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Japan aktuell: Fukushima-Arbeiter unzureichend auf Strahlung kontrolliert

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Fukushima-Arbeiter am Bus 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
Aktuelle Daten zur Strahlungsbelastung der AKW-Arbeiter veröffentlicht (Symbolfoto: TEPCO)
Fukushima-Arbeiter am Bus 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
Strahlungsbelastung von Arbeitern wurde nicht ausreichend kontrolliert (Foto: TEPCO)

Über lebensgefährliche Arbeitsbedingungen, mangelhafte Ausrüstung und zweifelhafte Beschäftigungsverhältnisse wurde im Zusammenhang mit den Kraftwerksarbeitern bereits berichtet.

Jetzt ist aus Fukushima aktuell zu hören, dass offenbar die Strahlungsmessungen der Arbeiter unzureichend durchgeführt und einige Arbeiter vermutlich höherer Strahlungs ausgesetzt waren, als bislang bekannt.

Diese Fukushima News sind daher Teil unser heutigen Berichterstattung und finden sich somit auch im heutigen Spreadnews Japan-Ticker vom 5. Januar 2013.

Keine Strahlungskontrollen an Extremitäten von Fukushima-Arbeitern: Helfer der ersten Stunde, also jene Arbeiter, die als „Fukushima 50“ in den ersten Monaten nach Ausbruch der Fukushima-Krise versucht hatten, die  Situation unter Kontrolle zu bringen, wurden nur mangelhaften Strahlungstests unterzogen.

So sollen trotz der Arbeiten zwischen den stark radioaktiven Trümmern, lediglich der Oberkörper der Arbeiter auf eine Strahlungsbelastung kontrolliert worden sein – im Fall einer höheren Belastung an Extremitäten als am Oberkörper, hätten auch Arme und Beine mit zusätzlichen Dosimetern ausgestattet werden müssten.

Dies berichtet die Mainichi Shimbun und beruft sich dabei unter anderem auch auf frühere TEPCO-Beschäftigte.

Körperliche Symptome nach Kontakt mit kontaminiertem Wasser: Ein Beispiel dafür, welche Auswirkungen die unvollständigen Körper-Scans haben, stellt der Fall eines Arbeiters dar, der für die Strahlungskontrollen zuständig war und bei der Aufgabe, elektrische Kabel zu verlegen, mehrfach durch Pfützen mit radioaktivem Wasser trat, so dass Schuhe und Socken durchweicht wurden.

Strahlungsmessungen in diesem Bereich betrugen zwischen 10 bis 20 Millisievert, doch die Werte der Anhaftungen unter seinen Füßen überstiegen 100 Milisievert. In den folgenden Monaten litt er an dauerhafter Taubheit in seinen Zehen, ging jedoch nicht in ein Krankenhaus, da er die Symptome auf die unhygienischen Arbeitsbedingungen zurückführte.

Keine zusätzlichen Dosimeter: Zwar ist bei hohen Belastungen an Händen oder Füßen das Tragen von ringförmigen Dosimetern an Armen und Beinen vorgeschrieben, der Arbeiter gab jedoch an, lediglich ein APD-Dosimeter in seiner Brusttasche getragen zu haben. Diese sind unter bestimmten Umständen nur in der Lage Gammastrahlung zu erfassen, so dass erwa Beta-Strahlung unberücksichtigt blieb.

Ein weiterer Strahlungskontrolleur gab an, das Unternehmen habe weder an Fingern noch Augen zusätzliche Strahlungsmessungen vorgenommen, obwohl vielfache Unterschiede zwischen Strahlungsbelastung von Torso und Händen vorliegen würden. Erst zwei oder drei Monate nach Beginn der Krise wurden die ringförmigen Dosimeter verteilt.

Der Betreiber TEPCO rechtfertigt sich: Der Betreiber TEPCO erklärte, zunächst  habe man Strahlungsdaten durch Brustscans erhalten. Ein Sprecher des Unternehmens führte, die Überwachung mit APD sei angemessen gewesen, da die Gammastrahlung unrsprünglich höher war als die Beta-Strahlung.

Als durch die Reinigung von kontaminiertem Wasser die Höhe der Gammastrahlung sank, wurden die Werte der Beta-Strahlung deutlich. Daher habe man zu diesem Zeitpunkt die Ring-Dosimeter ausgegeben. Durch die Ganzkörperkontrollen nach der Arbeit seien drei Arbeiter aufgefallen, die im März 2011 mit hoch radioaktivem Wasser in Kontakt gekommen waren.

Kritiker ziehen diese Aussagen in Zweifel und fordern die schnelle Vorlage neuer Einschätzungen zur Strahlungsbelastung von Extremitäten der Fukushima-Arbeiter. Nun müsse man den früheren Aufgaben und die Arbeitsbereiche ausfindig machen, um mögliche Krebsrisiken einschätzen und effektive Früherkennung leisten zu können.

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