Start Aktuelles Japan aktuell: Grundwasserbelastung seit Beginn der Fukushima-Krise massiv gestiegen

Japan aktuell: Grundwasserbelastung seit Beginn der Fukushima-Krise massiv gestiegen

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Präfektur Fukushima: Radioaktives Kobalt im Boden nachgewiesen (Symbolbild: pd)
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Grundwasser am AKW Fukushima stärker als zuvor belastet (Grafik: pd)

TEPCO bietet vom AKW Fukushima keine umfangreichen Informationen, die von dort bekannt gewordenen Fakten reichen jedoch aus, um die Entwicklung der Grundwasserprobleme seit Beginn der Reaktorkatastrophen nachvollziehen zu können.

Die Naturkatastrophen, welche zu dem Unglück führten, haben neben der Krise von Fukushima aktuell auch weiterhin Auswirkungen auf die Menschen..

Einzelheiten zu den Fukushima News sowie sonstige Meldungen nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 16. August 2013.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Fukushima-Cäsiumwerte über Wert nach Katastrophenausbruch
  • Tempel hilft Katastrophenopfern bei seelischer Bewältigung
  • Israelischer Politiker nennt Atombomben-Gedenken selbstgerecht

Fukushima-Cäsiumwerte über Wert nach Katastrophenausbruch: Am gestrigen Tag meldete der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi, dass in einem Schacht auf der Seeseite in der Nähe von Reaktor 1, aktuell Cäsiumwerte von 11.600 Becquerel pro Liter Wasser festgestellt worden sind. Dieser Wert ist das Achtfache der 1.490 Becquerel, die unmittelbar nach Ausbruch der Krise nachgewiesen wurden.

Massive Differenzen gibt es jedoch auch bei den Strahlungswerten in diesem Tunnel und jenem an Reaktor 2. TEPCO bemüht als Erklärung eine Reihe von Wechselwirkungen von radioaktivem Wasser unterschiedlicher Herkunft.

Für den Anstieg an Reaktor 1 im Vergleich zu Beginn der Katastrophe wird Regenwasser genannt, das mit radioaktivem Cäsium belastet war und in den Tunnel gelangt sei. Gleichzeitig betrage die Belastung in Tunnel 1 jedoch nur ein Zehntausendstel dessen, was im Tunnel nahe Reaktor 2 nachgewiesen wurde.

Dies sei wiederum auf den Umstand zurückzuführen, dass der Tunnel von Reaktor 1 bereits durch den Tsunami mit nicht kontaminiertem Wasser geflutet worden war, während das hochgradig radioaktive Wasser an den Reaktoren 2 und 3  erst später aus den Kellergeschossen der Turbinengebäude gelangt und daher unverdünnt geblieben sei.

Wie die Asahi Shimbun meldet, laufen unterdessen die Arbeiten zur Steigerung der Pumpleistung weiter, will man mit weiteren Rohren doch nun 70 Tonnen Grundwasser täglich heraufpumpen (Spreadnews berichtete am gestrigen Donnerstag).

Tempel hilft Katastrophenopfern bei seelischer Bewältigung: Der Tempel Fumonji, der sich in einem bergigen Zedernwald befindet und zur buddhistischen Tradition des Soto-Zen zählt, hat nicht nur eine malerische  Lage – sondern kümmert sich auch um die seelische Verfassung der Überlebenden von Rikuzentakata (Präf. Iwate), von denen viele Angehörige durch den Tsunami 2011 verloren hatten.

jizo Statue (Foto: Chris Gladis cc-by-nd)
Statue des Jizo: Er begleitet nach Volksglauben die Seelen der Toten (Foto: Chris Gladis cc-by-nd)

Im Zedernwald fertigen Überlebende im Rahmen eines Projekts, das vom Hauptpriester des Tempels, sowie klinischen Psychiatern betreut wird, kleine Buddhastatuen aus Stein. Unter der Anleitung erfahrener Bildhauer arbeiten sie diese aus und versuchen vielfach, den Statuen eine Ähnlichkeit mit ihren verstorbenen Angehörigen zu geben.

Die kleinen Figuren werden dann die 500 Meter lange Strecke zwischen dem Tor des Fumonji und einem Denkmal für die Katastrophenopfer auf dem Tempelgelände säumen. Durch die Arbeiten soll bei den Betroffenen, von denen viele aufgrund der Erlebnisse eine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln, die seelische Heilung gefördert werden.

Wie die Mainichi Shimbun meldet, soll die Maßnahme auch in den kommenden Jahren fortgesetzt werden. Neben der positiven psychischen Wirkung-oi erhofft man sich durch Besucher, welche die Statuen sehen wollen, wirtschaftliche Vorteile für die Region. Bei der Katastrophe kamen 1.556 Personen ums Leben, 216 gelten offiziell noch als vermisst.

Israelischer Politiker nennt Atombomben-Gedenken selbstgerecht: Zwei Tage nach dem 68. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima, postete der israelische Politiker Daniel Seaman, der für Internet-PR der israelischen Regierung verantwortlich ist, einen bestürzenden Kommentar im sozialen Netzwerk Facebook.

Atombombendom in Hiroshima (Foto: kepii, cc by-nd)
Atombombendom in Hiroshima (Foto: kepii, cc by-nd)

„Ich bin die japanischen Gruppen für „Menschenrechte“ und „Frieden“ leid, die ihr jährliches selbstgerechtes Gedenken für die Opfer von Hiroshima und Nagasaki begehen“,

wird das Posting Seamans von der israelischen Zeitung Haaretz zitiert. Die beiden Atombomben seien

„die Konsequenz der japanischen Aggression. Man erntet, was man sät“

Einen Korrekturvorschlag für künftige Veranstaltungen hatte Seaman auch gleich parat:

Stattdessen sollten sie der schätzungsweise 50 Millionen Chinesen, Koreaner, Filipino. Malayen, Vietnamesen, Kambodschanern, Indonesiern, Burmesen und anderer Opfer der japanischen Aggression und des Völkermords gedenken“.

Die japanische Botschaft in Tel Aviv legte umgehend Protest beim israelischen Außenministerium gegen das bereits gelöschte Statement auf Facebook ein. Offenbar wurde Seaman nun angewiesen, seine Arbeit „vorerst“ einzustellen. Die Sprecherin des israelischen Außenministeriums, Ilana Stein, erklärte, die Aussagen Seamans stellten nicht die offizielle Haltung Israels dar.

Über die Äußerung berichteten auch mehrere japanische Medien, darunter die Kyodo und die jiji.

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