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Japan aktuell: Führungsrohr an Sicherheitsbehälter von Fukushima-Reaktor 2 entfernt

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Fukushima-Reaktor 2: Entfernung des Führungsrohrs am 26. April 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2: Entfernung des Führungsrohrs am 26. April 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2: Entfernung des Führungsrohrs am 26. April 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2: Entfernung des Führungsrohrs am 26. April 2013 (Foto: TEPCO)

Zum Wochenende gewährt der Betreiber des AKW Fukushima heute noch einmal einen Einblick in die ganz aktuellen Arbeiten an der Anlage und dokumentiert damit auch die Bemühungen um einen möglichst reibungslosen Betrieb.

Wie sich das Problem mit der Handhabung des kontaminierten Wassers lösen lässt, interessiert dagegen seit heute eine Reihe von Experten.

Auch das Kühlsystem eines Reaktors ist auf der Anlage in Fukushima aktuell von Interesse, will man doch dem Problem künftiger Stromausfälle begegnen. Einzelheiten zu diesen und weiteren Meldungen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 26. April 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Entfernung von Führungsrohr an Sicherheitsbehälter von Fukushima-Reaktor 2
  • Kühlsystem für Fukushima-Reaktor 4 angehalten
  • Schritte zur Verhinderung radioaktiver Abwässer in Planung
  • Zwei Todesurteile in Japan vollstreckt
  • Aktuelle Geschehnisse im Senkaku-Konflikt
    • 42. Grenzverletzung durch chinesische Schiffe
    • US-Regierung über Spannungen besorgt
    • Abe bekennt sich zu historischer Verantwortung

Entfernung von Führungsrohr an Sicherheitsbehälter von Fukushima-Reaktor 2:  In Reaktor 2 wurde zwischen Mittwoch und dem heutigen Freitag das Führungsrohr, das bei der Einführung von Messgeräten in den Sicherheitsbehälter genutzt worden war, entfernt.

Fukushima-Reaktor 2: Abtrennen des Führungsrohrs am 26. April 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2: Abtrennen des Führungsrohrs am 26. April 2013 (Foto: TEPCO)

Auf den von TEPCO bereitgestellten fotografischen Aufnahmen ist zu sehen, wie die Führung zunächst aus der bisherigen Richtung gebracht wird, um sie einfacher bearbeiten zu können, bevor dann das Rohr abgetrennt und zur Seite hin entfernt wird. Nach Angaben des Betreibers verliefen die Arbeiten ohne Zwischenfälle.

Die verbliebenen Messinstrumente werden nun überholt und verbessert und sich so auf eine künftige erneute Untersuchung des Sicherheitsbehälters vorbereitet. Angaben darüber, in welchem Maß die Angestellten bei den Arbeiten Strahlung ausgesetzt waren, machte TEPCO in der Meldung nicht.

Kühlsystem für Fukushima-Reaktor 4 angehalten: Wie bereits gestern angekündigt, schaltete Kraftwerksbetreiber TEPCO heute um 9:50 Uhr das Kühlsystem für Reaktor 4 ab, um durch entsprechende Arbeiten künftig eine mehrfache Elektrizitätsversorgung gewährleisten zu können, falls es zu Problemen, wie Kurzschlüssen kommen sollte.

Das System wird etwa neun Stunden lang außer Betrieb sein und es wird mit einem Temperaturanstieg von bislang 25 Grad Celsius um 0,456 Grad pro Stunde gerechnet, so dass noch ausreichend Spielraum zum kritischen Wert von 65 Grad Celsius besteht.

Schritte zur Verhinderung radioaktiver Abwässer in Planung: Am heutigen Freitag begann ein Expertenausschuss der Regierung mit der Suche nach Maßnahmen, durch die eine weitere Ansammlung stark radioaktiv kontaminierter Abwässer auf dem Gelände der Anlage des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi verhindert werden kann.

