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Japan aktuell: Größtes Wassertankleck am AKW Fukushima seit Beginn der Krise

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AKW Fukushima: Leck am Ablassventil von Wasserbehälter im Bereich H4 am 19. August 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Lagertank: Großleck im Bereich H4 am 19. August 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Leck am Ablassventil von Wasserbehälter im Bereich H4 am 19. August 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Leck am Ablassventil von Wasserbehälter im Bereich H4 am 19. August 2013 (Foto: TEPCO)

Gestern berichteten wir an dieser Stelle über einen Austritt von radioaktivem Wasser und meldeten, die Pressekonferenz des Betreibers werde weitere Informationen liefern.

Die zum Leck am AKW Fukushima heute bekannt gewordenen Einzelheiten machen deutlich, dass es sich nicht nur um Wasserlachen, sondern einen deutlich gravierenden Zwischenfall handelt, als zunächst vermutet.

Informationen darüber, wie der Stand in Fukushima aktuell aussieht und weitere Einzelheiten über diese Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 20. August 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Größtes Wassertankleck am AKW Fukushima seit Beginn der Krise
    • Gravierender Zwischenfall
    • Hohe Strahlungswerte
    • Eingeleitete Maßnahmen

Größtes Wassertankleck am AKW Fukushima seit Beginn der Krise: Nach der gestrigen Meldung korrigierte TEPCO zunächst einige Informationen, wie etwa den Zeitpunkt der Entdeckung auf 9:50 Uhr und erklärte, es habe außerhalb der Abgrenzung eine weitere Wasserlache von 50 Zentimeter x 6 Meter mit einer Tiefe von einem Zentimeter gegeben.

AKW Fukushima: Wasserlache am Ablassventil von Wasserbehälter am 19. August 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Wasserlache am Ablassventil von Wasserbehälter am 19. August 2013 (Foto: TEPCO)

Jetzt machte der Betreiber weitere Angaben und meldete nun, es seien nicht nur die insgesamt 120 Liter umfassenden Lachen an hochgradig radioaktivem Wasser entstanden, sondern etwa 300 Tonnen an stark radioaktivem Wasser aus einem der Lagertanks ausgetreten.

Gravierender Zwischenfall: Das Unternehmen nannte den Zwischenfall heute in nahezu ungewohnter Offenheit das schlimmste Leck an den Behältern seit Beginn der Krise“. Der Behälter enthielt ursprünglich insgesamt 1.000 Tonnen an radioaktivem Wasser. Bislang sei noch völlig unklar, aus welchem Bereich des Tanks das Wasser austritt.

Allerdings gehe man davon aus, dass der Austritt an radioaktiv kontaminierten Wasser derzeit noch andauere.

Die Menge des ausgetretenen Wassers sei eine Schätzung anhand des Wasserstands im Behälter, der 2,9 Meter tiefer liege, als dies der Fall sein müsste.

Das Wasser gelangte offenbar trotz der Betonbarrieren (siehe Foto) ins Freie, da Öffnungen an den Ventilen der Rohre geöffnet gewesen seien, um Regenwasser ablaufen zu lassen.

Allerdings sei das Wasser nicht in den angrenzenden Pazifik gelangt, da eine in der Nähe liegende Abflussrinne nur geringe Belastung aufgewiesen habe.

Hohe Strahlungswerte: Es wurden in dem Wasser bislang Werte von 80 Millionen Becquerel an Betastrahlern, wie etwa Strontium-90 pro Liter nachgewiesen. Das summiert sich bei einer Menge von 300 Tonnen auf eine Gesamtbelastung von 24 Billionen Becquerel. Das Wasser habe neben Strontium auch Tritium, Cäsium und weitere Substanzen enthalten.

Zumindest die Cäsiumkonzentration sei durch die Filterung, die der Einlagerung vorausgeht, bereits reduziert worden.

Eingeleitete Maßnahmen: Auch wenn der Betreiber TEPCO erklärte, bislang sei es durch das Abpumpen aus dem abgegrenzten Bereich gelungen vier Tonnen der radioaktiven Flüssigkeit zu sammeln, räumte das Unternehmen zugleich ein, dass es als sehr wahrscheinlich gilt, dass die Substanz in den Boden gelangt sei.

Rundbehälter für schwach radioaktive Abwässer aus Reaktoren 5 und 6. Foto: Tepco
AKW Fukushima: Schweres Leck an Wasserbehältern (Symbolfoto: TEPCO)

Der Kraftwerksbetreiber kontrolliert nun auch die übrigen Stahltanks im Bereich H4 auf mögliche Lecks. In diesen 26 Behältern, die eine Höhe von 11 Metern und einen Durchmesser von 12 Metern haben und sich westlich von Reaktor 4 befinden, wird das Wasser, das während der Kühlung der Reaktoren anfällt, eingelagert.

In der Vergangenheit war es bereits zu Lecks an den Nahtstellen von Lagertanks gekommen.

Die Atomaufsichtsbehörde NRA, die den Zwischenfall gestern als Ereignis der Stufe 1 („Störung“) auf der achtstufigen internationalen INES-Skala beurteilt hatte, wies den Betreiber an, das Leck ausfindig zu machen und Erdproben zu entnehmen.

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