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Japan aktuell: Fischereiverbände gegen Verklappung von Fukushima-Grundwasser

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Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Arbeiten an Kühlsystem des AKW Fukushima Daiichi (Symbolfoto: TEPCO)
Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Rückschlag für Verklappungspläne am AKW Fukushima. (Foto: TEPCO)

Die zur Verklappung von radioaktiv belastetem Grundwasser in Fukushima heute getroffene Entscheidung von Fischereiverbänden, stellt für den Elektrizitätskonzern TEPCO keine Verbesserung der bisherigen Situation dar.

Die am AKW Fukushima aktuell immer noch täglich anfallenden Mengen an kontaminiertem Wasser bleiben problematisch.

Doch auch die Sicherheit des Kraftwerks, sowie weiterer Anlagen in Japan sind heute von Interesse, bestehen doch nach wie vor Bedenken im Bezug auf Terrorismusgefahr und Betriebssicherheit. Einzelheiten zu den Fukushima News, sowie weitere Meldungen, im Spreadnews Japan-Ticker vom 13. Mai 2013.

Unsere Themen zu Wochenbeginn:

  • Fischereiverbände gegen Veklappung von Fukushima-Grundwasser
  • Anti-Terror-Übung für Fukushima-AKW durchgeführt
  • Neustart von Forschungsreaktor Monju vorerst untersagt
  • Bürgermeister fürchtet Stilllegung des AKW Tsuruga
  • Senkaku-Spannungen mit neuem Rekord
    • Grenzverletzung durch China auf Rekordhoch

Fischereiverbände gegen Veklappung von Fukushima-Abwässern: Auf einem Treffen der Präfekturvereinigung der Fischereikooperativen erklärte TEPCO-Vertreter Tsunemasa Niitsuma die Einzelheiten der geplanten Verklappung von Grundwasser, die das Unternehmen vorgesehen hatte (Spreadnews berichtete am 8. Mai 2013).

Dennoch kam es zu keiner sofortigen Einigung, so dass eine entsprechende Entscheidung frühestens auf dem nächsten Treffen in Juni verhandelt werde.

TEPCO will über insgesamt zwölf Pumpen Grundwasser auf dem Gelände der Kraftwerksanlage hochpumpen und anschließend ins Meer leiten, um so dem Problem der immer wieder steigenden Wasserspiegel in den Kellergeschossen, insbesondere auch der Turbinengebäude „Herr“ werden zu können. Täglich gelangen 400 Tonnen Grundwasser dorthin.

Das Unternehmen versicherte die Unbedenklichkeit der Verklappung. Die 200 Tonnen an Grundwasser, die versuchsweise in Behälter gefüllt und auf radioaktive Kontamination getestet worden waren, hätten keine höhere Strahlungsbelastung aufgewiesen, als freie Gewässer in der Umgebung der Anlage.

Der Leiter der Vereinigung, Tetsu Nozaki, sagte im Anschluss gegenüber der Presse, einige Fischer hatten das Grundwasser, das entsorgt werden soll, bevor es im Reaktor kontaminiert werden kann, mit bereits radioaktiv kontaminiertem Abwasser verwechselt. Er forderte von TEPCO weitere Informationen und eine offizielle Zustimmung der Regierung für den Plan.

Über die Ablehnung der Entsorgung in das nahe gelegene Meer berichteten unter anderem Kyodo, Asahi Shimbun, jiji und NHK.

Anti-Terror-Übung für Fukushima-AKW durchgeführt: In einer gemeinsamen Übung probten Küstenwache und Polizei am Samstag den Ernstfall eines terroristischen Angriffs auf das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi (Fukushima 1). Die Übung fand auf dem Betriebsgelände des Kernkraftwerks Fukushima Daini (Fukushima 2), etwa zehn Kilometer entfernt, statt.

Schiff der japanischen Küstenwache (Foto: pd)
Schiff der japanischen Küstenwache (Symbolfoto: pd)

Insgesamt beteiligten sich etwa 150 Polizeibeamte und Mitglieder eines Sondereinsatzkommandos an der Aktion, bei der auch Schutzkleidung getragen wurde. In einem Szenario wurde das Vorgehen simuliert, dass bei einem Frontalangriff von Terroristen, die mit einem Fahrzeug voll Waffen und Sprengstoffen gewaltsam in die Anlage eindringen wollen, erforderlich werden würde.

