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Japan aktuell: Herzstillstand bei Fukushima-Arbeiter

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EKG (Grafik: pd)
Fukushima-Arbeiter erlitt Herzstillstand (Grafik: pd)
EKG (Grafik: pd)
Fukushima-Arbeiter erlitt Herzstillstand (Grafik: pd)

Nachdem zuletzt technische Pannen am AKW Fukushima aktuell waren, ist dort nun erneut ein Arbeiter zu Schaden gekommen.

Dies könnte durchaus auch als Mahnung daran verstanden werden, dass die Arbeiten an der Anlage in Fukushima heute nach wie vor riskant sind und nicht mit der Erklärung eines stabilen Zustandes vorbei sind.

Daneben gibt es heute jedoch auch Fukushima News zur Situation innerhalb der gleichnamigen Präfektur. Einzelheiten und weitere Neuigkeiten, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 26. Februar 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Herzstillstand bei Fukushima-Arbeiter
  • Große Katastrophenübung am AKW Fukushima
  • Telefonbuch für Katastrophenopfer von Namie
  • Katastrophenopfer weiterhin in Übergangshäusern
  • Arbeiten an Wunderkiefer fast abgeschlossen
  • Nach Erdbeben 50 Personen isoliert
  • Erneute Aktionen von Sea Shepherd

Herzstillstand bei Fukushima-Arbeiter: Ein Partnerunternehmen von TEPCO berichtet, dass am gestrigen Montag ein Arbeiter der im Materiallager des Unternehmens in der Ortschaft Hirono mit Arbeiten zur Vorbereitung des Schutzmantelbaus von Reaktor 3 beschäftigt gewesen war, plötzlich krank gemeldet wurde.

Nach dem Transport in das medizinische Zentrum im J-Village wurde dort ein Herzstillstand festgestellt und um 9:35 Uhr ein Krankenwagen verständigt.

Nach erfolgreicher Herzdruckmassage, setzte gegen 9:54 Uhr der Herzschlag wieder ein, so dass der Patient um 10:10 Uhr in das Iwaki Kyoritsu Hospital gefahren werden konnte.

Große Katastrophenübung am AKW Fukushima: Am Samstag führte der Kraftwerksbetreiber TEPCO das Katastrophentraining für das Fiskaljahr 2012 am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi durch.

Fukushima-Katrastrophenübung: Brandschutzeinheit der SDF am 23. Februar 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Katastrophenübung: Eintreffen der Brandschutzeinheit der SDF am 23. Februar 2013 (Foto: TEPCO)

Derartige Übungen werden einmal im Jahr durchgeführt um die Funktionsfähigkeit der Notfallmaßnahmen zu gewährleisten.

Katastrophenszenario: Die Reaktoren 1 bis 4 sind stillgelegt, die Reaktoren 5 und 6 befinden sich im Zustand des „Cold Shutdown“.

Dann ereignet sich in der Region Hamadori der Präfektur Fukushima ein Erdbeben mit einer Stärke von Sechs plus auf der siebenstufigen Skala, so dass die Stromversorgung zusammenbricht.

Fukushima-Katastrophenübung: Starten eines Generators am 23. Februar 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Katastrophenübung: Starten eines Generators für Messposten am 23. Februar 2013 (Foto: TEPCO)

Dem Erdbeben folgt ein Tsunami, was zum gänzlichen Zusammenbruch der Stromversorgung, der Kühlung  der Reaktoranlagen und der Kühlung der Abklingbecken in den Reaktoren führt.

Ziel der Übung: Brandbekämpfung, Sicherstellung der Stromversorgung im Kontrollraum der Reaktoren 5 und 6, Einspeisung von Wasser in den Reaktor über eine Feuerlöschanlage, Trümmerentfernung, Starten der Generatoren für die Messposten.

Fukushima-Katastrophenübung: Beginn der Reaktor-Wassereinspeisung am 23. Februar 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Katastrophenübung: Beginn der Reaktor-Wassereinspeisung am 23. Februar 2013 (Foto: TEPCO)

An der Übung beteiligten sich etwa 100 Kraftwerksarbeiter, sowie eine Brandbekämpfungseinheit der Selbstverteidigungsstreitkräfte.