Täglich geraten etwa 400 Tonnen an Grundwasser in das Gebäude und werden so zum Teil des komplexen Kühlkreislaufs für die Reaktoren, was zur radioaktiven Kontamination des Wassers führt, dessen Überschuss dann etwa aus den Kellern der Turbinengebäude in große Tankbehälter abgepumpt werden muss.

Teil der nun auszuarbeitenden Pläne soll nach Meldung  der Kyodo auch die Option sein, eine tief reichende Mauer um die Reaktorgebäude zu führen, um auf diese Weise das weitere Eindringen von Grundwasser dauerhaft zu verhindern.

Zwei Todesurteile in Japan vollstreckt: Am heutigen Morgen wurden in Tokyo zwei frühere Mitglieder der Yakuza hingerichtet. Das frühere Führungsmitglied Katsuji Hamasaki (64) und sein Untergebener Yoshihide Miyagi (65)  waren aufgrund der Erschießung von zwei Yakuza einer verfeindeten Gruppierung im April 2005 im Rahmen ihrer Strafprozesse zum Tode verurteilt worden.

jizo Statue (Foto: Chris Gladis cc-by-nd)
Statue des Jizo: Er begleitet nach Volksglauben die Seelen der Toten (Foto: Chris Gladis cc-by-nd)

Es handelt sich damit bereits um die vierte und fünfte Exekution während der Amtszeit von Premierminister Shinzo Abe. Derzeit warten noch weitere 134 Häftlinge auf ihre Hinrichtung. Während Justizminister Sadakazu Tanigaki die Hinrichtung mit der Brutalität der Verbrechen rechtfertige, protestierten Aktivisten der Menschenrechtsgruppe Amnesty International Japan gegen die Hinrichtungen.

Die Tötung von Straftätern erfolgt in Japan durch erhängen und die Insassen der Todeszellen sind praktisch von der Außenwelt abgeschnitten. Sie erfahren nur kurze Zeit vor ihrer Hinrichtung von ihrem nahenden Ende und auch ihre Angehörigen erfahren oft nicht zeitnah, dass das inhaftierte Familienmitglied exekutiert wurde.

Neben den Vereinigten Staaten von Amerika ist Japan der einzige Mitgliedsstaat der G-8, in dem noch die Todesstrafe Anwendung findet. Über die jüngsten Ereignisse berichteten unter anderem Kyodo, Mainichi Shimbun und jiji.

Aktuelle Geschehnisse im Senkaku-Konflikt: Im Fall der Differenzen zwischen den Nachbarstaaten um mehrere Inselketten, setzt China seinen bisherigen Provokationskurs durch Grenzverletzungen fort. Die aktuellen Meldungen für Sie zusammengefasst:

42. Grenzverletzung durch chinesische Schiffe: Gegen 9:50 Uhr drangen drei chinesische Schiffe – die Haijian 23, 46 und 51 – in die japanischen Gewässer um die Senkaku-Inseln ein. Es handelt sich um den 42. Vorstoß in Japans Hoheitsgebiet seit dem Kauf von drei Senkaku-Inseln von einem privaten japanischen Eigentümer im September vergangenen Jahres.

US-Regierung über Spannungen besorgt: Die Regierung Obama zeigt sich über die Spannungen zwischen Japan und seinen Nachbarstaaten besorgt und hofft, alle betroffenen Staaten würden ruhig und wohlüberlegt handeln, um die Situation zu stabilisieren. US-Zeitungen kritisierten Japan für die unnötigen Provokationen durch seine nationalistische Haltung.

Abe bekennt sich zu historischer Verantwortung: Japans Premier erklärte heute, sein Kabinett teile die Auffassung der Vorregierungen, dass Japan in der Vergangenheit extreme Schäden und Leid über andere Länder, insbesondere in Asien gebracht habe. Offenbar ein Versuch um Diplomatie, denn zuvor hatte er noch erklärt, die entschuldigende Murayama-Erklärung „überdenken“ zu wollen.

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