Start Aktuelles Japan aktuell: Fukushima-Betreiber meldet Brandspuren an AKW Kashiwazaki-Kariwa

Japan aktuell: Fukushima-Betreiber meldet Brandspuren an AKW Kashiwazaki-Kariwa

910
0
TEILEN
AKW Kashiwazaki-Kariwa: Die Brandstelle am 29. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Kashiwazaki-Kariwa: Die Brandstelle am 29. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Kashiwazaki-Kariwa: Die Brandstelle am 29. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Kashiwazaki-Kariwa: Die Brandstelle am 29. Juli 2013 (Foto: TEPCO)

Wenn berichtet wird, dass sich der Tourismus in der Präfektur Fukushima aktuell erholt, ist dies für Wirtschaft vor Ort positiv. Kaum Fortschritte gibt es dagegen für die Betreiber der zahlreichen AKW in Japan.

Deren Neustartpläne sehen sich sowohl durch Blockaden, als auch strengere Sicherheitsbestimmungen behindert.

Diese Meldungen zeigen, dass die Atomenergie auch abseits der Katastrophe in Fukushima heute von Bedeutung ist – auch wenn die Fukushima News noch langfristig für Aufmerksamkeit sorgen werden. Mehr hierzu im Spreadnews Japan-Ticker vom 30. Juli 2013.

Unsere heutigen Meldungen:

  • Feuer an Beleuchtung am TEPCO-AKW Kashiwazaki-Kariwa
  • Dritte Untersuchung des AKW Oi
  • Gouverneur gegen Neustart des AKW Kashiwazaki-Kariwa
  • AKW Takahama muss Tsunami-Schutz verbessern
  • Expertenteam für AKW Monju zusammengestellt
  • Umweltlabor in Katastrophenregion geplant

Feuer an Beleuchtung am TEPCO-AKW Kashiwazaki-Kariwa: Am gestrigen Montag entdeckte ein TEPCO-Angestellter bei einem Kontrollgang gegen 18:00 Uhr im ersten Stock des Turbinengebäudes des dortigen Reaktor 6 ein Feuer an der Neonbeleuchtung. Die Feuerwehr wurde alarmiert und erste Maßnahmen mit einem Feuerlöscher eingeleitet.

AKW Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)
Das AKW Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)

Die Feuerwehr bestätigte um 19:00 Uhr die Löschung und erklärte, dass der Brand bereits beendet gewesen sei.

Bei dem Zwischenfall wurde nach Angaben von TEPCO niemand verletzt, es trat kein radioaktives Material aus.

Genaue Angaben zur Brandursache sollen nach einer Untersuchung des Zwischenfalls gemacht werden.

Dritte Untersuchung des AKW Oi: Am Sonntag führten Experten der Atomaufsichtsbehörde NRA die bislang dritte Untersuchung am AKW Oi (Präf. Fukui) durch. Ziel ist es, definitive Aussagen zu geologischen Verwerfungen, insbesondere zur potentiellen Aktivität der Bruchzone F-6 unterhalb der Anlage machen zu können.

Dieses Ziel zu erreichen, bevor die beiden einzig aktiven Reaktoren des Landes für reguläre Sicherheitskontrollen heruntergefahren werden, ist laut Meldung der jiji eher fraglich. Sollte die NRA der Darstellung des Betreibers Kansai Electric widersprechen und die geologische Verwerfung als aktiv einstufen, wäre dies das Ende für den Betrieb der Reaktoren.

Gouverneur gegen Neustart des AKW Kashiwazaki-Kariwa: Am heutigen Dienstag trafen sich Hirohiko Izumida, Gouverneur der Präfektur Niigata und Akira Amari, Minister für wirtschaftlichen Wiederaufbau, nachdem sich Gouvereur Izumida gegen eine Anfrage des Kabinetts gestellt hatte, die zu Reaktorneustarts führen könne.

Das AKW Kashiwazaki-Kariwa im April 2011 (Original: Daisuke Yamagishi cc-by)
Das AKW Kashiwazaki-Kariwa im April 2011 (Original: Daisuke Yamagishi cc-by)

Bei der Anfrage ging es um die Bitte, der Gouverneur möge dem Elektrizitätskonzern TEPCO die Beantragung einer Sicherheitsprüfung zum Neustart der Anlage Kashiwazaki-Kariwa gewähren. Izumida hatte sich dagegen ausgesprochen, da Sicherheitsprüfungen der Regierung und die Entscheidung zum Neustart zwei verschiedene Dinge seien.

