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Japan aktuell: Fukushima-Betreiber verschleppt Zahlungen an Ministerium

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Tokyo Regierungsgebäude Nummer 5: Ministerien für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Umwelt
Umweltministerium beendet Informationskampagne für Zwischenlager (Foto: pd)
Tokyo Regierungsgebäude Nummer 5: Ministerien für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Umwelt
Umweltministerium fordert Geld von Fukushima-Betreiber TEPCO (Foto: pd)

Neben den Entschädigungszahlungen an die Betroffenen der Reaktorkatastrophe, hat TEPCO im Zusammenhang mit der Krise am AKW Fukushima aktuell noch weitere finanzielle Verpflichtungen und ist diesen offenbar nicht ausreichend nachgekommen.

Auch die Versäumnisse, die durch den jüngsten Stromausfall ans Licht kamen, hängen dem Konzern noch nach, so dass er sich zu einer offiziellen Entschuldigung veranlasst sah.

Deutlich schöner anzusehen ist daher die Kirschblüte, die sich in Japan besonders eindrucksvoll zeigt. Dennoch bleibt Fukushima heute natürlich erneut Hauptthema.

Ein Thema, das ebenfalls von Interesse sein könnte, findet sich im nächsten Beitrag unserer Serie „Katastrophenhelfer in Japan: Das Schweigen der alten Dame“, der am 23. März erscheint.

Hintergründe zu den Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. März 2013.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • TEPCO zahlte Milliarden an Dekontaminationskosten nicht
  • TEPCO entschuldigt sich für Stromausfall-Informationspanne
  • Kirschblüte in Tokyo auf Höchststand

TEPCO zahlte Milliarden an Dekontaminationskosten nicht: Wie heute bekannt wurde, hat der Energiekonzern seit November ausstehende 10,5 Milliarden Yen der vom Umweltministerium für Dekontaminationsarbeiten verlangten Summe von insgesamt 14,9 Milliarden Yen nicht gezahlt.

Japan: Japanische Yen-Banknoten (Foto: pd)
TEPCO wehrt sich gegen Kostenübernahme (Symbolfoto: pd)

Noch im Februar hatte die Regierung, die im Fall einer Reaktorkatastrophe die Zahlung der Dekontamination gesetzlich einfordern darf, ein Erinnerungsschreiben aufgrund der nicht geleisteten Zahlung geschickt.

Der AKW-Betreiber nannte als Gründe, die genauen Prüfungen hätten viel Zeit in Anspruch genommen und hatte der Rückzahlung noch nicht zugestimmt, da nicht beurteilt werden könne, ob nach dem Gesetz tatsächlich eine Forderung bestehe.

Umweltminister Nobuteru Ishihara sagte nun auf der Pressekonferenz, das Gesetz sehe die Kostenübernahme für die Entsorgung von radioaktivem Material explizit vor. Man werde TEPCO weiterhin darauf drängen, die Kosten zu tragen.

Die Kosten für die Beseitigung von kontaminiertem Erdreich, das Sammeln von Laub und die Arbeit mit Hochdruckreinigern werden zwar zunächst durch Steuergelder finanziert, das Umweltministerium ist jedoch berechtigt, die dadurch entstehenden Kosten und finanziellen Belastungen von TEPCO wieder einzufordern.

Ein TEPCO-Sprecher erklärte, man werde in der Angelegenheit keine detaillierten Angaben machen. Über die Versäumnisse des Fukushima-Betreibers berichteten Kyodo und jiji.

TEPCO entschuldigt sich für Stromausfall-Informationspanne: Der Kraftwerksbetreiber entschuldigte sich am gestrigen Donnerstag auf einer Pressekonferenz in der Zweigstelle in Fukushima für die späte Information über den Stromausfall. Dieser hatte sich um 18:57 Uhr ereignet, war eine Stunde später an offizielle Stellen und erst nach drei Stunden an die Medien gelangt.

Das Unternehmen erklärte nun, man entschuldige sich aufrichtig und man sei über die verspätete Informationsweitergabe, sowie die daraus entstandenen Ängste sehr betrübt. Man sei so sehr auf die Lösung der Probleme fixiert gewesen, dass man nicht an die Einwohner der Präfektur gedacht habe, erklärte Yoshiyuki Ishizaki von der Abteilung für Wiederaufbau.

In den vergangenen zwei Jahren sei man der Ansicht gewesen, ausreichend vorbereitet zu sein, um Dinge schnell bekannt zu geben. Dies sei ein Irrtum gewesen, doch künftig werde man dies tun, führte Ishizaki nach Angaben der Mainichi Shimbun weiter aus.

Volle Kirschblüte in Tokyo und weiteren Städten: Ganze 15 Tage früher als im vergangenen Jahr, blühen nun auch im Zentrum von Japans Haupstadt Tokyo die Kirschbäume. Es ist nach 2002, als die Blüte bereits am 21. März ihren Höhepunkt erreichte, die zweitfrühste Vollblüte seit Beginn der Aufzeichnungen 1953.

Kirschblüte in japan 2011. (Foto: MS)
Kirschblüte in japan 2011. (Foto: MS)

Auch in vier anderen Städten erfolgte die Vollblüte schneller als zuvor. Auch in Kumamoto, auf der südlichsten Hauptinsel Kyushu und Kochi, auf der kleinsten Hauptinsel Shikoku, erfolgten die Blüten zehn, bzw. acht Tage früher als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. In Fukuoka, Miyazaki und Yokohama gab es ebenfalls die Vollblüte zu bewundern.

Die Kirschblüte ist in Japan traditioneller Anlass für Picknicks und Feierlichkeiten anlässlich der „Blütenbetrachtung“ (Hanami). Die Kirschblüten stehen aufgrund ihres raschen Verblühens, aber auch für die Vergänglichkeit und galten sowohl bei Samurai, als auch bei den Selbstmordpiloten des Zweiten Weltkriegs als Symbol für einen edlen, jungen Tod.

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