Start Aktuelles Japan aktuell: Fukushima-Forelle hundertfach über Grenzwert radioaktiv belastet

Japan aktuell: Fukushima-Forelle hundertfach über Grenzwert radioaktiv belastet

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Forelle (Foto: Stefan Weigel cc-by)
Hohe Grenzwertüberschreitung in Fukushima-Forelle nachgewiesen (Abb. symbolisch, Stefan Weigel cc-by)
Forelle (Foto: Stefan Weigel cc-by)
Hohe Grenzwertüberschreitung in Fukushima-Forelle nachgewiesen (Abb. symbolisch, Stefan Weigel cc-by)

Am Wochenende wurde aus Fukushima aktuell ein besonders schwerer Fall von Grenzwertüberschreitung bei essbaren Fischen nachgewiesen.

Auch neuste Meldungen über den technischen Fortschritt bei Maßnahmen im Fall von Naturkatastrophen können somit nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Krise für Mensch und Umwelt noch nicht überstanden ist.

Neben den Fukushima News gibt es natürlich auch abseits der Präfektur Fukushima heute weitere interessante Meldungen und diese wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 19. November 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Fisch überschreitet Lebensmittel-Grenzwert hundertfach
  • Drohne für Katastropheneinsatz vorgestellt
  • Zwei Museen nach Tohoku-Katastrophen geöffnet
  • Entschuldigung nach geheimen Treffen zur Gesundheit
  • Senkaku weiterhin Politikum
    • Chinas Schiffe 31 Tage in Folge vor Japans Gewässern
    • Noda spricht bei ASEAN-Treffen
    • Trotz Streitigkeiten im gleichen Hotel

Fisch überschreitet Lebensmittel-Grenzwert hundertfach: Bei einer im Juni und Juli durchgeführten Untersuchung des Umweltministeriums wurde in Gebirgsforellen aus dem Niidagawa, im Bereich der Stadt Minamisoma (Präf.Fukushima) Werte an radioaktivem Cäsium von 11.400 Becquerel pro Kilogramm nachgewiesen.

Dies entspricht mehr als dem Hundertfachen des gesetzlichen Grenzwerts.

Im Rahmen der Kontrollen der Cäsiumbelastung von Fischen und Insekten in Flüssen, wurden jedoch weitere Werte nachgewiesen, die über dem Lebensmittel-Grenzwert von 100 Becquerel pro Kilogramm liegen.

So wies man etwa in einem Schwarzbarsch 4.400 Becquerel an radioaktivem Cäsium nach.

Im Fall eines Welses, der am Mano-Damm in Iitate gefangen worden war, wurden 3.000 Becquerel pro Kilogramm festgestellt, berichtet die Mainichi Shimbun.

Diese Entdeckungen machen deutlich, in welchem Umfang die Umwelt durch die Reaktorkatastrophe am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi belastet wurde.

Drohne für Katastropheneinsatz vorgestellt: Eine unbemannte Drohne für den Einsatz in Katastrophengebieten wurde nach fünfjähriger Arbeit und ersten Flugtests am 9. November am Samstag auf einem Testgelände in Taiki (Präf. Hokkaido) vorgestellt.

Das 1,6 Meter lange und 2,2 Meter breite unbemannte Fluggerät, das ein Gewicht von fünf Kilo hat, wurde von der  Raumfahrtagentur JAXA entwickelt.

Die mit einem elektrischen Propeller ausgestattete Drohne kann nach ihrem Katapultstart etwa 20 Minuten in der Luft bleiben. Lediglich die Flugstrecke muss in den eingebauten Computer eingegeben werden. Durch eine kleine Flosse ist sie in der Lage, über Gebiet zu kreisen, ohne abzustürzen.

Als zusätzliches Element neben der konventionellen Kamera, kann auch eine Infrarotkamera eingesetzt werden, was die Suche nach Überlebenden erleichtert.

Durch die einfache Bedienbarkeit soll es den Mitarbeitern örtlicher Stellen möglich sein, im Fall einer Katastrophe unmittelbar das Gerät zum Einsatz zu bringen, ohne eine aufwändige Ausbildung zu erfordern. Dies sei eines der Hauptziele der Entwicklung durch die JAXA gewesen, berichtet die Asahi Shimbun.

Zwei Museen nach Tohoku-Katastrophen geöffnet: Zwei Museen öffneten nach den schweren Naturkatastrophen vom März 2011 ihre Türen für Besucher.

