Start Aktuelles Japan aktuell: Frankreich bietet Wiederaufbereitung von Brennelementen aus AKW Fukushima an

Japan aktuell: Frankreich bietet Wiederaufbereitung von Brennelementen aus AKW Fukushima an

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Schulung zur Messung von Strahlung und Dekontamination eines Patienten (Foto: TEPCO)
Schulung zur Messung von Strahlung und Dekontamination eines Patienten (Foto: TEPCO)
Schulung zur Messung von Strahlung und Dekontamination eines Patienten (Foto: TEPCO)
Schulung zur Messung von Strahlung und Dekontamination eines Patienten (Foto: TEPCO)

Der Betreiber des AKW Fukushima hat sich durch seine Informationspolitik besonders zu Beginn der Krise keine Freunde gemacht und war heftiger Kritik ausgesetzt.

Die heutige Meldung der Mainichi Shimbun, TEPCO habe nun zwei durch eine Regierungsstelle angeforderten Handbücher zum Krisenmanagement in Fukushima durch Schwärzung von Passagen und einzelnen Begriff fast bis zur Unlesbarkeit zensiert, nachdem die Forderung der Nichtöffentlichmachung von der NISA abgelehnt worden war, wird ebenfalls nicht unbedingt zur Popularisierung des Unternehmens beitragen.

Die Umweltbelastung in Fukushima aktuell, eine Ehrung der Fukushima-Arbeiter, sowie einige weitere Fukushima News sind nur ein Teil  der Artikel die sich heute hier finden – im Spreadnews Japan-Ticker vom 8. September 2011.

Radioaktive Belastung des Meeres steigt auf 1500 Terabecquerel : Experten schätzen, dass die Menge radioaktiver Belastung die zwischen dem 21. März und 30. April den Wert von 15 000 Terabecquerel erreicht habe. Diese Beurteilung kollidiert mit den Schätzungen des Betreibers TEPCO der für den Zeitraum zwischen dem 1. und 6. April an Reaktor 2 einen Wert von 4700 Terabecquerel an radioaktivem Cäsium und Jod angegeben hatte.

Die große Differenz lege nahe, dass neben Reaktor 2 auch aus anderen Quellen radioaktives Material austrete, erklärte Takuya Kobayashi, Mitarbeiter des Forschungsteams, deren Ergebnisse am 19. bei einem Treffen der  japanischen Atomenergiegesellschaft (AESJ) vorgelegt werden sollen. Das meldet die Nachrichtenagentur Kyodo.

Nicht repräsentativer Kurztest zeigt steigende Cäsiumwerte in Kinderurin: Eine private Gesellschaft hat einen Unterschied von Cäsiumwerten zwischen Kindern festgestellt die in der Präfektur Fukushima blieben und jenen, die es verliessen. Allerdings ist die Zahl und der Umfang des Tests zu gering um daraus tatsächlich Schlüsse ziehen zu können.

Die ersten Untersuchungen, von denen der Artikel der Mainichi Shimbun berichtet, fanden zwischen dem 20.-22. Mai an zehn Kindern im Alter von 6-16 Jahren statt, während diese in der Stadt Fukushima lebten. Nachdem neun der Kinder in andere Teile Japans evakuiert worden waren, fand in einem Tests zwischen dem 22. und 26. Juli ein Vergleich der radioaktiven Belastung mit jener des in Fukushima verbliebenen Kindes statt.

Das Ergebnis: Während bei den evakuierten Kindern eine  Verringerung des Gehalts an radioaktivem Cäsium zwischen 20 und 70 Prozent festgestellt wurden, waren die Werte des in Fukushima gebliebenen Kindes um 11,7 Prozent gestiegen – vermutlich auch aufgrund der Aufnahme durch Nahrung.

Höchstwerte von Fleisch erstmalig trotz Freigabe überschritten: In acht Stück Schlachtvieh waren bereits am Dienstag Spuren von Cäsium festgestellt worden, die sich jedoch noch im Rahmen bewegten. In zwei Fällen wurde jedoch die gesetzlich vorgeschriebene Grenze von 500 Becquerel pro Kilogramm Fleisch überschritten. Damit handelt es sich um das ersten Fall von Grenzwertüberschreitung seit Aufhebung des Ausfuhrverbots.

Radioaktiv belastete Gebiete kleiner als bei Tschernobyl : Die japanische Atomenergiegesellschaft(AESJ) legt in einer Bestandsaufnahme den Umstand nahe, dass die von radioaktiver Kontamination betroffenen Gebiete nach dem Fukushima-Unglück lediglich ein zehntel des Areals darstellen, dass 1986 durch Tschernobyl kontaminiert worden war, schreibt die Asahi Shimbun in einem aktuellen Artikel.

Schätzungsweise 800 Quadratkilometer sind einer Kontamination von radioaktivem Cäsium über 600 000 Becquerel pro Quadratmeter betroffen, während in Tschernobyl die Belastung zwar lediglich 555 000 Becquerel betragen hatte – jedoch eine Fläche von 10 000 Quadratkilometern betroffen war.

Ausgehend von diesen Ergebnissen kommen Experten zu dem oben genannten Schluss, dass die kontaminierten Gebiete lediglich einem Zehntel der Tschernobyl-Menge entspricht.

Premierminister Noda besucht erstmals AKW Fukushima: Zum ersten Mal hat Yoshihiko Noda als Premierminister das Gelände des AKW Fukushima besichtigt, wobei er sowohl den Arbeitern als auch den dort eingesetzten Soldaten der Selbstverteidigungsstreitkräfte, Mut zusprach – und fand dafür viele schöne Worte, die sich in der japanischen Presse wiederfanden.