Izumida beklagte, selbst wenn er sich unmittelbar an die Atombehörde wende, würden seine Anliegen grundsätzlich ignoriert. Zudem sei die Kontrolle in mehrfacher Weise nicht zufriedenstellend, so dass er vorerst keine Genehmigung erteile. Das berichtete die jiji.

AKW Takahama muss Tsunami-Schutz verbessern: Kansai Electric, der Anfang des Monats die Sicherheitsprüfungen für die Reaktoren 3 und 4 durch die Regierung beantragt hatte, um eine Genehmigung zum Neustart seiner Anlagen zu erhalten, erklärte, man werde am AKW Takahama die von den Behörden geforderten Tsunami-Schutzmaßnahmen treffen.

Nach der Aufforderung durch die Atomaufsichtsbehörde NRA, die möglichen Schäden bei Tsunami nach den neuen Richtlinien strenger zu beurteilen, war die Höhe des hypothetischen Tsunami von 2,6 auf 3,7 Metern erhöht und dabei festgestellt worden, dass ein Teil der Anlage dabei überflutet werden könnte.

Eine Schließung des Kühlwasserauslaufs zur Kühlung der Reaktoren 1 und 2 , sowie eines Teils des Meerwasserzulaufs der Anlage werden als vorübergehende Maßnahmen erwogen, bis 2015 der erforderliche neue Damm fertiggestellt ist. Diese Maßnahmen werden den Neustart der Anlage verzögern.

Auf weitere Forderungen an den Kraftwerksbetreiber, die eine Neubeurteilung der Erdbebensicherheit beinhalten, will Kansai Electric in einigen Monaten einen Bericht vorlegen, meldet die NHK. Angesichts der Pro-Atom-Politik der Partei von Premierminister Shinzo Abe ist der Neustart von Reaktoren jedoch lediglich eine Frage der Zeit.

Expertenteam für AKW Monju zusammengestellt: Nachdem im vergangenen Jahr extreme Nachlässigkeiten bei Wartung und Sicherheitskontrollen am Forschungsreaktor Monju auftraten, geht das Wissenschaftsministerium nun aktiv vor.

Am gestrigen Montag einigte sich ein Ausschuss darauf, ein Expertenteam, an dem auch frühere AKW-Leiter beteiligt sind, zum Reaktor in der Präfektur Fukui zu schicken, um dort die Sicherheitskontrollen zu verbessern.

Als Reaktion auf Kritik, die Japanische Atomenergiebehörde JAEA sei aufgrund des Umfangs der Behörde nicht geeignet, zuverlässige Kontrollen zu organisieren, wird nun auch eine Ausgliederung der Forschungseinrichtung zur Kernfusion und Teilchenstrahlen erwogen. Auch das zur Zeit von vier Instanzen betriebene Monju-Projekt solle an ein einziges Unternehmen ausgelagert werden.

Pläne zur Überarbeitung der Sicherheitskonzepte und der Umstrukturierung der JAEA sind nach Meldung der jiji für den Herbst vorgesehen.

Umweltlabor in Katastrophenregion geplant: Eine Nonprofit-Organisation aus Kesennuma, das schwer vom Tohoku-Erdbeben und Tsunami getroffen wurde, will vor Ort ein Labor bauen, um ab kommendem Jahr die Auswirkungen der Katastrophen auf die Lebensräume besser untersuchen zu können

Trümmer in Kesennuma am 11. Juni 2011 (Foto: Hajime Nakano cc-by)
Trümmer in Kesennuma am 11. Juni 2011 (Foto: Hajime Nakano cc-by)

Bislang schickt die „Mori wa Umi no Koibito“ genannte Organisation ihre Proben zur Untersuchung an Universitäten.

In dem Labor, dessen Baubeginn für August geplant ist, könnten ab kommendem Frühling zumindest einfache Analysen des Materials durchgeführt werden.

Seit dem Erdbeben haben bereits 20 Universitäten mehrfach bei dem Leiter der Organisation Daten zur örtlichen Flora und Fauna, wie etwa Plankton und Vögeln eingeholt. Nach Meldung der Kyodo ist das Projekt nicht nur von Vorteil für die Wissenschaft, sondern kann durch Entwicklung von Methoden zur besseren Züchtung von hochwertigen Austern auch zur Wiederbelebung lokaler Betriebe beitragen.

 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here