Start Aktuelles Japan aktuell: Fukushima-Betreiber meldet zweiten Nachweis von Cäsium außerhalb des Hafens

Japan aktuell: Fukushima-Betreiber meldet zweiten Nachweis von Cäsium außerhalb des Hafens

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AKW Fukushima: Hafenkai am 27. März 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Zweite Cäsiumbelastung außerhalb des Hafens (Symbolfoto: TEPCO)
AKW Fukushima: Hafenkai am 27. März 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Zweite Cäsiumbelastung außerhalb des Hafens (Symbolfoto: TEPCO)

Die Unterschrift Japans zu einer UN-Erklärung gegen Atomwaffen wurde vielfach positiv zur Kenntnis genommen.

Das auch die zivile Nutzung der Atomenergie nicht problemlos ist, zeigt der vom AKW Fukushima heute gemeldete zweite Fund von Cäsium außerhalb des Hafens.

Gleichzeitig bemüht sich der Betreiber des AKW Fukushima aktuell darum, zumindest an anderen Standorten effektives Sicherheitsmanagement zu demonstrieren. Einzelheiten zu den Fukushima News und den Vorbereitungen auf den erwarteten Taifun jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. Oktober 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Radioaktives Cäsium in Küstenregion vor AKW Fukushima nachgewiesen
  • Minister räumt mögliche Kontamination durch Hafen des AKW Fukushima ein
  • TEPCO präsentiert Filteranlagenbau an AKW
  • Izu-Oshima und TEPCO bereiten sich auf Sturm vor
  • Wiederholte Dampfsichtung an Fukushima-Reaktor 3

Radioaktives Cäsium in Küstenregion vor AKW Fukushima nachgewiesen: Kraftwerksbetreiber TEPCO teilte heute mit, bei Untersuchungen von Wasserproben, die am Freitag entnommen worden waren, sei bei Meerwasser aus einem Abstand von einem Kilometer zur Küste des AKW Fukushima radioaktives Cäsium  nachgewiesen worden.

Bei dem Nachweis von Cäsium-137 , dessen Konzentration von 1,6 Becquerel pro Liter von TEPCO als gering eingeschätzt wird, handelt es sich um den zweiten Fund seit Beginn der Untersuchungen im August diesen Jahres. Auch die Auswirkungen auf die Umwelt sind nach Ansicht von TEPCO als gering anzusehen.

Die erste Probe vom selben Messpunkt, bei der eine Cäsiumkonzentration von 1,4 Becquerel pro Liter nachgewiesen wurde, stammt vom 8. Oktober 2013. In beiden Fällen bliebt die Konzentration unter dem allgemeinen AKW-Grenzwert für Cäsium-137. Dieser liegt bei 90 Becquerel pro Liter. Auch der WHO-Sicherheitsstandard für Trinkwasser wird eingehalten.

Allerdings hat TEPCO derzeit keine Erklärung dafür, weshalb zweimal am selben Testpunkt außerhalb des Hafens radioaktives Cäsium nachgewiesen wurde. Über den Fund berichteten Kyodo und NHK.

Minister räumt mögliche Kontamination durch Hafen des AKW Fukushima ein: Bei einem Treffen des Haushaltsausschusses des Unterhauses erklärte Industrieminister Toshimitsu Motegi, es könne nicht ausgeschlossen werden, das radioaktiv belastetes Wasser aus dem Hafenbereich des AKW Fukushima in den Pazifik gelangt sein könnte.

AKW Fukushima: Industrieminister Motegi spricht am 16. Januar 2013 zu Angestellten (Foto: TEPCO)
Industrieminister Motegi räumt Möglichkeit von Meereskontamination ein (Foto: TEPCO)

Aufgrund des Umstands, dass es immer wieder zur Vermischung von Wasser zwischen dem äußeren und inneren Bereich des Hafens komme, sei dies durchaus möglich. Auch TEPCO-Präsident Naomi Hirose, der an der Veranstaltung teilnahm, erläuterte, gelegentlich müsse ein Schlickzaun geöffnet werden, um die Durchfahrt von Schiffen zu ermöglichen.

Dennoch versicherte Industrieminister Motegi, zeigten die Strahlungskontrollen im offenen Meer nahe der Anlage, dass die Werte entweder unter dem Nachweiswert, oder zumindest innerhalb der Grenzwerte liegen. Auch trage das Wasser zur Verdünnung der Konzentration bei, berichtete die jiji.

Allerdings milderte Premierminister Shinzo Abe nach Angaben der Asahi Shimbun seine Aussage, die er anlässlich der Bewerbung Japans um die Olympischen Spiele 2020 getätigt hatte, etwas ab. Premier Abe erklärte, „insgesamt gesehen“, sei die Situation unter Kontrolle und die Auswirkungen des  kontaminierten Wassers „seiner Ansicht nach“ geblockt.

Gegenüber dem Olympischen Komitee hatte er Anfang September noch erklärt das Problem sei „unter Kontrolle“ und das radioaktiv kontaminierte Wasser „vollständig geblockt.

TEPCO präsentiert Filteranlagenbau an AKW: Der Elektrizitätskonzern TEPCO plant, ebenso wie andere Betreiber von Kernkraftwerken, den Neustart einiger Anlage und hat daher bereits im September die dafür erforderlichen Sicherheitskontrollen durch die Atomaufsichtsbehörde beantragt.

