Start Aktuelles Japan aktuell: Gestürzter Stahlträger verursachte keine Schäden an Fukushima-Brennstäben

Japan aktuell: Gestürzter Stahlträger verursachte keine Schäden an Fukushima-Brennstäben

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Fukushima-Reaktor 3: Stahlträger im Abklingbecken am 24. September 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Stahlträger im Abklingbecken am 24. September 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Stahlträger im Abklingbecken am 24. September 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Stahlträger im Abklingbecken am 24. September 2012 (Foto: TEPCO)

Aus dem AKW Fukushima heute nachgereichte Bilder zeigen nach Meldung von TEPCO trotz des Arbeitsunfalls keine Schäden an Reaktor 3. Tatsächlich sind es erneut wieder andere Meldungen, die im Zusammenhang mit der Atomenergie und den Folgen der Katastrophe von Fukushima aktuell im Vordergrund stehen.

Auch der Streit um zwei Inselgruppen ist weiterhin Thema der japanischen Medien.

So gibt es neben den Fukushima News auch heute weitere Meldungen – im Spreadnews Japan-Ticker vom 25. September 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO meldet keine Schäden nach Stahlträgersturz
  • Japans Atomkontrolle NRA will keine Stresstests fortführen
  • 46 Gebäude in Präfektur Miyagi als mögliche Tsunami-Denkmäler ausgewählt
  • Ermittlungen gegen Giftgas-Sekte abgeschlossen
  • Wasserkanonen im Senkaku-Inselstreit
    • Taiwanesische Schiffe dringen in Gewässer ein
    • Taiwan setzt Wasserkanonen ein
    • Taiwanesische Schiffe verlassen japanische Gewässer
    • Japans Regierung protestiert gegen Wasserkanonen-Einsatz
    • Sechs chinesische Schiffe in Grenzzone gesichtet
    • Südkorea spricht Takeshima-Streit vor UN an
    • Japanischer Zerstörer darf nicht in koreanischen Hafen einlaufen

TEPCO meldet keine Schäden nach Stahlträgersturz: Wie der Kraftwerksbetreiber TEPCO mitteilte, wurde bei einer gestern durchgeführten visuellen Inspektion durch eine Unterwasserkamera keine sichtbaren Schäden an den Brennelementen im 11,5 Meter tiefen Abklingbecken von Fukushima-Reaktor 3 festgestellt.

Fukushima-Reaktor 3: Trümmer (o.) und Stahlbarren (u.) im Abklingbecken am 25. September 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Trümmer (o.) und Stahlbarren (u.) im Abklingbecken am 25. September 2012 (Foto: TEPCO)

Am Samstag war ein sieben Meter langer Stahlträger bei der Trümmerräumung in das Abklingbecken gestürzt, in dem sich 566 Brennelemente befinden, 52 davon sind nach Angaben der jiji ungenutzt.

Eine Änderung von Messwerten bei Wasserstand und Strahlungsniveau sei trotz des Zwischenfalls nicht festgestellt worden.

Dies versucht TEPCO dann auch mit einigen Zahlen zu belegen:

Stand vom 21. September 2012 (Vor dem Zwischenfall )

  • Cäsium-134: 2,4X103 Becquerel pro Kubikzentimeter
  • Cäsium-137: 4,0X103 Becquerel pro Kubikzentimeter
  • Jod-131: Unter messbarem Wert  (3,4X101Becquerel pro Kubikzentimeter)

Stand vom 22. September (nach dem Zwischenfall)

  • Cäsium-134: 2,2X103 Becquerel pro Kubikzentimeter
  • Cäsium-137: 3,6X103 Becquerel pro Kubikzentimeter
  • Jod-131: Unter Nachweiswert (1,4X101 Becquerel pro Kubikzentimeter)

Stand vom 23. September

Cäsium-134: 2,5X103 Becquerel pro Kubikzentimeter
Cäsium-137: 4,2X103 Becquerel pro Kubikzentimeter
Jod-131: Unter Nachweiswert (1,6X101 Becquerel pro Kubikzentimeter)

Stand vom 24. September

  • Cäsium-134: 2,4X103 Becquerel pro Kubikzentimeter
  • Cäsium-137: 3,9X10Becquerel pro Kubikzentimeter
  • Jod-131: Unter Nachweiswert (1,6X101 Becquerel pro Kubikzentimeter)

Außerdem gibt es heute einige Aufnahmen, die im Zusammenhang mit den Ereignissen vom Samstag vom Betreiber aktuell veröffentlicht wurden.

