Japan aktuell: Fukushima-Arbeiter an Herzstillstand gestorben

Japan aktuell: Fukushima-Arbeiter an Herzstillstand gestorben

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Arbeiter am AKW Fukushima gestorben (Foto: TEPCO)
Arbeiter am AKW Fukushima gestorben (Foto: TEPCO)

Arbeiter am AKW Fukushima gestorben (Foto: TEPCO)
Arbeiter am AKW Fukushima gestorben (Foto: TEPCO)

Auch wenn offiziell bislang kein Todesfall am AKW Fukushima auf die Strahlung zurückgeführt wird, so wird von der Anlage in der gleichnamigen Präfektur Fukushima heute wieder der Tod eines Arbeiters gemeldet.

Es ist nicht das erste Mal, dass Angestellte dort ums Leben kommen. Das die Arbeit jedoch nicht nur dort gefährlich  ist, zeigt der Fall der getöteten japanischen Kriegsberichterstatterin Mika Yamamoto.

Mehr zu dem, was im Zusammenhang am Kernkraftwerk Fukushima aktuell bekannt wurde, sowie weitere Fukushima News und sonstige Nachrichten, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 23. August 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Fukushima-Arbeiter an Herzstillstand gestorben
  • Fukushima-Fischer planen Testfang von weiteren sieben Fischereiprodukten
  • Angehörige der getöteten Journalistin in Türkei angekommen
  • Streitigkeiten zwischen Japan und Korea dauern an
    • Südkorea schickt formelles Schreiben Japans ablehnend zurück
    • Japan verweigert Annahme des abgelehnten Schreibens
    • Japan fordert Entschuldigung für Tenno-Nötigung
    • Haftstrafe für chinesischen Botschaftsbrandstifter bleibt bestehen

Fukushima-Arbeiter an Herzstillstand gestorben: Am gestrigen Mittwoch berichteten wir an dieser Stelle über den Zusammenbruch eines Arbeiters am AKW Fukushima. Dieser war gegen 5:35 Uhr an seinem Arbeitsplatz angekommen und hatte gemeinsam mit fünf Kollegen die Arbeiten zur Aufstellung eines Wassertanks begonnen.

jizo Statue (Foto: Chris Gladis cc-by-nd)
Statue des Jizo: Er begleitet nach Volksglauben die Seelen der Toten (Foto: Chris Gladis cc-by-nd)

Er habe sich gegen 9:50 Uhr zur Verhinderung eines Hitzschlags in den Ruheraum für Angestellte von Partnerunternehmen begeben, und kurz darauf über Unwohlsein geklagt.

Gegen 10:35 Uhr war er dann von einem Mitarbeiter bewusstlos aufgefunden worden.

Ein Arzt, der den Bewusstlosen untersuchte, diagnostizierte einen Herzinfarkt und veranlasste gegen 11:34 Uhr die Einlieferung in eine Klinik.

Wie TEPCO jetzt bekannt gab, habe man am gestrigen Nachmittag durch das Partnnerunternehmen Hitachi-GE Nuclear Energy Ltd erfahren, dass der Angestellte gegen 13:09 Uhr von einem Arzt im Krankenhaus Iwaki offiziell für Tod erklärt wurde. Die Präfekturpolizei Fukushima bestätigte den Tod des Arbeiters. Als Todesursache wurde ein Herzstillstand festgestellt.

Es bestehe bei kein Zusammenhang zwischen dem Tod des 57 Jahre alten Mannes und seiner Tätigkeit am AKW Fukushima, die er seit August 2011 ausübte, erklärte TEPCO und wies auf die geringe Strahlungsbelastung hin. Er trug zum Zeitpunkt des Zwischenfalls eine vollständige Atemschutzmaske, sowie einen Schutzanzug.

Bei dem jetzt verstorbenen Fukushima-Arbeiter handelt es sich um den fünften Todesfall seit dem Beginn der Krise im März 2011, bei dem ein Angestellter zuvor über Unwohlsein geklagt hatte, teilte die Betreiberfirma TEPCO mit.

Fukushima-Fischer planen Testfang von weiteren sieben Fischereiprodukten: Die Fischereikooperativen erzielten bei einem Treffen mit der Fischereibehörde, der Präfekturleitung und den Lieferbetrieben am gestrigen Mittwoch eine Einigung. Den Fischern soll der zusätzliche Testfang weiterer Meereslebewesen gestattet werden.

Japanische Kegani-Krabbe ケガニ (Foto: 記者O cc by-nd)
Fukushima-Fischer wollen mehr Tiere fangen (Foto: 記者O cc by-nd)

Trotz eines, nach der Fukushima-Katastrophe freiwillig eingehaltenen Verbots der Küstenfischerei, wird damit der testweise Fang von Kegani-Krabben, einer Tintenfischart, und mehreren Muschelarten ab September zugelassen., Formell wird die entsprechende Entscheidung bei einem Treffen der Leitung der Fischereiverbände am 28. Juli getroffen.

Die Meerestiere bestanden die seit Januar stattfindenden Kontrollen der Präfekturverwaltung, bei denen kein radioaktives Cäsium nachgewiesen konnte. Der Fang findet dabei durch Grundschleppnetze, in einer Tiefe von 150 Metern, etwa 50 Kilometer vor der Küste der Stadt Soma (Präf. Fukushima) statt. Das berichtet die Mainichi Shimbun.

