Start Aktuelles Japan aktuell: Fukushima-Betreiber intensiviert Maßnahmen gegen Grundwasserproblem

Japan aktuell: Fukushima-Betreiber intensiviert Maßnahmen gegen Grundwasserproblem

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AKW Fukushima: Zusätzliche Maßnahmen zum Grundwasserschutz am 20. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Zusätzliche Maßnahmen zum Grundwasserschutz am 20. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Zusätzliche Maßnahmen zum Grundwasserschutz am 18. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Zusätzliche Maßnahmen zum Grundwasserschutz im Oktober 2013 (Foto: TEPCO)

Mit weiteren Maßnahmen will der Betreiber der Anlage in Fukushima aktuell eine weitere Kontamination des Grundwassers, insbesondere durch Tanklecks, so weit wie möglich verhindern.

Daneben wurden die Strahlungsdaten der Angestellten am AKW Fukushima heute veröffentlicht und auch Katastrophenschutzmaßnahmen sind Teil der Berichterstattung.

Neben den Fukushima News gibt es jedoch auch Informationen über ungewöhnliche Proteste von Atomkraftgegner. Einzelheiten nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 31. Oktober 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Zusätzliche Maßnahmen zum Grundwasserschutz
  • Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter
  • Lichtspeicher-Büromöbel für Katastrophenfälle
  • Büroangestellte demonstrieren gegen Atomkraft
  • Protokollbruch durch Atomkraftgegner beim Tenno

Zusätzliche Maßnahmen zum Grundwasserschutz: Der Kraftwerksbetreiber TEPCO teilte mit, man werde an fünf Stellen in der Nähe eines Lagertankstandorts zusätzlich Grundwasser heraufpumpen, um die Ausbreitung von radioaktiv belastetem Wasser zu verhindern.

AKW Fukushima: Sicherheitsmaßnahmen gegen Lecks am 18. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Sicherheitsmaßnahmen gegen Lecks am 18. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)

Das Unternehmen erklärte, man habe am Montag an einem Grundwasserkontrollposten, etwa zehn Kilometer nördlich vom Standort des Tanks, in dem im August mindestens 300 Tonnen an radioaktivem Wasser ausgetreten waren, hohe Messwerte nachgewiesen. Wasserproben hätten eine Belastung von 220.000 Becquerel an Betastrahlern pro Liter ergeben.

Anfang November will der Elektrizitätsanbieter mit dem täglichen Heraufpumpen von zehn Tonnen an den fünf neuen Kontrollposten beginnen. Gegenwärtig befindet sich bereits ein Kontrollposten auf der Seeseite der Anlage. Der für die Lagerung genutzte Tank werde besonders gefertigt.

Um eine Kontamination des Wassers durch den Erdboden zu verhindern, wird gegenwärtig auch stark radioaktiv belastetes Erdreich um einen Tank aufgeschichtet. Auch dieser Bereich soll in Zukunft ausgedehnt werden, berichtet die NHK.

Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter: Am heutigen Donnerstag übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO die aktuellen Angaben zur Zahl der Beschäftigten an der Anlage, sowie zur Höhe der Strahlungsdosis an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales für den September 2013.

Fukushima-Arbeiter vor Abfahrt des Busses am 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter (Symbolfoto: TEPCO)

Nach Angaben von TEPCO , waren im September 2013 insgesamt 478 Arbeitskräfte für das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi neu eingestellt worden.
Die maximale Strahlungsbelastung lag bei 17,95 Millisievert, Im Bezug auf die inkorporierte Strahlenbelastung wurden keine signifikanten Werte festgestellt.

Der nächste Bericht, der sich mit den Strahlungsdaten mit Stand von Ende Oktober befassen wird, soll gegen Ende November eingereicht werden.

Lichtspeicher-Büromöbel für Katastrophenfälle: Für gewöhnlich sind im Dunkeln leuchtende Gegenstände in privaten Wohnungen oder Büroräumen vor allem Dekoration – das japanische Textilunternehmen Suntone Coproration aus Osaka sieht dagegen einen praktischen Nutzen in der Folge von Naturkatastrophen.

