Start Aktuelles Japan aktuell: Fukushima-Arbeiter wurden vorsätzlich gefährdet

Japan aktuell: Fukushima-Arbeiter wurden vorsätzlich gefährdet

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AKW Fukushima: Arbeiter in Reaktor 2 am 19. Mai 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Arbeiter in Reaktor 2 am 19. Mai 2011 (Foto: TEPCO)
Tepco: Arbeiter in Reaktor 2 am 19.05.2011 Foto: Tepco
Fukushima-Arbeiter wurden vorsätzlich gefährdet (Foto: TEPCO)

In Japan hat mit dem Ende der Reiseperiode innerhalb der „Goldenen Woche“ auch der Rückstrom der Urlauber eingesetzt. Weniger große Bewegungen werden vom AKW Fukushima aktuell gemeldet, allerdings spricht bereits ein Bericht über den Umgang mit Kraftwerksarbeitern seine ganz eigene Sprache.

Somit sind neben dem AKW Fukushima heute auch andere Umstände, die mit der Katastrophe an der Anlage in Zusammenhang stehen von Interesse. Einzelheiten zu den Fukushima News und sonstige Meldungen, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 6. Mai 2013

Unsere Themen zu Wochenbeginn

  • Frühe Strahlungsbelastung bei Fukushima-Arbeitern
  • TEPCO sieht Leerung unterirdischer Tanks im Zeitplan
  • Reisanbau in Fukushima-Ortschaft begonnen
  • Internationale Vertreter bei vertraulichem Fukushima-Treffen
  • Senkaku
    • Chinesische Schiffe vor Senkaku gesichtet
    • Chinas Schiffe in Senkaku-Gewässer eingedrungen

Frühe Strahlungsbelastung bei Fukushima-Arbeitern: Aus den Aufnahmen einer Videokonferenz, die auf dem Höhepunkt der Krise in der Nacht des 14. März 2011 geführt wurde, geht hervor, dass die Angestellten des Unternehmens bereits früh angewiesen wurden, sich hohen Strahlungswerten auszusetzen.

In dem Video ist mitzuverfolgen, wie der damalige Leiter des Kernkraftwerks Masao Yoshida berichtet, dass die Höhe der Gammastrahlung am Haupttor der Anlage auf 3,2 Millisievert pro Stunde angestiegen sei, was etwa 3.000 Mikrosievert entspreche. Sakae Muto, zu diesem Zeitpunkt Vize-Vorsitzender von TEPCO stellte fest: „Dies sind die bislang höchsten Werte, nicht wahr?“

Die vergleichsweise Gleichgültigkeit, mit der die Arbeiter der Strahlung ausgesetzt wurden, ist nach Einschätzung der jiji darauf zurückzuführen, dass die Befürchtung bestand, zu viel Besorgnis vor der Strahlung könne den Fortschritt der Arbeiten gefährden. Somit wurden die Arbeiter bereits früh vergleichsweise hohen Werten an Radioaktivität ausgesetzt, bevor ihnen die Gefährdung zu sehr bewusst werden würde.

TEPCO sieht Leerung unterirdischer Tanks im Zeitplan: Der Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi ist zuversichtlich, wie geplant die unterirdischen Lagertanks auf dem Gelände der Anlage bis Anfang Juni leergepumpt zu haben.

AKW Fukushima: Unterirdischer Lagertank (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Unterirdischer Lagertank (Foto: TEPCO)

Bislang wurden 7.000 der insgesamt 23.000 Tonnen an Wasser ohne Zwischenfälle aus den unterirdischen Lagern hochgepumpt und in oberirdische Behälter transferiert. Das Betreiberunternehmen hatte sich zur Aufgabe der Lagertanks entschlossen, nachdem es dort seit Anfang April zu Lecks in einigen der Lagertanks gekommen war.

