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Japan aktuell: Hafenbereich am AKW Fukushima wird abgesichert

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Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Arbeiten an Kühlsystem des AKW Fukushima Daiichi (Symbolfoto: TEPCO)
Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Hafenbereich wird umfangreich abgesichert. (Foto: TEPCO)

Waren es bislang vor allem die Reaktoren, so ist der Hafen des AKW Fukushima heute von besonderem Interesse, gab doch TEPCO nun Informationen über Maßnahmen zum Schutz der Umwelt vor weiterer Kontamination bekannt.

Das auch die besten Schutzmaßnahmen nicht immer funktionieren wie gedacht, zeigt ein Alarm auf dem Gelände der Anlage.

Auch finanziell hat die Führungsspitze von TEPCO aktuell Schwierigkeiten. Neben den Fukushima News gibt es heute auch weitere Meldungen, im Spreadnews Japan-Ticker vom 3. April 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Hafen des AKW Fukushima erhält wasserdichte Schutzmauer
  • Filter für Hafen des AKW Fukushima vorgesehen
  • Strahlungsalarm am Fukushima-Haupttor
  • TEPCO-Führung erhält Gehaltskürzung wegen Stromausfalls
  • Zugbetrieb in Katastrophenregion läuft weiter an

Hafen des AKW Fukushima erhält wasserdichte Schutzmauer: Insbesondere nachdem TEPCO angekündigt hatte, eine neue Dekontaminationsanlage zur Filterung von 62 radiokativen Substanzen in Betrieb zu nehmen, deren Testlauf über die nächsten Monate hinweg läuft, ist die Sicherheit der Umwelt verstärkt Thema für TEPCO.

AKW Fukushima: Erster Stahlpfeiler für Spundwand am 2. April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Erster Stahlpfeiler für Spundwand am 2. April 2013 (Foto: TEPCO)

Der Kraftwerksbetreiber ist bereits seit Ende Juni 2012 dabei, Arbeiten innerhalb und außerhalb des Hafens durchzuführen, die eine Kontamination verhindern sollen. Zu diesem Zweck werden zunächst Stahlbarren in den Boden gehämmert, die dann als Grundlage für eine so genannte Spundwand dienen sollen.

Der Baubereich innerhalb des Hafens verläuft dabei auf einer Strecke von 517,5 Metern. Außerhalb der Hafenanlage erstreckt sich das Gebiet entlang 263, 5 Metern. Dabei sind die Vorbohrungen für die Pfeiler weit fortgeschritten. Im Hafen sind 256 der 403 Vorbohrungen abgeschlossen (63,5 Prozent). Außerhalb sind es 161 von 192 (83,9 Prozent).

Gestern wurde dann der erste Pfeiler außerhalb des Hafens erfolgreich gesetzt und dabei nicht nur durch die üblichen Erdschichten, sondern darüber hinaus 1,5 Meter in eine Erdschicht mit geringer Durchlässigkeit gerammt. TEPCO veröffentlichte gestern entsprechendes Bildmaterial.

Bis zum Mai 2013 will man die Vorbohrungen außerhalb des Hafens und bis Anfang Oktober alle Stahlpfeiler angebracht haben. Für das Gebiet innerhalb des Hafens sollen die Bohrungen bis Ende August vollständig durchgeführt sein und die Einbringung der Träger bis April 2014.

Filter für Hafen des AKW Fukushima vorgesehen: Um die Belastung des Wassers mit radioaktivem Cäsium zu reduzieren, setzt TEPCO auf Fasermaterial, das als Adsorptionsmittel im Hafen Verwendung finden soll.

AKW Fukushima: Fasermaterial zur Cäsiumadsorption am 3. April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Fasermaterial zur Cäsiumadsorption am 3. April 2013 (Foto: TEPCO)

Im veröffentlichten Bildmaterial zeigt TEPCO sowohl einen einzelnen Strang des Materials, als auch Versuche innerhalb eines Kunststoffbehälters.