Während die von der Unterwasserkamera gemachten Videoaufnahmen und Fotos  aus dem Becken selbst erwartungsgemäß etwas verschwommen sind, kann man sowohl den herabgefallenen Schutt, als auch den Stahlbarren erkennen.

Die übrigen Aufnahmmen sollen vor allem den Fortschritt bei der Beseitung von Trümmern und beschädigten Strukturen an Reaktor 3 dokumentieren. Dabei wird auch das genutzte schwere Gerät, dass zur Entfernung der baulichen Schäden eingesetzt wird, gezeigt.

Japans Atomkontrolle NRA will keine Stresstests fortführen: Wie der Vorsitzende der neuen Atomsicherheit Japans, Shunichi Tanaka am Montag mitteilte, werde man die bisherigen Verfahren der Stresstests zur Sicherstellung der Reaktorsicherheit nicht länger anwenden

Der zweiteilige Stresstest, der nach der Fukushima-Katastrophe genutzt worden war, wird keine Anwendung mehr finden, da man aktuellere Kriterien anlegen wolle. Das bedeutet für die Betreiber von Kraftwerken, die bereits den ersten Teil absolviert haben, wieder von vorne beginnen müssen, meldet die Nachrichtenagentur Kyodo.

46 Gebäude in Präfektur Miyagi als mögliche Tsunami-Denkmäler ausgewählt: Eine Untersuchungsgruppe stellte gestern insgesamt 46 Gebäude in der Präfektur Miyagi vor, die schwer vom Tsunami 2011 getroffen worden waren und als Kandidaten für eine Instandhaltung in die Auswahl gekommen sind.

Orthodoxe Kirche des heiligen Apostels Johannes in Ishinomaki (Foto: iwa4 cc-by)
Orthodoxe Kirche des heiligen Apostels Johannes in Ishinomaki (Foto: iwa4 cc-by)

Zu den Einrichtungen, die nach Untersuchungen seit vergangenem Mai möglicherweise als Denkmäler erhalten bleiben sollen, gehören etwa das Schulgebäude der Okawa-Grundschule, wo 84 Schüler und ihre Lehrer durch den Tsunami enweder starben, oder noch als vermisst gelten.r

Auch 15 weitere Orte an denen etwa 2.100 Opfer zeitweise begraben wurden sind im Gespräch. Diskutiert wird dagegen noch, ob das frühere Hauptquartier des Katastrophenschutzes in Minamisanriku erhalten, oder abgerissen werden soll.

Im Rahmen des Wiederaufbaus müsse entschieden werden, derartige Strukturen zumindest temporär so lange zu erhalten, bis eine endgültige Entscheidung gefallen ist, fordert laut Mainichi Shimbun der Vorsitzende der Gruppe, die unter anderem auch aus örtlichen Regierungsmitarbeitern und Medienpersönlichkeiten besteht.

Ermittlungen gegen Giftgas-Sekte abgeschlossen: Japans Behörden konnten am Montag nach 17 Jahren die kriminalpolizeilichen Ermittlungen in mehreren Verfahren gegen Mitglieder des Endzeit-Kults Omu Shinrikyo (fälschlicherweise meist Aum-Sekte genannt) abschließen.

Mit der Anklage des 54 Jahre alten Katsuya Takahashi wegen Entführung und Mordes von Rechtsanwalt Kiyoshi Kariya im Jahr 1995 ist nach Angaben der Kyodo die Fahndungsarbeit im Bezug auf Sektenmitglieder, die am Sarin-Gasanschlag auf die Tokyoter U-Bahn 1995 beteiligt waren, abgeschlossen.

Sektengründer Shoko Asahara (Realname Chizuo Matsumoto), sowie 12 seiner Anhänger wurden bereits zum Tode verurteilt, ihre Hinrichtung steht indes noch aus.

