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Japan aktuell: Fukushima-Arbeiter nach Zusammenbruch im Koma

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Leck an Wassertank der Entsalzungsanlage (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Leck an Wassertank der Entsalzungsanlage (Foto: TEPCO)
Leck an Wassertank der Entsalzungsanlage (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Leck an Wassertank der Entsalzungsanlage (Foto: TEPCO)

Während sich der japanische Fußballverband über Auszeichnungen seiner Mitglieder freuen durfte, sieht die Zukunft für andere Menschen in Japan wenig rosig aus. So gibt es etwa aus Fukushima aktuell weitere Informationen über den Angestellten, der gestern kollabiert war und einen Herzstillstand erlitten hatte (Spreadnews berichtete).

Weitere Informationen, etwa über erneute Probleme mit austretendem Wasser am AKW Fukushima stehen dahinter zurück, dennoch sind sie ebenso Teil der Berichterstattung, wie die Fukushima News. Alles nun im  Spreadnews Japan-Ticker vom 10. Januar 2012.

Leck an Wassertank der Entsalzungsanlage: Nach Angaben von TEPCO stellte ein Angesteller am heutigen Dienstag um 10:28 Uhr Ortszeit ein Wasserleck an der Dichtung am unten Ende eines Wassertanks für belastetes Wasser der Wasserentsalzungsanlage fest. Bislang seien etwa 10 Liter ausgelaufen und bildeten eine Lache auf dem Betonboden.

Das Wasser sei mit einer Geschwindigkeit von einem Tropfen pro Sekunde ausgetreten. Nach dem festziehen eines Bolzens am Anschlussstück des Tanks, sei kein Wasser mehr ausgetreten. Mittlerweile habe man Sandsäcke um die Stelle herum gestapelt, um eine Ausbreitung der Lache zu verhindern.

TEPCO erklärte, dass dieses Leck weder einen Einfluss auf die Entsalzungsanlagen, noch auf die Einspeisung von Wasser im Kühlsystem gehabt habe, da dass Wasser ausschließlich aus diesem Tank stamme.

Fukushima-Arbeiter nach Zusammenbruch in Koma: Wie der Betreiber des AKW Fukushima mitteilte, liegt der Arbeiter eines Tochterunternehmens, bei dem es gestern nach Klagen über Unwohlsein zu einem Zusammenbruch mit Aussetzenvon Herzschlag und Atmung gekommen war, nun im Koma.

Gegen 14:20 Uhr am gestrigen Tag habe sich der Angestellte, der älter als 60 Jahre ist, krank gefühlt und sei im Notfallzentrum der Anlage behandelt worden. Sein Zustand habe sich jedoch nicht gebessert, so dass er gegen 16:30 Uhr in ein Krankenhaus eingeliefert wurde.

TEPCO berichtet, der Mann sei mit dem gießen von Beton zur Herstellung eines Tanks für radioaktives Material beschäftigt gewesen, dass bei der Reinigung von kontaminiertem Wasser anfällt. Insgesamt sei er, mit gestrigem Stand, einer Belastung von bis zu 52 Mikrosievert ausgesetzt gewesen. Der Betreiber will nun Daten darüber, wie lange der Mann bisher an Atomkraftwerken arbeitete und welchen Mengen an Strahlung er dabei bislang ausgesetzt worden war, ermitteln.

Nach Angaben der Mainichi Shimbun handelt es sich offiziell um den dritten Toten aufgrund von Krankheit, oder anderen Ursachen seit Beginn der Krise am AKW Fukushima Daiichi.

Kritik an Walfanggegner von Sea Shepherd: Peter Bethune, früheres Mitglied der militanten Umweltschützer saß nach dem Entern eines Walfangschiffes fünf Monate in Japan im Gefängnis. Drei Aktivisten der sympathisierenden Organisation Forest Rescue, die ein japanisches Walfangschiff enterten, könnte nun das gleiche Schicksal drohen – wofür er Paul Watson, den Gründer von Sea Shepherd verantwortlich macht.

Bethune erklärte gegenüber der japanischen Nachrichtenagentur jiji, dass Watson bekannt gewesen sei müsse, dass das Seegebiet in dem der Übergriff stattfand, nicht unter australisches Recht fällt. Das Konzept der ausschließlichen Wirtschaftszone werde oft missverstanden, so dass man glaube, sie falle unter australisches Recht, erläuterte der Ex-Aktivist.

Die drei Australier hatten die „Daini Shonan Maru“ (Shonan Maru 2), ein Begleitschiff der Walfangflotte, in einer Nacht- und Nebel-Aktion geentert und gefordert nach Australien zurück gebracht zu werden um auf diese Weise das Schiff vom Walfang abzuhalten. Da die Wirtschaftszone jedoch nicht unter australisches Recht fällt, werden die Aktivisten stattdessen  auf der Shonan Maru 2 festgehalten.

Die Japaner haben unterdessen internationale Gewässer erreicht und sind auf dem Weg zur Jagd in die Antarktis – unter ständiger Beobachtung durch die Umweltschutzorganisation.

Die Sea Shepherd kontert nun und berichtet, das Harpunenschiff „Daisan Yushin Maru“ (Yushin Maru 3) sei trotz eines Gerichtsurteils 2008,  bei den als Naturerbe eingestufte MacQuarie Insel in die australischen Hoheitsgewässer eingedrungen, als die „Bob Barker“, ein Schiff der Aktivisten dort versuchte, die Japaner abzuschütteln.