Jeder in diesem Land und der Welt, hofft auf ein Ende des Unglücks, sagte er vor etwa 200 Arbeitern. Ihr seid der Schlüssel dazu, ob wir die Krise bewältigen können und fügte hinzu Ich werde mit euch zusammen hart daran arbeiten

Gegenüber den Soldaten sagte er Sie werden von der Öffentlichkeit viel gepriesen und erklärte Als Leiter der Selbstverteidigungsstreitkräfte bin ich sehr stolz auf Sie

Später besuchte Noda Gebiete außerhalb des Kraftwerkkomplexes an denen die Radioaktivität sehr hoch ist, sowie eine Grundschule in der Stadt Date, um dort einen Eindruck von den laufenden Dekontaminationsarbeiten zu bekommen.

Am morgigen Freitag wird der Premierminister die vom Taifun getroffenen Präfekturen Wakayama, Mie und Nara besuchen, am Samstag dann die Präfekturen Iwate und Miyagi, die in besonderem Ausmaß von Erdbeben und Tsunami betroffen waren.

Fukushima Arbeiter mit spanischem Preis ausgezeichnet: Arbeiter, und sonstige Helfer am AKW Fukushima sind für ihren selbstlosen Einsatz in Spanien mit dem Prinz-von-Asturien-Preis geehrt worden. Seit 1981 wird der mit 50 000 Euro dotierte Preis an Menschen für ihre Leistungen im Wissenschaft, Kultur und sozialem Bereich vergeben.

Zu den genannten Empfängern gehörten die Angestellten von TEPCO, die Feuerwehrleute sowie Mitglieder der Selbstverteidigungsstreitkräfte. In der Laudatio sprach man von ihnen als die „Helden von Fukushima“.

Sie verkörperten mit dem Einsatz ihres eigenen Lebens die höchsten menschlichen Werte, die tief in der japanischen Gesellschaft verwurzelt seien. Namentlich das Pflichtgefühl, persönliche und familiäre Opfer für die Erfüllung eines höheren Ziels, die Würde im Angesicht der Not, sowie Bescheidenheit, Großzügigkeit und Mut.

Eine offizielle Preisverleihungszeremonie wird am 21. Oktober im spanischen Ovied stattfinden. Über die Auszeichnung berichteten die Nachrichtenagentur jiji, sowie die NHK und Asahi Shimbun.

Frankreich möglicherweise zur Annahme von Brennelementen bereit: In seinem ersten Interview nach dem Rücktritt vom Amt des Premierministers erklärte Naoto Kan gegenüber der Asahi Shimbun, Frankreich habe angeboten, die Aufbereitung der Brennelemente zu übernehmen. Während Frankreich über eine der weltweit modernsten Technologien zur Wiederaufbereitung verfügt und die Bearbeitung der Fukushima-Brennstäbe eine Möglichkeit wäre, diese zu demonstrieren, wird die Option in Japan teils heftig diskutiert.

Das Ministerium für Handel, Wirtschaft und Industrie (METI) hat Vorbehalte, da der Eindruck entstehen könne, Japan habe seine Pläne zur Wiederaufbereitung aufgegeben, obwohl man mit der Anlage Rokassho (Präf. Aomori), die dazu in der Lage ist Plutonium zu extrahieren, über eine eigene Möglichkeit zur Wiederaufbereitung verfügt.

Stresstests am AKW Kashiwazaki-Kariwa am Freitag: TEPCO, Betreiber des Atomkraftwerks Kashiwazaki-Kariwa (Präf. Niigate), kündigte für morgigen Freitag den Beginn von Stresstests an zwei der sieben Reaktoren des Kernkraftwerkkomplexes an. Die Ergebnisse der Tests, die bis Jahresende abgeschlossen sein sollen, werden zeigen, ob die bisherigen Maßnahmen zum Schutz gegen Naturkatastrophen ausreichen, oder zusätzliche Schutzmaßnahmen getroffen werden müssen.

Zudem hofft TEPCO durch die Tests eine größere Akzeptanz der Präfekturleitung für einen anschließenden Neustart des AKW Kashiwazaki-Kariwa zu gewinnen. Der Gouverneur der Präfektur, Hirohiko Izumida hat jedoch bereits klargestellt, dass man die Entscheidung nicht von den Ergebnissen des Tests abhängig machen wird, man allerdings auch nicht vor Veröffentlichung der Ergebnisse eine Entscheidung fällen werde, so die Berichte japanischer Medien.

Nach Taifun nun Überflutungen durch aufgestautes Wasser befürchtet: Mit den gestern gemeldeten Totenzahlen, liegt zum ersten mal seit 30 Jahren die Taifun-Opferzahl über 100. Während dessen wird in den betroffenen Gebieten weiter gebangt.

Für die Halbinsel Kii werden schwere Regenfälle befürchtet, in der Nacht von Donnerstag auf Freitag werden 30 Milimeter Regen pro Stunde vorhergesagt, bis Freitag Mittag soll die Niederschlagsmenge in den Präfekturen Wakayama und Nara auf 100 Milimeter und in der Präfektur Mie auf 80 Milimeter pro Stunde betragen.

Zudem werden die an vielen Stellen durch Erdrutsche aufgestauten Flüsse an insgesamt 12 Stellen in den Präfekturen Wakayama und Nara rund um die Uhr beobachtet. Bei vier von ihnen besteht jetzt die Gefahr eines Bruches dieser Dämme, verbunden mit schweren Überflutungen durch die angesammelten Wassermassen, berichtet die NHK.