Start Aktuelles Japan aktuell: Fukushima-Strahlungskarte für radioaktives Jod veröffentlicht

Japan aktuell: Fukushima-Strahlungskarte für radioaktives Jod veröffentlicht

1242
0
TEILEN
Verbereitung von radioaktivem Jod nach Fukushima (Copyright: JAEA)
Verbereitung von radioaktivem Jod nach Fukushima (Copyright: JAEA)
Verbereitung von radioaktivem Jod nach Fukushima (Copyright: JAEA)
Verbereitung von radioaktivem Jod nach Fukushima (Copyright: JAEA)

Nach den bekannt gewordenen Fällen von Schilddrüsenkrebs, ist die zur Strahlungsbelastung in der Präfektur Fukushima aktuell veröffentlichte Karte von besonderem Interesse, geht es doch um die Verbreitung von radioaktivem Jod, das ein erhöhtes Schilddrüsenkrebsrisiko mit sich bringt.

An anderer Stelle sind die Auswirkungen und Folgen der Krise von Fukushima heute ebenfalls von Bedeutung.

So geht es etwa um den Zeitplan zur Stilllegung des AKW und Schadensersatzansprüche.

Neben diesen Fukushima News ist auch die Nutzung von MOX-Brennelementen ein Thema – im Spreadnews Japan-Ticker vom 27. Juni 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Fukushima-Strahlungskarte für radioaktives Jod veröffentlicht
  • Neuer Fahrplan für Fukushima-Stilllegung
  • TEPCO lehnt Schadensersatz für Strahlungsangst ab
  • MOX-Brennstäbe aus Frankreich angekommen

Fukushima-Strahlungskarte für radioaktives Jod veröffentlicht: Nachdem die bisherigen Strahlungskarten lediglich einen Überblick über die Ausbreitung von radioaktivem Cäsium unmittelbar nach der Fukushima-Katastrophe ermöglichten, haben Wissenschaftler der japanischen Atomenergiebehörde JAEA und dem US-Energieministerium nun eine weitere Karte veröffentlicht.

Verbreitung von radioaktivem Jod nach Fukushima (Copyright: JAEA)
Verbreitung von radioaktivem Jod aus dem AKW Fukushima (Copyright: JAEA)

Auf der neuen Karte sind die Werte an radioaktivem Jod-131 zu sehen, wie sie sich in den Tagen nach der Reaktorkatastrophe ausbreiteten.

Eine genaue Bezifferung der tatsächlichen Menge an Jod-131 und wie weit das radioaktive Material tatsächlich verbreitet hat, ist aufgrund der geringen Halbwertszeit von acht Tagen nicht möglich.

Allerdings machen die mit einem Flugzeug aus der Luft erfassten Daten eins deutlich:

Das Jod-131  breitete sich nicht nur in einem ähnlichen Muster wie Cäsium vom Kraftwerk in nordwestlicher Richtung aus – sondern konnte auch in Gebieten südlich der Anlage nachgewiesen werden.

Wie NHK und jiji mitteilten, veröffentlichte die Atomenergiebehörde JAEA die Karte auf ihrer Webseite und wurde auch durch das „Journal of the American Health Physics Society“ publiziert.

Die Belastung mit radioaktivem Jod kann zu Schilddrüsenkrebs führen, so dass bereits in der Vergangenheit Kinder in der Präfektur Fukushima auf Schilddrüsenkrebs untersucht worden waren.

Neuer Fahrplan für Fukushima-Stilllegung: Kraftwerksbetreiber TEPCO und die japanische Regierung einigten sich heute auf eine überarbeitete Version des Fahrplans zur Stilllegung des AKW Fukushima Daiichi, bei dem die Möglichkeit einer Bergung der Brennstäbe mehr als ein Jahr vorverlegt werden könnte. Frühestens könnten die Arbeiten 2020 beginnen.

Bei dieser ersten großen Überarbeitung des Stilllegungsplans vom Dezember 2011 wurde jedoch auch deutlich gemacht, dass das genaue Datum nicht garantiert werden könne, da nach Angaben von TEPCO weder der genaue Zustand noch die Lage der geschmolzenen Brennelemente bekannt sei. Das berichtet die Kyodo.

TEPCO lehnt Schadensersatz für Strahlungsangst ab: Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi erklärte heute, die finanziellen Forderungen von Klägern, für ihre Angst vor künftigen Gesundheitsschäden aufgrund der Radioaktivität entschädigt zu werden, entbehre jeglicher wissenschaftlicher Grundlage.

Ein Vermittlungszentrum hatte im Mai erstmalig empfohlen, etwa 190 Einwohner eines Ortsteils von Iitate, der langfristig unbewohnbar bleiben wird, finanziell zu entschädigen. Pro Person sollten 500.000 Yen gezahlt werden. Schwangere und Personen bis einschließlich 18 Jahren weitere 500.000 Yen.

Der Kraftwerksbetreiber lehnte die Empfehlung ab, da sie nicht mit dem wissenschaftlichen Kenntnisstand über Strahlungsmengen und Gesundheitsgefahr in Übereinstimmung zu bringen sei und erklärte, man werde laufende Fälle nicht weitergehend kommentieren. Über die Entscheidung berichteten Asahi Shimbun und NHK.

MOX-Brennstäbe aus Frankreich angekommen: Während mit der Komeito eine Regierungspartei am Atomausstieg festhält, und die Elektrizitätskonzerne weiter schnelle AKW-Neustarts fordern, erreichten heute zehn wiederaufbereitete MOX-Brennelemente des französischen Konzerns Areva SA  die Anlage in Takahama (Präf. Fukui).

Atomkraftwerk-Symbol (Grafik: Hendrik Tammen cc-by)
MOX-Brennstäbe in Japan angekommen (Grafik: Hendrik Tammen cc-by)

Etwa 100 Atomkraftgegner versammelten sich an einem nahe gelegenen Hafen und skandierten Parolen, in denen sie den Verzicht auf die Nutzung der plutoniumhaltigen Brennelemente forderten. Es ist das erste Mal seit der Fukushima-Katastrophe, dass Brennelemente nach Japan geliefert werden.

Der Betreiber des AKW Takahama, die Kansai Electric, hatte das französische Unternehmen Areva bereits 2008 um die Aufbereitung des abgebrannten Materials gebeten, die für 2011 geplante Lieferung hatte sich durch die dramatischen Ereignisse im März jedoch verzögert. Die derzeitigen Entladearbeiten sollen am heutigen Abend abgeschlossen sein.

Geht es nach dem Willen von Kansai Electric, sollen die Reaktoren 3 und 4 nach dem Inkrafttreten der neuen Sicherheitsbestimmungen im Juli so schnell wie möglich wieder hochgefahren werden. Bereits im Herbst 2014 will das Unternehmen aus Osaka die Brennelemente, die aus einem Uran-Plutonium-Mischoxid bestehen, für die Energieerzeugung nutzen.

Über die Proteste berichteten Kyodo, jiji, Asahi Shimbun und NHK.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here