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Japan aktuell: Gesundheit von Fukushima-Arbeitern bleibt ein Problem

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Fukushima: Material für ärztliche Versorgung im Notfallraum am 6. September 2011 (Foto: TEPCO)
Ärztliche Versorgung am AKW Fukushima (Foto: TEPCO)
Fukushima: Material für ärztliche Versorgung im Notfallraum am 6. September 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Gesundheit von Fukushima-Arbeitern bleibt ein Problem (Foto: TEPCO)

Nach Arbeitsunfällen sind es nun vermehrt unklare Gesundheitsbeschwerden, mit denen sich die Kraftwerksangestellten am AKW Fukushima aktuell konfrontiert sehen.

Waren es unmittelbar nach Beginn der Krise vor allem schwere Kreislaufbeschwerden, wurden sie bei den folgenden Aufräumarbeiten mehrfach Opfer von Arbeitsunfällen.

Auch Todesfälle gab es bereits.

Innerhalb weniger Tage ist der Herzstillstand erneut Thema und in den Fukushima News sind nun auch weitere Gesundheitsbeschwerden aktuell. Mehr zu dem was rund um das AKW Fukushima heute geschah und weitere Themen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 1. März 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • AKW Fukushima kühler als zuvor
  • Fukushima-Arbeiter nach Herzstillstand gestorben
  • Fukushima-Arbeiter als LKW-Fahrer in Krankenhaus eingeliefert
  •  TEPCO gibt Arbeiter-Strahlungsbelastung für Januar 2013 bekannt
  • Fischereikooperativen akzeptieren AKW-Entschädigung
  • Beschädigte Katastrophenhäuser finden neue Bestimmung
  • Japanischer Evergreen soll auf DVD erscheinen

AKW Fukushima kühler als zuvor: Mit dem größtenteils zerstörten Kraftwerk Fukushima Daiichi geht es abwärts – zumindest was die Temperatur angeht. Das erklärte Takeshi Takahashi, Leiter des Kraftwerks auf einer gestrigen Pressekonferenz im Wiederaufbauzentrum in Naraha (Präf. Fukushima).

Die Zerfallswärme der geschmolzenen Brennelemente sei auf ein Niveau gesunken, das zwischen einem und zwei Zehntausendstel des Werts entspräche, der während des normalen Reaktorbetriebs gemessen würde. Selbst bei einem Ausfall des Kühlsystems bestehe daher kein Grund zur Panik, berichtet die jiji.

Im Bezug auf wichtige Arbeiten für die Stilllegung der Reaktoren, wie etwa die Entfernung von abgebrannten Brennelementen aus Reaktor 4 erklärte Takahashi, er werde bei den Planungen ein besonderes Augenmerk auf nicht vorhersehbare Zwischenfälle, wie etwa ein erneutes Erdbeben haben.

Fukushima-Arbeiter nach Herzstillstand gestorben: Am 25. Februar 2013 hatte der Angestellte eines Partnerunternehmenns in einem Materiallager in der Stadt Hirono über Unwohlsein geklagt und später in das medizinische Zentrum im J-Village gebracht worden.

Dort hatte er einen Herzstillstand erlitten, konnte jedoch erfolgreich reanimiert und in das Krankenhaus Iwaki werden (Spreadnews berichtete). Gestern erhielt TEPCO die Mitteilung, dass der Arbeiter noch am gleichen Tag um 23:32 Uhr von einem Arzt für tot erklärt wurde.

Fukushima-Arbeiter als LKW-Fahrer in Krankenhaus eingeliefert: Erneut musste ein Beschäftigter am Kernkrafwerk Fukushima Daiichi aufgrund gesundheitlicher Probleme in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Zuletzt hatte am Dienstag ein Angestellter einen Herzstillstand erlitten und war am folgenden Tag gestorben.

AKW Fukushima: Notfallraum am 6. September 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Arbeiter von Notfallzentrum (o.) aus in Krankenhaus eingeliefert (Symbolfoto: TEPCO)

Im aktuellen Fall berichtete ein Arbeiter, der gegen 8:50 Uhr als Fahrer eines Kipplasters an der Fureai-Kreuzung innerhalb des Kraftwerks unterwegs war, von einem akuten Unwohlsein.

Nach einer medizinischen Untersuchung ordnete ein Arzt im medizinischen Notfallzentrum für die Reaktoren 5 und 6 die Verbringung in ein Krankenhaus an.

Der Arbeiter wurde dann um 9:30 Uhr zur Feuerwehr Tomioka gefahren und von dort mit einem Krankenwagen in das Krankenhaus von Iwaki gebracht, wo man um 11:15 Uhr eintraf. Aufgrund einer weiteren Untersuchung kam man dort zu dem Schluss, den Arbeiter zur Beobachtung einige Tage in der Klinik zu behalten.

