstärksten Kernkraftwerk der Welt könnten nach den kommenden Neuregelungen für Kraftwerkssicherheit als aktiv eingestuft werden.

AKW Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)
Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)

Bislang galten Verwerfungen nur dann aktiv, wenn sich Aktivitäten innerhalb der letzten 120.000 bis 130.000 Jahre nachweisen lassen. Japans Atomaufsicht NRA will diesen Zeitraum jedoch vergrößern und geologische Veränderungen der letzten 400.000 Jahre als Richtwert einführen.

Nach Angaben der Kyodo, die sich auf veröffentlichte Dokumente des Betreibers, sowie auf weitere Quellen stützt, könnten die von TEPCO als „alpha“ und „beta“ bezeichneten Verwerfungen unter den Reaktoren 1 und 2 demnach künftig als aktiv eingestuft werden. Weitere verlaufen unter den Reaktoren 3, sowie 5 bis 7.

Unter Reaktor 4 wurde keine Hauptverwerfung festgestellt, allerdings verlaufen einige unter dem Turbinengebäude des Reaktors.

Der Betreiber TEPCO bestritt bislang die Aktivität der Verwerfungen nach den alten Richtlinien, führt jedoch bereits eine geologische Untersuchung durch. Abhängig vom Ergebnis dieser Prüfung will die Atomaufsicht entscheiden, ob sie eigene Nachforschungen anstellt.

Insgesamt stehen bislang sechs Kernkraftwerke auf der Kontrollliste der NRA, da bei ihnen der Verdacht besteht, dass aktive Verwerfungen auf deren Gelände verlaufen. Auch wenn das AKW Kashiwazaki-Kariwa nicht dazu zählt, könnte es für TEPCO eng werden, da bereits in 240.000 Jahre alten Schichten Verschiebungen durch die beta-Verwerfung festgestellt wurden.

Staatsanwaltschaft befragt frühere TEPCO-Führung: Vertreter der Staatsanwaltschaft haben zwei frühere Vorsitzende des Elektrizitätskonzerns TEPCO in Verbindung mit dem Ausbruch der Nuklearkatastrophe am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi am 11. März 2011 befragt.

Es wird von Seiten der Presse vermutet, dass sie Angaben zu den damals vorhandenen Schutzmaßnahmen an der Anlage und der Genauigkeit zur Risikoeinschätzung einer solchen Katastrophe machen müssen.

Nach Angaben der NHK, die sich dabei auf nicht genannte Quellen beruft, soll es sich bei den beiden Personen um den früheren Vorsitzenden des Unternehmens Tsunehisa Katsumata, und den ehemaligen Unternehmenspräsidenten Masataka Shimizu handeln.

Auch wenn betroffene Bürger sowohl TEPCO, als auch der Regierung vorwerfen, durch Fahrlässigkeit zu Toten und Verletzten geführt zu haben, ist die strafrechtliche Verurteilung einer Einzelperson nach Angaben einiger Rechtsexperten schwierig, da die Anklage nachweisen müsste, dass die Katastrophe vorhersehbar war.

Auch im Fall von Schadensersatz für Gesundheitsschäden wird eine Anklage schwierig, da nachgewiesen muss, dass mögliche Krankheitsbilder tatsächlich auf die Reaktorkatastrophe zurückzuführen sind und nicht bereits zuvor bestanden.

Taiwanesische Aktivisten provozieren im Senkaku-Streit: Nach der kommunistischen Volksrepublik China versuchten nun taiwanesische Aktivisten erneut in japanische Gewässer einzudringen. Die aktuellen Informationen nun zusammengefasst:

Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)
Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)

Taiwanesische Schiffe in Grenzgebiet: Ein Fischerboot mit Aktivisten drang gegen 11:05 Uhr gemeinsam mit vier Schiffen der taiwanesischen Küstenwache zunächst in das Grenzgebiet zu den Senkaku-Inseln vor. Die Aktivisten hatten offenbar vor, auf der Insel Uotsurijima an Land zu gehen und waren bereits im vergangenen Juli in Japans Hoheitsgewässer eingedrungen.

Japan reagiert mit Wasserkanonen: Nachdem das Aktivistenschiff „Quanjiafu“ mit sieben Personen an Bord sich bis auf 33 Kilometern den Inseln genähert hatte und die Warnungen der japanischen Küstenwache ignoriert wurden, kreisten acht Schiffe der japanische Küstenwache das taiwanesische Schiff ein und drängten es mit Wasserkanonen ab.

Taiwanesische Aktivisten drehen ab: Nachdem es den taiwanesischen Aktivisten nicht gelungen war in japanische Gewässer einzudringen, änderten sie, ebenso wie die vier Begleitschiffe der taiwanesischen Küstenwache, den Kurs Richtung Taiwan.

Japans Abfangjägerflüge auf Rekordhoch: Im Zeitraum zwischen April und Dezember vergangenen Jahres entsandte Japan insgesamt 160 mal Abfangjäger und stellt damit den Fiskaljahr-Rekord aus dem Jahr 20011 ein. Damals mussten die Kampfjets 156 Einsätze fliegen.

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