Diese Maßnahme ist offenbar Teil der mittel- bis langfristigen Planung zur Stilllegung der Reaktoren 1 bis 4.

Genauere Informationen bietet die Betreiberfirma TEPCO bislang noch nicht, will diese jedoch noch nachreichen.

Strahlungsalarm am Fukushima-Haupttor: Um 15:55 Uhr kam es zu einem Alarm am AKW Fukushima Daiichi, als die Luftüberwachungsanlage am Haupttor der Anlage hohe Strahlungswerte meldete.

Als Reaktion wurden alle Arbeiter angewiesen, Vollgesichtsatemschutzmasken zu tragen. Eine Kontrolle ergab jedoch, dass keine der übrigen Anlagen ungewöhnliche Belastungen der Luft gemessen hatten. Die Ursache für den Alarm laufe derzeit, teilte der Kraftwerksbetreiber TEPCO zunächst mit.

Später erklärte TEPCO, sorgfältige Nachmessugen hätten keine erhöhte Belastung der Atemluft nachgewiesen, der Sicherheitswert von 1×10-4 Becquerel pro Kubikmeter sei nicht überschritten worden. Eine mögliche Belastung liege vielmehr unter dem Nachweisbarkeitslimit von 5,4×10-6 Becquerel pro Kubikzentimeter.

Nachdem auch das ersetzte Gerät keine sicherheitsrelevante Werte nachwies, wurde um 20:10 Uhr die Atemschutzanordnung wieder aufgehoben.

Zugbetrieb in Katastrophenregion läuft weiter an: Am heutigen Mittwoch konnte in der Präfektur Iwate ein 21,6 Kilometer langes Teilstück der insgesamt 36,6 Kilometer langen Zugstrecke der „Minami-Riasu“ Linie wieder in Betrieb gehen. Erste Testläufe waren am 15. März angelaufen (Spreadnews berichtete).

Ofunato: Bahnhof Sakari der Sanriku Railway Co. vor den Tohoku-Katastrophen (Foto: pd)
Ofunato: Bahnhof Sakari der Sanriku Railway Co. vor den Tohoku-Katastrophen (Foto: pd)

Damit ist der Verkehr zwischen den Banhöfen Sakari und Yoshihama wieder möglich. Mit der Region war auch die Bahn schwer vom Tsunami  des Tohoku-Erdbebens 2011 getroffen worden. Die Neueröffnung des Streckenabschnitts wurde auch durch die Fertigung drei neuer Waggons mit Finanzhilfen aus Kuwait möglich.

Das Ereignis wurde vom Betreiber der Zuglinie, Sanriku Railway Co. entsprechend gefeiert. Neben Schüler einer örtlichen Schule, die anlässlich des Ereignisses einen traditionellen Tanz aufführten, war auch der bekannte Comedian Ken Shimura vor Ort, der den Stationsvorsteher spielen durfte. Über das positive Ereignis berichteten etwa die Mainichi Shimbun, die jiji und die Asahi Shimbun.

TEPCO-Führung erhält Gehaltskürzung wegen Stromausfalls: Wie der Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi mitteilte, wird ein Teil der Unternehmensführung eine einmalige Gehaltskürzung von fünf Prozent hinnehmen müssen.

TEPCO-Präsident Naomi Hirose, Vizepräsident Zengo Aizawa und Managing Executive, Officer Akio Komori, müssen nach Angaben der jiji aufgrund ihrer Verantwortung für den kritischen Stromausfall eine Kürzung ihres Gehalts für den Monat April hinnehmen.

Zwei weitere Mitarbeiter, darunter Mamori Muramatsu, der für die PR des Unternehmens zuständig ist, erhielten eine Rüge. Diese Maßnahmen sind eine Reaktion auf den Stromausfall vom 18. März 2013, als ein Kurzsschluss nicht nur die Kühlung der Abklingbecken außer Kraft setzte, sondern TEPCO mehrere Stunden wartete, bevor andere Stellen in Kenntnis gesetzt wurden.

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