Genauere Angaben gab es vom Kraftwerksbetreiber TEPCO bislang nicht, jedoch sei keine  radioaktive Kontamination festgestellt worden.

 TEPCO gibt Arbeiter-Strahlungsbelastung für Januar 2013 bekannt: Gestern übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO aktuelle Zahlen zur Strahlungsbelastung der Angestellten des Elektrizitätskonzerns und der Arbeiter von Subunternehmen an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales.

Dosimeter (Foto: TEPCO)
Sinkende Belastung bei Fukushima-Arbeitern (Foto: TEPCO)

Dabei zeigt sich weiterhin, dass die Arbeiter von Subunternehmen durchweg stärker belastet sind, als TEPCO-Angestellte.

Im Januar waren insgesamt 439 neue Arbeiter am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi eingestellt worden.

Die höchste offiziell gemessene Belastung betrug demnach 12,65 Millisievert und wurde bei einem Angestellten eines Partnerunternehmens gemessen.

Die Zahlen für Februar 2013 folgen nach Angaben von TEPCO dann Ende März diesen Jahres.

Fischereikooperativen akzeptieren AKW-Entschädigung: Eine Fischereikooperative der Präfektur Yamaguchi hat sich in einer Sitzung hinter verschlossenen Türen bereit erklärt, gegen eine Entschädigungszahlung den Bau eines AKW in Kaminoseki durch Chugoku Electric zu akzeptieren, berichtete die NHK unter Berufung auf Quellen.

Bislang hatte man sich mit sieben Kooperativen bereits geeinigt – doch eine Fischereikooperative auf der Insel Iwaishima lehnte bislang das Angebot ab. Das neue Abstimmungsergebnis, das 31 zu 21 betragen haben soll, sei auch auf das steigende Alter zurückzuführen, da einige Inselbewohner bereits zu alt für den Fischfang seien.

Dennoch gibt es nach wie vor Gegner der Entscheidung, die nach eigenen Angaben die Umwelt schützen wollen.

Beschädigte Katastrophenhäuser finden neue Bestimmung: Nachdem das Tohoku-Erdbeben 2011 die Standorte mehrere Häuser in Abiko (Präf. Chiba) zu unsicher für weiteres Bewohnen gemacht hatte, kommt sieben von ihnen nun eine neue Aufgabe zu.

Nachem im März 2012 die Erlaubnis der Besitzer eingeholt worden war, begann ein Tokyoter Architekturbüro noch im Dezember mit ungewöhnlichen Arbeiten. Statt die Gebäude abzureissen, wurden die Häuser durch einen Kran angehoben und in die Stadt Akita gebracht, wo sie Teil einer Wohneinheit für Senioren werden sollen.

Die früheren Bewohner zeigten sich dem Bericht der Yomiuri Shimbun zufolge erfreut, dass ihre einstigen Häuser einem neuen Zweck zukommen. Das Architekturbüro hofft, dass der wohnliche Charakter den künftigen 18 Bewohnern eher das Gefühl eines neuen Zuhauses vermittelt und weniger das einer Einrichtung für ältere Menschen.

Auch sieht man praktische Vorteile. Aufgrund des Umstands, dass die Einrichtung aus unterschiedlichen Häusern zusammengesetzt wird, haben alle Zimmer ein unterschiedliches Aussehen, was Personen mit Gedächtnisproblemen das Erkennen ihres Zimmers erleichtern könnte.

Neben den Häusern aus Abiko werden auch alte Gebäude in den Präfekturen Wakayama und Okayama für derartige Zwecke genutzt. Mit der Eröffnung wird im November diesen Jahres gerechnet.

Japanischer Evergreen auf DVD: Einer der ersten Songs eines japanischen Interpreten die weltweit bekannt wurden, ist vermutlich „Ue wo muite arukō“ des Sängers Kyu Sakamoto (1941-1985) und tatsächlich ist es das bislang einzige japanische Werk, das es in den US-Billboard Charts an die Spitze schaffte.

Der japanische Sänger Kyu Sakamoto (Foto: pd)
Kyu Sakamoto: Verschollenes Video soll auf DVD erscheinen (Foto: pd)

Wenn dem Leser nun große Fragezeichen ins Gesicht geschrieben stehen, so dürften sich neben bekennenden Fans des Songs  zumindest ältere Generationen an das Lied erinnern – wenn auch unter dem völlig irreführendenn Titel „Sukiyaki„.

Nachdem im Januar 2013 in Archiven eine seltene Videoaufnahme des US-Auftritts  in der „Steve Allen Show“  aus dem Jahr 1963 entdeckt worden war, können sich Freunde dieses Songs, der im japanischen Original einen melancholischen Spaziergang beschreibt, nun möglicherweise auf eine DVD-Veröffentlichung freuen, berichtet die Kyodo.

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