Auf den von TEPCO veröffentlichten Fotos ist das Eintreffen der SDF-Einheiten, das Ausrollen von Schläuchen für die benötigte Löschwasserversorgung und das Löschen des hypothetischen Feuers zu sehen. Außerdem wurde die Räumung von Straßen durch schweres Gerät simuliert.

Fukushima-Katastrophenübung: Schweres Räumgerät auf dem Weg am 23. Februar 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Katastrophenübung: Schweres Räumgerät auf dem Weg am 23. Februar 2013 (Foto: TEPCO)

Weitere Aufnahmen zeigen dann den Beginn der externen Reaktorkühlung durch eine Feuerwehranlage und den Start eines kleinen elektrischen Generators, der die Datenerfassung von Strahlungsmessposten gewährleisten soll.

Letztes ist ganz offensichtlich eine Reaktion auf die aktuellen Enthüllungen über die dort erfassten hohen Strahlungsmesswerte (Spreadnews berichtete am gestrigen Montag).

Telefonbuch für Katastrophenopfer von Namie: Nachdem die ehemals 21.000 Einwohner der Ortschaft Namie im Zuge der Katastrophe am AKW Fukushima Daiichi zur Evakuierung gezwungen waren, verteilten sie sich über ganz Japan, so dass es früheren Nachbarn und Bekannten schwer ist, wieder Kontakte herzustellen.

Nun hat die Verwaltung von Namie, die ihren provisorischen Sitz in Nihonmatsu hat, mit Unterstützung des Telekommunikationsunternehmen NTT nun ein Telefonbuch herausgebracht, in dem die aktuellen Adressen und Telefonnummern von 4.000 früheren Bewohnern gesammelt sind, die der Aufnahme in das Buch zustimmten.

Im kommenden Monat sollen 10.500 Exemplare an die evakuierten Personen versandt werden. Wie die NHK berichtet wurde das Angebot im Rahmen einer Zeremonie vorgestellt. Neben den Fotos früherer Einwohner auf dem Cover enthält es auch Aufnahmen, wie sich frühere Geschäfte und Unternehmen erholen.Diese Bilder sollen die einstigen Einwohner ermutigen.

Katastrophenopfer weiterhin in Übergangshäusern: Opfern der Tohoku-Katastrophe könnte es womöglich ähnlich gehen, wie den Überlebenden des großen Hanshin-Erdbebens von 1995, die insgesamt fünf Jahre in Übergangshäusern zubringen mussten – wurde ihre Wohnerlaubnis doch nun um ein weiteres Jahr verlängert.

Übergangshaussiedlung (Copyright: Andreas Teichert/DTRG e.V.)
Übergangshaussiedlung (Copyright: Andreas Teichert/DTRG e.V.)

Tatsächlich wurde die Begrenzung der Wohndauer auf vier Jahre angehoben, nachdem deutlich geworden war, dass lediglich 55 Prozent aller geplanten Neubauten in den Katastrophenpräfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi bis Ende des Fiskaljahrs 2014 fertig sein werden.

Insgesamt 300.000 Personen leben derzeit in Übergangshäusern.

Der Hauptgrund für die Verzögerung ist fehlendes Bauland für die etwa 24.000 geplanten Gebäude in denen die Katastrophenopfer mit geringen Mietkosten leben könnten. Diese teilen sich wie folgt auf:

  • In der Präfektur Miyagi sollen 15.767 Gebäude in 21 Gemeinden entstehen
  • In der Präfektur Iwate sollen 5.639 Gebäude in 11 Gemeinden entstehen
  • In der Präfektur Fukushima sollen 2.868 Gebäude in 11 Gemeinden entstehen

Bislang hat lediglich bei 2.567 Gebäuden (11 Prozent) in 18 Gemeinden der Bau begonnen. Für weitere 9.014 Gebäude (37 Prozent) in 37 Gemeinden ist Land gesichert. Für 5.814 Gebäude (24 Prozent) besteht derzeit keine Aussicht auf Bau. Das berichtet die Asahi Shimbun.

