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Japan aktuell: Fremdpartikel in Wassertank am AKW Fukushima entdeckt

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Schwebeteilchen in Puffertank des AKW Fukushima am 5. September 2012 (Video: TEPCO)
Schwebeteilchen in Puffertank des AKW Fukushima am 5. September 2012 (Video: TEPCO)
Schwebeteilchen in Puffertank des AKW Fukushima am 5. September 2012 (Video: TEPCO)
Schwebeteilchen in Puffertank des AKW Fukushima am 5. September 2012 (Video: TEPCO)

Vom AKW Fukushima heute zu hören, das weitere Untersuchungen erforderlich sind, ist wenig verwunderlich, waren doch Probleme bei Temperaturmessung und Reaktorkühlung zuletzt regelmäßig an der Anlage in Fukushima aktuell geworden.

Doch auch jenseits des beschädigten Kernkraftwerks haben Naturkatastrophen und Atomkrise weiterhin Auswirkungen.

Einzelheiten der Fukushima News , sowie weitere Nachrichten zum Wochenende jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 7. September 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Untersuchung von Reaktor-Thermometer am AKW Fukushima
  • Fremdpartikel in Puffertank des Fukushima-Kühlsystems entdeckt
  • Mehr Seismographen in Japans Städten geplant
  • Über 200 Katastrophenopfer noch unidentifiziert
  • Erstmals Pfirsichexporte aus Präfektur Fukushima nach Thailand
  • AKW-Betreiber verweigerte Atomkraftskeptikern Besichtigung
  • Rokkasho will bei Atomausstieg Brennstäbe zurückschicken
  • Südkorea will militärisches Takeshima-Manöver durchführen

Untersuchung von Reaktor-Thermometer am AKW Fukushima: Am 4. September war es am Reaktorbehälter von Fukushima-Reaktor 2 gegen 12:00 Uhr zu einem starken Temperaturanstieg, die sich schrittweise um 1,6°Celsius erhöhte, gekommen. Dieser war von einem Thermometer an der Unterseite des Behälters gemessen worden.

Am gestrigen Donnerstag wurde daher von 11:14 Uhr bis 11:24 Uhr eine direkte Messung des Strömungswiderstands durchgeführt. Der gemessene Strömungswiederstand betrug nach Angaben des Betreibers TEPCO 209,34 Ohm und lag dabei mindestens 30 Prozent höher, als der geringste nach dem Reaktorunfall gemessene Wert von 117,8 4 Ohm.

Nun soll eine Schätzung  des erwarteten Temperaturanstiegs erfolgen um ermitteln zu können, ob die Messungen des Thermometers weiter als Referenzwerte genutzt werden, oder ob es als beschädigt eingestuft wird.

Fremdpartikel in Puffertank des Fukushima-Kühlsystems entdeckt:  In der Vergangenheit war es am AKW Fukushima zu unerklärlichen gleichzeitigen Störungen bei der Einspeisung von Kühlwasser in die Reaktoren 1 bis 3 gekommen und dabei zeitweise kritische Werte unterschritten worden, worauf ein Filter untersucht und Fremdmaterial entdeckt worden war (Spreadnews berichtete).

Schwebestoffe im Puffertank des Fukushima-Kühlsystems am 5. September 2012 (Video: TEPCO)
Schwebestoffe im Puffertank des Fukushima-Kühlsystems am 5. September 2012 (Video: TEPCO)

Zur weiteren Untersuchung war am Mittwoch durch einen Einstieg oberhalb des Puffertanks eine Kamera hineingelassen worden und dabei weiße Schwebeteilchen im Wasser entdeckt worden.

Eine Untersuchung der am Filter des Puffertanks festgestellten Fremdstoffe ergab, dass die Metallverbindung mehrheitlich aus Eisen besteht und daher keine Gefahr darstelle.

Im Bezug auf die Einspeisung von Wasser in den Kühlkreislauf meldete TEPCO, es habe seit dem letzten Bericht vom gestrigen Donnerstag um 15:00 Uhr keine signifikante Abnahme des Durchflusses gegeben, so dass die Werte nicht angepasst wurden.