TEPCO bemüht sich derweil, oberirdisch weitere Behälter bereitzustellen, um sowohl das hochgepumpte Wasser, als auch neu anfallendes Wasser aus den Gebäuden aufzunehmen (Spreadnews berichtete am 3. Mai 2013).

Nach wie vor durch die Lecks austretendes Wasser wird nach Unternehmensangaben immer wieder zurück in die unterirdischen Tanks gepumpt, um es von dort an die Oberfläche schaffen zu können und die Umweltbelastung so gering wie möglich zu halten.

Reisanbau in Fukushima-Ortschaft begonnen: Erstmals seit die Ortsverwaltung einen freiwilligen Verzicht auf Reisproduktion von den Einwohnern verlangt hatte und diese in den folgenden zwei Jahren keinen Reis angebaut hatte, begann man am Wochenende in Hirono (Präf. Fukushima) mit dem Ausbringen der Reissetzlinge.

Eine Reis-Rispe
Erstmals wieder Reisanbau in Hirono (Foto: pd)

Nachdem Kontrollen ergeben hatten, dass im vergangenen Jahr fast alle getesteten Reisproben aus Hirono unter dem zulässigen Sicherheitswert für Lebensmittel von 100 Becquerel pro Kilogramm lagen, teilte die Ortsverwaltung die Mittel für den Reisanbau kostenlos an die Landwirte aus. Das berichtet die Mainichi Shimbun.

Der Reis wird nach seiner Ernte jedoch nicht sofort in den landesweiten Handel gehen, sondern zunächst erneut Tests unterzogen werden, bevor eine Wiederaufnahme des Versands erwogen wird.

Es bleibt zudem abzuwarten, wie Verbraucher die Produkte aufnehmen werden.

Internationale Vertreter bei vertraulichem Fukushima-Treffen: Bei einem Treffen der International Nuclear Regulators Association (INRA) trafen sich am heutigen Montag, unter Leitung von Shunichi Tanaka, Vorsitzender von Japans Atomaufsicht (NRA),  Vertreter von Atombehörden aus neun Ländern, darunter auch die USA und Südkorea, um ihre Reaktionen auf die Fukushima-Katastrophe 2011 zu diskutieren.

Was dort genau besprochen wird, bleibt jedoch unbekannt, da abgesehen von einer Besichtigung von Maßnahmen zur Bewältigung der Krise, die am Mittwoch stattfinden soll, keinerlei Informationen nach außen dringen sollen, um „offene Gespräche“ zwischen den Teilnehmern zu ermöglichen, meldet die Kyodo.

China wiederholt Senkaku-Provokation: Trotz der Kooperation mit seinem Nachbarn auf anderen Gebieten, zeigt sich die chinesische Führung in ihren Ansprüchen auf die japanische Inselgruppe weiterhin uneinsichtig und ging erneut zu Provokationen über. Die aktuellen Meldungen für Sie zusammengefasst:

Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)
Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)

Chinesische Schiffe vor Senkaku gesichtet: Am Samstag wurden zum dritten Tag in Folge drei chinesische Schiffe in der Nähe der Senkaku-Inselgruppe gesichtet. Die japanische Küstenwache erklärte, man sei auf Verletzungen des Hoheitsgebiets vorbereitet.

Chinas Schiffe in Senkaku-Gewässer eingedrungen: Am Sonntag drangen gegen 11:00 Uhr drei chinesische Schiffe in japanische Gewässer ein. Es war die 42. Missachtung japanischer Territorialrechte, seit dem Kauf von drei Inseln durch die japanische Regierung im September vergangenen Jahres. Japan legte diplomatischen Protest ein.

Chinas Schiffe verlassen japanisches Gebiet: Nach einem dreistündigen illegalen Aufenthalt in japanischem Hoheitsgebiet, verliessen die chinesischen Schiffe das Gebiet wieder. Bei der Aktion näherte sich eines der Schiffe bis auf 500 Meter der Küste von Uotsurijima.

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