AKW Kashiwazaki-Kariwa: Transport von Teilen der Filteranlage im Oktopber 2013 (Foto: TEPCO)
TEPCO-AKW Kashiwazaki-Kariwa: Transport von Teilen der Filteranlage im Oktober 2013 (Foto: TEPCO)

Doch neben den Verantwortlichen der Behörde will des Unternehmen auch der Öffentlichkeit zeigen, dass man sich um die Sicherheit der Kraftwerke bemüht und lud daher Vertreter der Presse ein, sich einen Eindruck von den Arbeiten an der neuen Filteranlage am AKW Kashiwazaki-Kariwa zu verschaffen.

Die Einführung des Filtersystems ist durch die verschärften rechtlichen Regelungen erforderlich. Das System, dessen Grundgerüst an einem der Reaktoren vergangene Woche fertiggestellt und an dem die Arbeiten heute begonnen worden, zielt darauf ab, im Fall einer Notentlüftung zum Druckausgleich, die Menge am radioaktiven Material zu begrenzen.

Die entsprechenden Vorrichtungen, die mit einem kombinierten System aus Wasser- und chemischen Filtern arbeiten, haben eine Höhe von acht Metern und weisen einen Durchmesser von vier Metern auf. Dennoch kann die Anlage die Verbreitung von radioaktivem Material bei einer Notentlüftung nicht gänzlich verhindern.

Daher hat die Verwaltung der Niigata bereits jetzt deutlich gemacht, ohne vorangehende Bestätigung der Evakuierungspläne durch die örtlichen Verwaltungen werde es keine Erlaubnis zur Freisetzung geben. Aus diesem Grund wird es Gespräche zwischen den Verwaltungen und dem Sicherheitsverantwortlichen der Kraftwerksanlage geben.

Die Arbeiten an den Filtern von Reaktor 7 soll bis Ende März 2014 abgeschlossen sein. Weitere Arbeiten an den Reaktoren 1, 5 und 6 laufen ebenfalls bereits. Der Betreiber plant, die Reaktoren 6 und 7 wieder in Betrieb zu nehmen und zielt daher auf einen Neustart ab. Über diese Entwicklungen berichteten neben TEPCO auch jiji und NHK.

Izu-Oshima und TEPCO bereiten sich auf Sturm vor: Nach dem Anstieg der Todesopfer durch einen ersten Taifun auf 29 Personen und der Aufhebung der Evakuierungsempfehlung, bereitet sich die Insel Izu-Oshima, südlich von Tokyo gelegen, nun auf die mögliche Ankunft des Taifuns „Francisco“ vor.

Blick auf die Insel Izu-Oshima im Februar 2012 (Foto: pd)
Blick auf die Insel Izu-Oshima im Februar 2012 (Foto: pd)

Bereits gestern entschied die Verwaltung der Ortschaft Oshima, man werde insgesamt 547 Personen, zumeist Senioren, Bettlägerige und Behinderte ab Mittwoch von der Insel evakuieren, sofern diese ihr Einverständnis hierzu geben. Insgesamt könnte es, erstmals seit des Ausbruchs des Vulkans Mihara im Jahr 1986, zu Großevakuierung von bis zu 1.000 Personen kommen.

Der Taifun „Wipha“ hatte zuvor schwere Schäden angerichtet und mehrere Todesopfer gefordert. Bislang sind 23 der 29 Leichen identifiziert. Im Fall von 19 Personen ist ihr Verbleib weiter unklar. Immer noch suchen 1.200 Feuerwehrleute, Polizeibeamte und Mitglieder der Selbstverteidigungsstreitkräfte (SDF) nach den Vermissten. Weitere 500 Mann der SDF kommen im Laufe des Tages dazu.

Unterdessen bereitet sich auch der Elektrizitätskonzern TEPCO auf weitere Regenfälle vor. Wie ein Mitarbeiter einräumte, habe man Im Fall des Taifun „Wipha“ die mögliche Niederschlagsmenge unterschätzt und daher sei die Pumpkapazität nicht ausreichend gewesen.

Jetzt werde man 19 weitere Pumpen einsetzen, die 60 Tonnen pro Stunde ableiten können und die bisherige Kapazität um das Vierfache steigern.  Auch sollen größere Ablassschläuche genutzt werden, um den Transfer des Wassers hinter den Betonbarrieren zu beschleunigen.

Als Sicherheitsmaßnahme würden auch die Strahlungswerte des Wassers innerhalb der abgegrenzten Bereiche gemessen, bevor eine Verdünnung durch den Regen erfolgt. Über die Ereignisse auf Izu-Oshima und die Maßnahmen von TEPCO berichteten Kyodo, jiji und NHK.

Wiederholte Dampfsichtung an Fukushima-Reaktor 3: Gegen 7:45 Uhr zeigte die Überwachungskamera erneut die Bildung von Dampf am fünften Stock von Reaktorgebäude 3. Wie in den Fällen zuvor, gab es keine auffälligen Änderungen oder Störungen im Betrieb der Anlage. Gegen 7:51 Uhr war kein Dampf mehr zu sehen.

In den vergangenen Monaten wird immer wieder die Bildung von Dampf dort berichtet. TEPCO erklärte dies lediglich mit der Verdampfung von Regen auf dem Sicherheitsbehälter. Änderungen im Strahlungsniveau oder ähnliche Auffälligkeiten gebe es nicht.

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