Wasserkanonen im Senkaku-Inselstreit:  Nachdem noch am Samstag die schwerste spätersommerliche Hitze auf Japans nördlichster Hauptinsel Hokkaido seit Beginn der Aufzeichnungen 1961 gemeldet worden war, ging es heute im Senkaku-Streit heiss her, so dass es zum Einsatz von Wasserkanonen kam. Die neusten Meldungen im Inselstreit jetzt zusammengefasst:

Schiff der japanischen Küstenwache (Foto: pd)
Japans Küstenwache liefert sich Wasserkanonen-Gefecht (Foto: pd)

Taiwanesische Schiffe dringen in Gewässer ein: Nach Angaben von Japans Küstenwache drangen zunächst zwischen 7:40 Uhr und 8:45 Uhr, 40 taiwanesische Fischereiboote und acht Patrouillenboote in japanische Gewässer in die Nähe der Hauptinsel Uotsurijima ein. Später folgten vier weitere Patrouillenboote.

Teilweise näherten sie sich auf bis zu fünf Kilometer Distanz der Insel. Auf Warnungen von Japans Küstenwache reagierten die Begleitschiffe mit Propaganda.

Taiwan setzt Wasserkanonen ein: Von einem taiwanesischen Fernsehreporter heisst es, die Eindringlinge und die japanische Küstenwache hätten beide Wasserkanonen eingesetzt. Nach Angaben der Fischereikooperative, die für die Aktion verantwortlich ist, habe die taiwanesische Seite mit dem Beschuss durch Wasserkanonen begonnen.

Der stellvertretender Direktor von Taiwans Küstenwache, Wang Chung-yi erklärte, Japans Küstenwache habe 21 Schiffe geschickt, um die Fischereiboote abzufangen. Gegen 8:26 Uhr hätten die Japaner dann Scheinwerfer und Wasserkanonen eingesetzt, um die Fischerboote abzuwehren.

Von nicht näher genannten japanischen Quellen innerhalb der Küstenwache heisst es, die japanische Küstenwache habe zunächst Wasserkanonen gegen die Fischerboote eingesetzt, was drei taiwanesische Patrouillenschiffe über eine Dauer von etwa 20 Minuten ihrerseits mit Wasserkanonen antworteten – jedoch ohne eines der japanischen Schiffe zu treffen.

Taiwanesische Schiffe verlassen japanische Gewässer:
  Der Rückzug der taiwanesischen Schiffe begann gegen 9:40 Uhr – und kurz nach 11:40 Uhr verliessen die taiwanesischen Schiffe wieder die japanischen Gewässer.

Japans Regierung protestiert gegen Wasserkanonen-Einsatz: Die japanische Regierung hat den Einsatz von Wasserkanonen durch drei taiwanesische Schiffe in japanischen Territorialgewässern als Verletzung international geltenden Rechts kritisiert. Der Protest wurde durch die Interchange Association, eine Organisation zum gegenseitigen Austausch beider Länder, übermittelt.

Dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen zufolge, ist der Einsatz von Gewalt, inklusive der Verwendung von Wasserkanonen gegen Regierungsschiffe, wie etwa Patrouillenboote, verboten.

Sechs chinesische Schiffe in Grenzzone gesichtet: Gegen 9:00 Uhr wurden von der Küstenwache insgesamt sechs chinesische Schiffe gesichtet, die sich jedoch noch außerhalb japanischer Hoheitsgewässer befinden.

Südkorea spricht Takeshima-Streit vor UN an: Südkoreas Außenminister Kim Sung-hwan kritisierte bei seiner gestrigen Rede vor den Vereinten Nationen in New York indirekt Japans ursprüngliche Absicht, den Fall der Takeshima-Inseln vor den Internationalen Gerichtshof zu bringen. Diese Instanz sei wichtig, dürfe jedoch nicht von Staaten für politische Zwecke genutzt werden.

Japanischer Zerstörer darf nicht in koreanischen Hafen einlaufen: Japans Regierung hat Protest bei Südkorea eingelegt, nachdem einem Zerstörer der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte, der an einem jährlichen, gemeinsamen Seemanöver mit den USA, Australien und Südkorea teilnehmen wird, das Ankern im südkoreanischen Hafen Busan verwehrt worden war.

Dennoch wurde das Verbot nicht aufgehoben, da das Manöver vor der Küste nicht das Einlaufen in den Hafen erforderlich mache. Vermutlich soll damit jedoch der Gefahr möglicher anti-japanischer Proteste entgegengewirkt werden. Vor zwei Jahren war der Zerstörer im Hafen von Busan noch kein Problem, stellte die japanische Botschaft in Seoul klar.