Japanerin ist Weltfußballerin des Jahres 2011: Homare Sawa (33), Mittelfeldspielerin der japanischen Frauen-Nationalmannschaft, die 2011 Weltmeister wurde, darf sich nach weiteren Auszeichnungen, etwa als beste Spielerin der WM 2011 jetzt auch über die Ernennung zur Weltfußballerin des Jahres freuen. Sie setzte sich damit in der Entscheidung gegen die Brasilianerin Marta durch, die zuvor fünf Mal in Folge den Titel holte.

Sawa erschien zu der Ehrung in Zürich im Kimono, da dies nach Gesprächen mit dem japanischen Fuballverband JFA aus ihrer Sicht das geeignetste Kleidungsstück für diesen Anlass gewesen sei, da es Japan repräsentiere. Der Manager der Damen, Norio Sasaki (53) erhielt seine Auszeichnung als bester Frauentrainer des Jahres.

Bei den Herren holte Lionel Messi (24), der beim FC Barcelona spielt, die Auszeichnung als erster Mann zum dritten Mal in Folge. FIFA-Welttrainer wurde Josep Guardiola, ebenfalls vom FC Barcelona.

Wagen der japanischen Polizei (Foto: pd)
Omu Shinrikyo: Fluchthelferin stellt sich der Polizei (Foto: pd)

Fluchthelferin von Mitglied der Giftgas-Sekte stellt sich: Die Festnahme von  Makoto Hirata (46) Ex- Mitglied der Sekte Omu Shinrikyo, die unter anderem für die Anschläge mit dem Nervengas Sarin 1995 sowie Entführungen und Morde verantwortlich ist, hat Bewegung in die Ermittlungen gebracht.

Am heutigen Dienstagmorgen stellte sich Akemi Saito (49) den Behörden und gab laut Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo an, sie habe Hirata während seiner 17 Jahre dauernden Flucht nicht nur Unterschlupf gewährt, sondern habe auch mit ihm zusammengelebt. Nach eigenen Angaben arbeitete sie, während Hirata im Haus blieb. Abgesehen von einer ersten Zahlung, seien sie finanziell unabhängig von der Sekte gewesen.

Taro Takimoto, ein Rechtsanwalt der auf frühere Mitglieder der Sekte spezialisiert ist, erklärte jetzt, Hirata habe ihm in einem Gespräch erzählt, wo Saito lebte.  Er habe sich darauf zu ihr begeben und sie davon überzeugen können, sich ebenfalls der Polizei zu stellen. Ursprünglich war sie wegen des Verdachts der Dokumentenfälschung für die Sekte und die Fluchthilfe eines anderen Kultisten gesucht wurden, beide Anklagepunkte verjährten jedoch im Jahr 2000.

Der Anwalt berichtete, nachdem Hirata und Saito sich zuvor in der Präfektur Aomori, der Stadt Fukushima (Präf. Fukushima) und der Stadt  Sendai (Präf. Miyagi) wo sie zwischen 1995 und 19996 in einem Restaurant arbeitete,  versteckt gehalten hatten, lebten sie bereits seit 15 Jahren in Higashi-Osaka, einer Stadt unmittelbar östlich von Osaka.

Die Polizei will nun sowohl ihre Wohnung, als auch die Osteopathiepraxis in der Saito arbeitete durchsuchen, um sich einen besseren Überblick über den Lebensstil während der Flucht machen zu können.

Auch wenn die ursprünglichen Vorwürfe gegen sie verjährt sind, drohen Akemi Saito wegen der Unterstützung von Hirata eine Geldstrafe von bis zu 200.000 Yen, oder aber zwei Jahre Haft.

Zentrum der Sekte Omu Shinrikyo 1994 in Tokyo (Foto: pd)
Früheres Zentrum der Omu Shinrikyo in Tokyo (Foto: pd)

Unterdessen belastet die Aussage eines bereits verurteilten Mitglieds der Sekte Hirata weiter, berichtet die Mainichi Shimbun. Nach Aussage von Yoshihiro Inoue (42) sei dieser in vollem Umfang über die Pläne zur Entführung des Rechtsanwalts Kiyoshi Kariya eingeweiht gewesen, bei der es durch die Injizierung einer „Wahrheitsdroge“ zu dessen Tod gekommen war. Auch weitere inhaftierte Sektenmitglieder stützen diese Aussage.

Hirata hatte bislang behauptet nur als Fluchtwagenfahrer gedient und keine Ahnung vom Plan gehabt zu haben.

Von der Yomiuri Shimbun ist zu hören, dass man offenbar nun auch plant, das frühere Oberhaupt des Kultes, den 56 Jahre alten Chizuo Matsumoto (alias Shoko Asahara), zu den Kenntnissen von Makoto Hirata über die Aktionen der Sekte zu befragen.

Dies könnte jedoch schwierig werden, da der Sektenguru seit seiner ersten Gerichtsverhandlung im Jahr 1998 kaum ein vernünftiges Wort von sich gab, sondern spätestens seit 2004 fortwährend im Flüsterton Selbstgespräche führte und einige Zeit sogar Hygiene und Nahrungsaufnahme vernachlässigte.

Selbst seine Anwälte behaupten, mit ihrem Mandanten nicht ein einziges Mal vernünftig gesprochen zu haben. Dennoch wird er von Psychiatern nicht als unzurechnungsfähig eingestuft.

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