Angehörige der getöteten Journalistin in Türkei angekommen – Fragen bleiben: Am Mittwochnachmittag machten sich vier Familienmitglieder der Journalistin Mika Yamamoto auf den Weg in die Türkei. Dort befindet sich die Leiche der Kriegsberichterstatterin, die am Montag bei der Berichterstattung aus der syrischen Stadt Aleppo getötet worden war.

Nachdem ihr Körper zunächst in eine Grenzstadt gebracht worden war, wurde er nach Adana, in den Norden der Türkei transportiert und dort eine Untersuchung durchgeführt, um die Todesursache zu ermitteln, berichtete ihr ehemaliger Kollege Kazutaka Sato (56), der bei dem Feuergefecht entkommen konnte, laut Yomiuri Shimbun.

Die Angehörigen der Journalistin, darunter ihre beiden Schwestern trafen am Mittwochabend in Istanbul ein. Die Leiche der Getöteten soll am Donnerstagnachmittag von Kilis im Süden der Türkei nach Istanbul transportiert werden. Eine Überführung nach Japan wird frühestens für Freitag angesetzt, heisst es von der Kyodo.

Die genaue Todesursache konnte bei der Autopsie jedoch nicht genau geklärt werden, erklärte Sato gegenüber Reportern. Man habe Schäden an der Wirbelsäule festgestellt und Metallstücke, bei denen es sich vermutlich um Projektilfragmente handelt. Er würde gerne mehr Details erfahren, aber außer der Autopsiebefunde gebe es nichts weiteres.

Nach Angabe der Asahi Shimbun zeigte sich Kazutaka Sato, der zudem Vorgesetzter bei der The Japan Press als auch Lebensgefährte von Yamamoto war, unzufrieden mit der Autopsie. Lediglich “Blutverlust” wurde als mögliche Todesursache angegeben. Die Untersuchung sei zu fahrlässig gewesen, er wolle genaue Angaben zu den Kugeltreffern.

Allerdings wolle er auch die Leiche nicht unnötig lange in der Türkei wissen, sondern wünsche sich, dass die sterblichen Überreste so bald wie möglich nach Japan überführt werden. Dennoch sei etwa ungeklärt, wie Metallfragmente ihre Wirbelsäule verletzen und es zum Riss von Arterien in diesem Bereich kommen konnte, da Yamamoto eine kugelsichere Weste trug.

Während der Sarg am Freitag die Türkei verlassen soll, plant Sato am Samstag ebenfalls zurück nach Japan zu fliegen. Bereits am Dienstag hatte er in einem telefonischen Interview mit der Yomiuri Shimbun erklärt, er allein sei gänzlich dafür verantwortlich, dass es ihm nicht gelungen sei, sie zu beschützen.

Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)
Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)

Streitigkeiten zwischen Japan und Korea dauern an: Im Streit um die Takeshima-Inselgruppe zwischen Japan und Korea gibt es keine Einigung. Die diplomatischen Spannungen halten trotz der Rückkehr von Japans Botschafter Masatoshi Muto nach Seoul weiter an.

Südkorea schickt formelles Schreiben Japans ablehnend zurück: Am heutigen Nachmittag wurde das formelle Schreiben ablehnend an die japanische Botschaft zurückgegeben, versehen mit einem diplomatischen Hinweis.

Dies sei normal im Falle eines Dokuments, dessen Bedingungen niemals akzeptiert werden können, erklärte der Sprecher von Koreas Außenministerium Cho Tai Young.

Japan verweigert Annahme des abgelehnten Schreibens:  Japans Außenministerium lehnte die Entgegennahme des abgelehnten Schreibens, dass durch einen Angestellten der koreanischen Botschaft in Tokyo überbracht wurde, ab. In dem Schreiben hatte Japans Premier Noda dazu aufgefordert, den Inseldisput vor den Internationalen Gerichtshof zu bringen.

Japan fordert Entschuldigung für Tenno-Nötigung: Bei intensiven Diskussionen im Haushaltsausschuss antwortete Japans Premierminister Yoshihiko Noda auf die Bermerkung des LDP-Oppositionspolitikers Hakubun Shimomura, er werde ein Rückziehen der Forderung und eine Entschuldigung von Südkoreas Präsident einfordern.

Die Aufforderung zur Entschuldigung des Tenno stelle einen Affront da und sei zudem widersinnig, da ein derartiger Besuch nie beabsichtigt war, sondern die Einleitung durch Südkorea erfolgt sei.

Haftstrafe für chinesischen Botschaftsbrandstifter bleibt bestehen: Das Gericht in Seoul lehnte heute Anträge von Staatsanwaltschaft und Verteidigung ab, indem es das Urteil aus erster Instanz gegen einen Chinesen, der am 8.  Januar 2012 vier Molotowcocktails auf die japanische Botschaft in Seoul geworfen hatte, bestätigte.

Der 38 Jahre alte Mann, der lediglich unter dem Namen Liu bekannt ist, muss somit die bereits verhängte zehnmonatige Haftstrafe absitzen, berichtet die Kyodo. Bei dem Zwischenfall hatte es lediglich leichten Sachschaden gegeben, es gab keine Verletzten.

3 KOMMENTARE

    • Na du als Bild-Leser musst es ja wissen. Aussagen dann auch noch ohne Begründung zu bringen ist natürlich ganz großes Kino.

  1. Traurig, wie Arbeiter und Helfer für die Überheblichkeit von Politik und Atomlobby mit ihrem Leben bezahlen müssen.

    Vielen Dank für eure eigene Arbeit und die täglichen Artikel!

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