Phosphoreszierende Pigmente (Foto: pd)
Phosphoreszierende Pigmente (Foto: pd)

Da in Japan viele Stromleitungen immer noch oberirdisch verlaufen, kommt es nach Erdbeben häufig zu Stromausfällen.

Nach dem großen Tohoku-Erdbeben von 2011 kam der Hersteller von Textilmaterial auf die Idee, einen Stoff zu produzieren, der durch Phosphoreszenz im Dunkeln leuchtet und auf diese Weise in Büroräumen für eine rudimentäre Beleuchtung zu sorgen.

Der Hersteller sprüht im Fertigungsprozess einige Substanzen auf Kunststoffmaterial, dass anschließend weiterverarbeitet wird, so dass beispielsweise Sitzmöbel daraus gefertigt werden können.

Um leuchten zu können genügt es, wenn das Tuch eine halbe Stunde lang Sonnenlicht oder dem Licht fluoreszierender Lampen ausgesetzt wird, so dass es dies speichern kann.

Anschließend kann das Textilstück über eine Dauer von acht Stunden ein blau-weiß leuchtendes Licht abgeben. Bereits im November soll, in Zusammenarbeit mit einem Möbelhersteller, die erste lichtspeichernde Büroausstattung produziert werden. Über die Entwicklung berichtete die Asahi Shimbun.

Büroangestellte demonstrieren gegen Atomkraft: Wenn von Atomkraftgegnern die Rede ist, so stellt sich vielfach das Bild junger Leute und Alt-68er ein, die mit Bannern und Plakaten durch die Straßen ziehen. Den typischen Büroangestellten mit konservativem Haarschnitt, dunklem Geschäftsanzug, Hemd und Krawatte erwartet man dort vermutlich weniger.

Doch am gestrigen Mittwoch protestierten schätzungsweise 600 Angestellte verschiedener Unternehmen in Japans Hauptstadt Tokyo während eines 1,7 Kilometer langen Marschs,  gegen die weitere Nutzung der Atomenergie.

Die Proteste waren über das Internet organisiert und die Teilnehmer aufgefordert worden, in ihren Geschäftsanzügen zu erscheinen, um Vorgesetzte und hochrangige Personen in der Geschäftswelt auf das Problem der Atomkraft aufmerksam zu machen. Über den ungewöhnlichen Protest berichteten Mainichi Shimbun und Asahi Shimbun.

Protokollbruch durch Atomkraftgegner beim Tenno: Entgegen jeder guten Sitte in Japan hat der Politiker Taro Yamamoto, der für seine Aktivitäten als Atomkraftgegner bekannt ist, auf dem diesjährigen Herbstfest dem Tenno ein Schreiben überreicht, in dem er auf die angeblich gegenwärtigen Gesundheitsfolgen durch das AKW Fukushima Daiichi aufmerksam machen will.

Kaiserpalast Tokyo: Nijubashi Brücke (Foto: Sébastien Bertrand, Lizenz: cc-by)
Kaiserpalast Tokyo (Foto: Sébastien Bertrand, Lizenz: cc-by)

Dieser Bruch des Protokolls führte unmittelbar zu harscher Kritik an dem Vorgehen des Politikers.

Es könne der Eindruck entstehen, er versuche den Tenno für politische Zwecke zu nutzen.

Gemäß der von den Amerikanern diktierten Nachkriegsverfassung Japans, hat der Tenno keinen Göttlichkeitsstatus mehr, sondern ist nun vielmehr Symbol des Staates.

Dadurch ist die Position des Tenno zwar weitgehend auf repräsentative Handlungen beschränkt und nicht an politischen Entscheidungen beteiligt – er genießt jedoch allgemein große Sympathie.

Diese dürfte Yamamoto durch seine Aktion im Akasaka Garten des kaiserlichen Palastes dagegen nicht unbedingt gewonnen haben. Über den Zwischenfall berichtete die Kyodo.