In einer zweiten Übung ging man von der Annahme aus, dass sich drei Terroristen in einem Frachtschiff am Pier des Kraftwerksanlage versteckt hielten. Im weiteren Verlauf gelangten die Mitglieder eines Antiterrorteams der Küstenwache per Hubschrauber auf das Schiff und stellte zwei Terroristen durch den Einsatz von Feuerwaffen, während Polizeibeamte den dritten Mann festnahmen, der auf das AKW-Gelände geflohen war.

Das gemeinsame Training war die erste gemeinsame Übung seit der Reaktorkatastrophe, bei der ein terroristischer Anschlag auf das Kraftwerk simuliert wurde. Die Übung war für die Presse zugänglich und verfolgte auch den Zweck, der Besorgnis über die Sicherheit des AKW Fukushima Daiichi zu begegnen. Unter anderem berichteten Kyodo, jiji und Asahi Shimbun über das Manöver.

Neustart von Forschungsreaktor Monju vorerst untersagt: Die japanische Atomaufsichtsbehörde NRA wird die Japanische Atomenergiebehörde JAEA anweisen, ihre Arbeiten zur Wiederinbetriebnahme des Forschungsreaktors Monju in Tsuruga (Präf. Fukui) auszusetzen. Das berichteten japanische Medien unter Bezug auf namentlich ungenannte Quellen.

Atomkraftwerk-Symbol (Grafik: Hendrik Tammen cc-by)
Kein Neustart für riskanten Reaktor (Grafik: Hendrik Tammen cc-by)

An dem Reaktor war es bereits in der Vergangenheit mehrfach zu Zwischenfällen gekommen. Im Jahr 1995 führte ein Unfall mit Natrium zu einer Aussetzung des Betriebs im Mai 2010. Ein weiterer Zwischenfall im August 2010 als ein Bauteil herabstürzte, führte zum erneuten Stopp der Arbeiten.

Die bisherigen Pläne des Betreibers JAEA, die Anlage bis März 2014 wieder in Betrieb nehmen zu können, dürften mit der jüngsten Entscheidung der Atomaufsicht zunächst zerschlagen sein. Die NRA wirft der JAEA vor, in 9.800 Fällen sogar gegen die eigenen Sicherheitsbestimmungen verstoßen zu haben, da man Teile des Systems nicht regulär kontrolliert habe.

Bevor die angeordnete Durchführung von Kontrollen aller Bauteile der Anlage, eine Überarbeitung der Sicherheitsregulierungen und eine Anpassung der Inspektionsprogramme nicht abgeschlossen wurden, werde es keine Genehmigung für einen Neustart geben. Mit Stand von Ende März wurden bislang 1.956 Bestandteile der Ausstattung des Reaktors nicht geprüft.

Über die Entscheidung der Atomaufsicht berichteten etwa Kyodo, jiji, NHK und Asahi Shimbun.

Bürgermeister fürchtet Stilllegung des AKW Tsuruga: Kazuharu Kawase, Bürgermeister der Stadt Tsuruga (Präf. Fukui), erklärte bei einem Besuch des Büros der Atomaufsicht NRA, die Behörde müsse sorgfältige und bedachte Überlegungen anstellen, bevor eine Entscheidung über die Zukunft des Kernkraftwerks getroffen werde, meldet die Kyodo.

Bei der Entscheidung der NRA geht es um die Feststellung, ob eine geologische Verwerfung die unter Reaktor 2 der Anlage verläuft, als aktiv eingestuft wird, so dass sie etwa im Fall eines Erdbebens der Urasoko-Verwerfung ebenfalls in Bewegung geraten könnte.

Sollten die fünf Experten der NRA zu diesem Schluss kommen, wäre dies das endgültige Aus für die Anlage und würde eine Stilllegung erforderlich machen.

Senkaku-Spannungen mit neuem Rekord: Während Politiker Toru Hashimoto von der Notwendigkeit der Armeeprostituierten während des Zweiten Weltkriegs sprach, die USA chinesische Ansprüche auf die Insel Okinawa ablehnte und ein früherer US-Gesandter ein gewisses Verständnis für die Ehrung der Kriegstoten im Yasukuni-Schrein ausdrückte, agierte China wieder offensiv.

Grenzverletzung durch China auf Rekordhoch: Am heutigen Morgen drangen zum 44. Mal seit dem Kauf von drei Senkaku-Inseln durch die japanische Regierung im September 2012, chinesische Schiffe in japanisches Hoheitsgebiet ein. In diesem Jahr kam es bereits an 24 Tagen zu Grenzverletzungen, was die Zahl des Vorjahres übersteigt.

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