Mehr Seismographen in Japans Städten geplant: Die meteorologische Behörde Japans plant die Einbind von insgesamt zehn weiteren Seismographen in städtischen Gebieten, um mit ihrer Hilfe besser vor Schäden an Hochhäusern durch so genannte langfristige Bodenbewegungen, die von entfernten Erdbeben ausgelöst werden, warnen zu können

Die Bodenbewegungen, die vom Tohoku-Erdbeben 2011 ausgelöst worden waren, dauerten selbst in Großstädten wie Tokyo und Osaka, die sich weit vom Epizentrum enternt befanden, mehrere Sekunden oder länger an. Hierdurch schwankten Hochhäuser bis zu drei Meter weit, was zu Schäden an Fenstern und Wänden geführt hatte.

Die Behörde will nun in den Großststädten Tokyo, Osaka und Nagoya entsprechende seismische Sensoren anbringen, die Alarm geben, noch bevor es zu den Gebäudeschwankungen kommt und beantragt für ihre Zwecke die Summe von 180 Millionen Yen um die Arbeiten im Fiskaljahr 2013 durchführen zu können, berichtet die NHK.

Über 200 Katastrophenopfer noch unidentifiziert: Trotz der Arbeiter der Behörden und freiwilliger Helfer sind nach Angaben der Nationalen Polizeibehörde (NPA) immer noch 226 Leichen von Personen, die durch die Folgen des Tohoku-Erdbebens 2011 und des damit verbundenen Tsunami starben, nicht identifiziert worden.

Mit Stand von Ende August 2012 hat die Polizei insgesamt offiziell 15.802 Todesopfer gezählt. Davon sind 15.576 Personen (98,6 Prozent) bereits einwandfrei identifiziert worden. Man unternehme weiterhin alle Anstrengungen, wie etwa durch DNA-Tests und die Erstellung von Phantombildern, um den Verstorbenen einen Namen zuordnen zu können.

Unmittelbar nach den Naturkatastrophen war die Identifizierung primär durch den Vergleich körperlicher Merkmale, oder der Untersuchung persönlicher Gegenstände erfolgt. Im weiteren Verlauf hätten sich mit fortschreitender Zeit wissenschaftliche Methoden wie die Abnahme von Handabdrücken und die DNA-Analyse durchgesetzt, wird die NPA von der jiji zitiert.

Erstmals Pfirsichexporte aus Präfektur Fukushima nach Thailand:  Erstmals seit der Nuklearkatastrophe am AKW Fukushima Daiichi werden in der Präfektur Fukushima geerntete landwirtschaftliche Produkte nach Thailand exportiert. Kommende Woche soll eine erste Lieferung von 800 Pfirsichen verschifft werden, berichten NHK und Kyodo.

Pfirsich (Foto: pd)
Fukushima-Pfirsiche nach Thailand exportiert (Abb. symbolisch, pd)

Die landwirtschaftlichen Verbände und die Führung der Präfektur, sowie örtliche Behörden investieren viel Arbeit darin, die in der Präfektur gewonnenen Produkte auf mögliche Belastung durch Radioaktivität zu untersuchen und das Vertrauen der Verbraucher in die lokalen Produkte wieder gewinnen zu können.

Nachdem im vergangenen Monat Verbraucher und Vertreter eines Handelsunternehmens aus Thailand zur Besichtigung einer Pfirsichfarm und der Kontrollstellen eingeladen hatte, war es zum Vertragsabschluss gekommen. Thailand ist somit neben Hongkong und Taiwan einer der wenigen internationalen Handelspartner für Lebensmittelproduzenten aus Fukushima.

Während die Pfirsichbauern die Ankündigung, ihre Produkte würden kommende Woche in einem Kaufhaus und einem großen Einkaufszentrum in Thailands Hauptstadt Bangkok verkauft erleichtert aufnahmen, versicherte die Präfekturleitung, man werde weitere Anstrengungen unternehmen, um die Sicherheit der Lebensmittel unter Beweis stellen zu können.

AKW-Betreiber verweigerte Atomkraftskeptikern Besichtigung: Der Elektrizitätskonzern Hokuriku Electric, Betreiber des AKW Shika (Präf. Ishikawa) lehnte Ende August eine Besuchsanfrage von Mizuho Fukushima,Parteivorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Japans (SDP) und anderer Parteimitglieder ab.

