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Japan aktuell: Fukushima und Onagawa zweifeln an Atomkraft

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Konferenzraum im Fukushima-Stabilisierungszentrum am 13. Juli Foto: TEPCO
Fukushima-Stabilisierung Hauptthema der Konferenzen (Bild vom 13. Juli) Foto: TEPCO
Konferenzraum im Fukushima-Stabilisierungszentrum am 13. Juli Foto: TEPCO
Fukushima-Stabilisierung Hauptthema der Konferenzen (Bild vom 13. Juli) Foto: TEPCO

Während die japanische Wetteragentur damit begonnen hat, Hitzewarnungen ab Temperaturen von 35°C herauszugeben, sind  auch die Folgen von Fukushima aktuell nach wie vor eine heisse Sache – geht es doch nicht nur um die hitzig diskutierten Verständigungsschwierigkeiten von Japans Premierminister, sondern auch im Fall des radioaktiv belasteten Fleisches heiss her.

Nun die brandneuen Informationen und Fukushima News im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. Juli 2011.

Medizinische Langzeitüberprüfung von Feuerwehrmännern nach Fukushima-Einsatz: Einsatzkräfte der Feuerwehr, die bei den Kühlungsarbeiten an der Atomruine Fukushima Daiichi der dortigen Strahlung ausgesetzt waren, sollen nun einer medizinischen Langzeit-Überprüfung unterzogen werden, die falls Bedarf hierfür bestehe, auch über ihre Dienstzeit hinweg bis in den Ruhestand hinein andauern soll. Grund für die Maßnahme sei es, den Feuerwermännern und ihren Familien die Angst vor Folgeschäden zu lindern. Über entsprechende Pläne berichten die Nachrichtenagentur Jiji und  die Yomouri Shimbun unter Berufung auf Regierungskreise.

Einstellung von Entwicklung an AKW Monju möglich: Japans Wissenschaftsminister Yoshiaki Takaki deutete am heutigen Freitag an, die Regierung erwäge möglicherweise die zeitweise Einstellung der Weiterentwicklung am Prototypen des „Schnellen Brüters“ am Brutreaktor Monju. Proteste gab es einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo jedoch von der Führung der Präfektur Fukui in der das Kernkraftwerk Monju steht. Der Gouverneur der Präfektur, Issei Nishikawa erklärte, der Minister würde eine derartige Aussage nicht ohne  Rücksprache mit der örtlichen Verwaltung treffen.

Die Geschichte des AKW Monju selbst hat eine Reihe von Zwischenfällen vorzuweisen.

Damit könnte es sich bei dieser Äußerung möglicherweise um ein weiteres Beispiel eines Kommunikationsfehlers handeln, wie er zuvor Premierminister Kan unterlaufen war.

Herkunft des radioaktiv belasteten Futtermittels der Rinder verunsichert Japaner: Landwirte in der Präfektur Fukushima sowie zahlreiche Verbraucher sind über die neuen Informationen besorgt, denen zufolge das mit radioaktivem Cäsium belastete Reisstroh nicht von einem Betrieb in der direkten Nähe des AKW Fukushima Daiichi stammt, sondern aus Shirakawa – 75 Kilometer vom havarierten Kernkraftwerk entfernt. Ein entsprechender Bericht findet sich etwa in der Asahi Shimbun.

Besonders angesichts dieser Neuigkeit ist es wenig verwunderlich, dass Supermärkte, Restaurants und Geschäfte nun besorgt über die Herkunft ihres Rindfleischs sind – daran werden voraussichtlich auch die von der Yomiuri Shimbun berichteten Pläne von Urinproben bei Rindern und die Ankündigung, das Fleisch aller 260 Betriebe innerhalb der geplanten Evakuierungszone vor weiterem Vertrieb zu testen, nichts ändern.

Atomkraftwerk-Standort Onagawa mit Zweifeln gegen Atomenergie: Die Kleinstadt Onagawa in der Präfektur Miyagi ist gleichzeitig auch Standort des gleichnamigen AKW Onagawa – und hat nun Vorbehalte gegen die bisherige Abhängigkeit von der Atomindustrie. Für die Stadt stellt das Kernkraftwerk nicht nur einen Stromlieferanten dar, sondern ist zudem Arbeitgeber und bietet aufgrund der Gesetzgebung weitere finanzielle Vorteile für den Ort.

Dennoch gibt es einem Bericht der Mainichi Shimbun zufolge nun Vorbehalte gegen Nuklearanlagen, manche Bürger sind sogar für einen Ausstieg aus der Atomenergie. Aus der Sicht anderer kommt diese Diskussion jedoch zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt, könnten sie doch den Wiederaufbau behindern.

Präfektur Fukushima plant Atomenergie zu begraben: Möglicherweise handelt es sich bei Fukushima um die erste Präfektur die zuvor Kernkraftwerke besaß und diesen nun abschwören will – denn in einer Vorstellung einer Zukunftsvision für das Gebiet am heutigen Freitag wird vorgesehen, von den Atomkraftwerken Abstand zu nehmen. Insgesamt verfügt die präfektur über 10 Reaktoren (inkl. jener von Fukushima Daiichi). Künftig soll stärker auf regenerative Energien gesetzt werden, meldet die Nachrichtenagentur Kyodo.

Premierminister Kan durch Atomausstiegs-Aussagen in der Kritik: Nach seinen Äußerungen zum Atomausstieg, sah sich Premierminister Naoto Kan dazu genötigt, die Aussagen als private Ansichten die keine Regierungsposition vertreten  zu rechtfertigen, dennoch hält die Kritik an..

So erklärte Kansei Nakano, Vorsitzender der „Nationalen Kommission für Öffentliche Sicherheit“ gemäß der Nachrichtenagentur Kyodo, die Minister hätten nie zuvor von derartigem gehört und rief den Premierminister dazu auf, seine Absichten und Inhalte seiner Bemerkungen zu erklären. Japans Wirtschaftsminister Kaoru Yosano, ein bekannter Befürworter der Atomenergie wies darauf hin, es werde sehr lange dauern bis die atomare Stromerzeugung zurückgefahren werden könne, so die Nachrichtenagentur Kyodo.

1 KOMMENTAR

  1. „es werde sehr lange dauern bis die atomare Stromerzeugung zurückgefahren werden könne“

    Ahahahahah, wem wollen die da oben überhaupt noch irgendwas erzählen?
    Würde mich mal interessieren, was diese Leute von der Atomkraft halten, wenn diese deren Geldbeutel mal nicht mehr am laufenden Band füllen würde….

    Bla Bla Bla durch alle Schichten der Gesellschaft.

    So langsam kann man ja fast wieder öffentlich STOLZ drauf sein, ein Deutscher zu sein. Ich bin es jedenfalls wieder, wenn ich die Reaktionen und die schlechte Politik der anderen Wirtschaftsmächte sehe.

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