Das Ishinomori-Mangattan-Museum in Ishinomaki (Foto: gleam_df cc-by)
Das Ishinomori-Mangattan-Museum in Ishinomaki (Foto: gleam_df cc-by)

Das auf einer kleinen Flussinsel gelegene Mangattan Museum für japanische Comics in Ishinomaki (Präf. Miyagi) konnte am Samstag nach Reparaturen etwa 4.000 Besucher bei der Neueröffnung willkommen heissen.

Dort sind Werke des bekannten Mangaka Shotaro Ishinomori, („Masked Rider“ and „Cyborg 009.“) zu sehen

Seinen Spitznamen „Mangattan“ hat das Ishinomori Manga Museum aufgrund der an Manhattan erinnernde Lage.

Ein anderes Museum, ist das vom 55 Jahre alten Magazin-Herausgeber Hiroshi Nishimaki eröffnete Kangaeru Shiro-kan in Kawauchi (Präf. Fukushima).

Dessen Ausstellungsstücke sind im Musikzimmer einer früheren Grundschule zu betrachten und möchte mit Fotos, Filmmaterial und Gegenständen wie stehen gebliebenen Uhren, oder Schutzkleidung der AKW-Arbeiter, die Erinnerung an die Katastrophen lebendig halten.

Über die (Wieder-) Eröffnung dieser beiden gänzlich unterschiedlichen Dokumentationsstätten berichteten jiji und Yomiuri Shimbun.

Entschuldigung nach geheimen Treffen zur Gesundheit: Am Samstag sah sich der Vorsitzende eines Komitees, das für die Beaufsichtigung einer präfekturweiten Gesundheitskontrolle dazu veranlasst, sich offiziell zu entschuldigen, nachdem geheime Treffen bekannt geworden waren, auf denen die Mitglieder in „Vorbereitungen“ vor offiziellen Treffen, ihre Meinungen  miteinander in Übereinstimmung brachten.

Das unter dem Vorsitz von Shunichi Yamashita, Vizepräsident der Medizinischen Universität Fukushima stehende Komitee war von der Präfektur beauftragt worden, im Bezug auf die AKW-Katastrophe weitere Untersuchungen und Umfragen anzustellen und deren Ergebnisse auszuwerten.

Interessant könnte in diesem Zusammenhang die Entdeckung sein, dass bei einem 16 Jahre alten Mädchen ein möglicher Fall von Schilddrüsenkrebs vorliegen könnte und ein weiterer Test notwendig sei – auch diese Untersuchungsergebnisse waren auf den Komiteetreffen vorgelegt worden.

Yamashita entschuldigte sich für den Bärendienst, den er den übrigen Mitgliedern erwiesen habe und die Präfekturleitung kündigte eine Umstrukturierung an. So sollen künftig diese Treffen öffentlich abgehalten und ihre Inhalte aufgezeichnet werden.

Auch werde man den Leiter der Abteilung für Gesundheit und Soziales bei der Präfekturführung durch den Leiter der Ärztekammer Futaba und den stellvertretender Leiter des Verbandes der klinischen Psychologen ersetzen.

Zumindest vor der Sitzung am Samstag habe es keine „Vorbereitungsgespräche“ gegeben, heisst es laut Mainichi Shimbun von Seiten der Präfektur.

Senkaku weiterhin Politikum: Neben vielen politischen Ankündigungen gab es im Verlauf des Wochenendes weiterhin chinesische Schiffe nahe des japanischen Territorialgebiets zu beobachten. Was sonst noch im Zusammenhang mit dem Inselstreit geschah, jetzt aktuell im Überblick:

Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)
Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)

Chinas Schiffe 31 Tage in Folge vor Japans Gewässern: Auch über das Wochenende behielt China mehrere Schiffe in der Grenzzone zu japanischen Hoheitsgewässern und ist damit bereits den 31 Tag in Folge dort präsent.

Am heutigen Montag waren die selben vier Schiffe vom Vortag gesichtet worden.

Barrikaden um Japans Botschaft geräumt: Sicherheitsbehörden in Peking räumten am Freitag die Sicherheitsbarrikaden um die japanische Botschaft, die aufgrund der gewalttätigen anti-japanischen Proteste im September aufgestellt worden waren.

Offenbar erwartet Chinas neue Regierung vorerst keine derartigen Proteste mehr.

Noda spricht bei ASEAN-Treffen: Beim Treffen des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN) erklärte Japans Premierminister Yoshihiko Noda, Territorialfragen müssten nach internationalem Recht geklärt werden, nannte jedoch China nicht beim Namen.

Trotz Streitigkeiten im gleichen Hotel: Trotz verhärteter Fronten zwischen Japan, China und Südkorea, checkten die Staatschefs der drei Nationen in einem Hotel, dem InterContinental in Phnom Penh. Die Medien warten nun, ob es möglicherweise informelle Gespräche geben könnte.

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