Atomkraftwerk-Symbol (Grafik: Hendrik Tammen cc-by)
AKW-Betreiber wehrt Besuch atomkritischer Politiker ab (Grafik: Hendrik Tammen cc-by)

Unter Berufung auf Quellen nennt die Asahi Shimbun als Grund für die Absage die Unterstützung der Politiker, die Nutzung der Atomenergie auslaufen zu lassen.

Das Unternehmen habe den Vertretern der SDP gegenüber erklärt dass man „es nicht erlauben könne mit Personen zu verkehren, die nicht das Verständnis für die Notwendigkeit von Atomenergie teilen„.

Als vergleichsweise offizielle Begründung teilte die Abteilung für Gemeindebeziehungen und Entwicklung, man erhalte derart viele Anfragen für Führungen, während die Angestellten zugleich sehr beschäftigt werden. Der Besuchsantrag sei abgelehnt worden, da er nur einen geringen Werte auf der Prioritätenliste des Unternehmens aufweise.

Auch hier wird jedoch die Abneigung deutlich, wenn es weiter heisst, man habe den Eindruck, dass selbst wenn den Vertretern einer politischen Partei, die das Auslaufen der Atomenergie befürwortet, eine Führung gewährt worden wäre, es nicht sehr wahrscheinlich gewesen sei, ihre Unterstützung für die Atomenergie zu gewinnen.

Einer Anfrage, worin das Problem bestehe, wurde von dem Kraftwerksbetreiber mit dem Hinweis begegnet, man wünsche keinen Besuch und keine Fragen, so lange die Gruppe nicht eine pro-nukleare Position beziehe, berichtet ein Politiker der DPJ. Nun werde man dem Konzern eine offizielle förmliche Anfrage im Namen der Partei stellen.

Rokkasho will bei Atomausstieg Brennstäbe zurückschicken: Sollte Japans Regierung den langfristigen Atomausstieg anstreben und den Kreislauf der Wiederaufbereitung von Brennstäben aus Reaktoren einstellen, so müssen die AKW die eigenen Brennstäbe aus der Wiederaufarbeitungsanlage zurücknehmen.

So jedenfalls die einstimmige, am heutigen Freitag beschlossene Forderung der Gemeindeversammlung des Dorfes Rokkasho (Präf. Aomori), das auch Standort der gleichnamigen Wiederaufarbeitungsanlage ist. Dessen Bürgermeister Kenji Furukawa fragte, wie derartige Entscheidungen ohne Mitsprache gefällt werden könnten.

Die ohne Gegenstimmen erstellte Erklärung ist eine Reaktion auf die Aussage der Demokratischen Partei Japans, dass das politische Versprechen vom Ende der Atomenergie in den 2030ern Teil des Energiestrategiepapiers der Partei werden wird, das frühestens nächste Woche fertiggestellt ist.

Da ein Atomausstieg die Wiederaufarbeitung von Brennelementen aus Reaktoren unnötig macht, werde man bei einem entsprechenden Beschluss der Politik, die gesamten in der Wiederaufarbeitungsanlage befindlichen Brennelemente an die Atomkraftwerke zurückschicken und nehme bis auf weiteres auch keine Neuzugänge für die Anlage entgegen.

Eine derartige Weigerung des Dorfes  Rokkasho würde zu einem schnellen Auffüllen der Abklingbecken der landesweiten Atomreaktoren führen und einen Weiterbetrieb der Kernkraftwerke aufgrund der Auslastung der Lagerkapazität unmöglich machen. Sowohl Kyodo als auch NHK berichteten über die Pläne der Gemeinde.

Südkorea will militärisches Takeshima-Manöver durchführen: Trotz der Spannungen wollen  südkoreanische Streitkräfte und Wasserschutzpolizei eine gemeinsame Übung vor der Insel durchführen. Japans Außenminister Koichiro Genba nannte dies „nicht wünschenswert“ und kündigte „angemessene Aktionen“ an, falls die Übung stattfinden würde.

Südkoreas Verteidungsminister Kim Kwan Jin bestätigte während einer Parlamentssitzung, das die Übung abgehalten, jedoch eine Landungsübung der Truppen verworfen wurde, um das Verhältnis der beiden Staaten, die sich um Inselgruppen streiten, nicht weiter zu belasten.

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