Arbeiten an Wunderkiefer fast abgeschlossen: Die Geschichte des Baumes, der als einziges Exemplar eines ganzen Kiefernwaldes in Rikuzentakata (Präf. Iwate) den Fluten des Tsunami widerstanden hatte und später an den Folgen des Salzwassers an den Wurzeln starb, ist international bekannt geworden.

Wundersame einsame Kiefer der Hoffnung (Foto: Jacob Ehnmark cc-by)
Kiefer der Hoffnung vor dem Fällen (Foto: Jacob Ehnmark cc-by)

Nachdem man sich dazu entschlossen hatte, den Baum durch Präparation zu erhalten und ein Denkmal  zu schaffen, war der Stamm verstärkt und seine Rinde durch glasfiber-verstärkten Kunststoff ersetzt worden. Auch die Zweige wurden nachgeformt und Blätter aus Kunstharz nachmodelliert.

Das Studio PAW in Sagamihara (Präf. Kanagawa) leistete dabei sorgfältige Arbeit und kopierte die einstige Gestalt das Baumes, inklusive der Tönung der Rinde und der Zweigform. Nachdem bereits seit dem 21. Februar erste Testaufrichtungen durch schweres Gerät geprobt woren waren, gelten sie seit gestern als erfolgreich abgeschlossen.

Da bereits die Wurzeln und der untere Bereich des Baumes an ihrem alten Standort in Rikuzentakata bereit stehen, soll der Stamm am 2. März aufgerichtet und nach Angaben der Mainichi Shimbun der gesamte Baum am 10. März, einen Tag vor dem Jahrestag der Katastrophe fertiggestellt sein. Eine Feier anlässlich der Fertigstellung soll später, am 22. März stattfinden.

Nach Erdbeben 50 Personen isoliert: Nachdem das gestrigen Erdbeben der Stärke 6,2 die Präfektur Tochigi erschüttert hatte und sogar in Japans Haupstadt Tokyo noch Gebäude schwankten, sind etwa 50 Personen durch Erdrutsche von der Außenwelt abgeschnitten.

Bei ihnen handelt es sich mehrheitlich um Gäste der Onsen-Heißquellenanlage in Nikko (Präf. Tochigi). Es sei niemand verletzt worden und man verfüge über ausreichend Vorräte, berichtet die Kyodo. Noch heute will man mit Räumarbeiten auf den Straßen und ihm Erholungsgebiet beginnen.

Erneute Aktionen von Sea Shepherd: Nachdem es erst vergangene Woche zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen japanischen Walfängern und Schiffen der radikalen Umweltschutzorganisation Sea Shepherd gekommen war (Spreadnews berichtete), meldet die Fischereibehörde nun weitere Störaktionen.

Sea Shepherd verstößt gegen Auflagen (Symbolfoto: Biella "Gabriella" Coleman cc-by)
Sea Shepherd erneut gegen Japans Walfang aktiv (Symbolfoto: Biella "Gabriella" Coleman cc-by)

So sei am gestrigen Montag ein Schiff der Aktivisten extrem nah an das Hauptschiff der Walfangflotte, die „Nisshin Maru“ herangekommen und habe dann die Ablassöffnung des Schiffs mit einem Gegenstand blockiert. Dies habe sich zwischen 19:30 Uhr und 23:50 Uhr ereignet.

Zudem hätten die Aktivisten von drei kleineren Booten aus Taue in die Schiffsschraube eines weiteren Walfangschiffs, der Yushin Maru, geworfen, meldet die Kyodo unter Berufung auf Angaben der japanischen Fischereibehörde.

Sea Shepherd bekämpft seit Jahren ohne Gewaltanwendung gegen Personen den Walfang Japans in den antarktischen Gewässern. Der Walfang dient offiziell wissenschaftlichen Zwecken, auch wenn das Walfleisch zur Finanzierung der zuständigen Stellen verkauft wird, auch wenn die  Nachfrage sinkt.

 

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