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Japan aktuell: Hinweise auf radioaktive Hot Spots und Leck bei letztem Test der Dekontaminationsanlage in Fukushima

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AKW Fukushima: Behälter für aufbereitetes Wasser. (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Weitere Wasserbehälter benötigt (Foto: TEPCO)
Tepco: Behälter-für aufbereitetes Wasser. Foto: Tepco
Fukushima: Behälter-für aufbereitetes Wasser. Foto: Tepco

Der heutige Freitag sollte für den Energiekonzern TEPCO eigentlich positive Nachrichten bringen, doch die Fukushima News sind erneut nicht ermutigend.

Ein Fehler bei den Finaltests der Anlage zur Wasserdekontamination könnte den Fortschritt der gesamten Arbeiten ausbremsen. Mehr Informationen nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 17. Juni 2011.

 

00:00 Das waren die heutigen Meldungen aus Japan, doch Spreadnews berichtet bereits seit dem Erdbeben am 11. März über die Geschehnisse in Japan und wird Sie auch weiterhin auf dem Laufenden halten. Kommen Sie gut durch die Nacht.

Leck bei Generalprobe der Dekontamination: Am gestrigen Donnerstag erfolgten die letzten Tests, bevor das Dekontaminationssystem, bestehend aus Komponenten der französischen Nukleartechnikfirma. Areva und des US-Unternehmens Kurion , das  radioaktives Wasser aus den Gebäuden des AKW Fukushima Daiichi dekontaminieren sollte, am heutigen Freitag den regulären Betrieben aufnehmen sollte.

Das System löste jedoch einen Alarm aus und schaltete sich selbstständig ab, bei einer anschließenden Kontrolle fand sich Wasser am Boden eines Behälters  in dem Elemente zur Dekontamination von Cäsium befanden.

Als Ursache stellte sich heraus, dass ein Ventil in einem der beiden über zwei Meter hohen Türme in dem sich verschiedene absorbierende Stoffe befinden, trotz Wasserdurchlauf geschlossen war, worauf es am Ventil zu einem Schaden und dem Leck in der Leitung kam.

Die Austauscharbeiten werden etwa einen halben Tag dauern, damit verzögert sich der Start der Wasser-Dekontamination möglicherweise bis Freitagabend oder Samstag. Das berichtet die Nachrichtenagentur Jiji.

Regelung zu radioaktivem Klärschlamm: Am Donnerstag legte die nuclear disaster task force Richtlinien zum Umgang mit radioaktiv kontaminiertem Klärschlamm vor. Als jährliche Strahlungshöchstmenge für Arbeiter und Anwohner der Anlage wird ein Milisievert festgelegt.

Liegt der Gehalt von radioaktivem Cäsium im Klärschlamm bei 8000 Bq/kg oder niedriger, nur dann auf Mülldeponien wasserdicht vergraben werden, wenn dort künftig keine Wohnhäuser gebaut werden. Die Verwendung als Zementrohstoff ist nur dann gestattet wenn der Gehalt von radioaktivem Cäsium 100 Bq/kg oder weniger beträgt.

Liegt der Gehalt radioaktiver Inhaltsstoffe zwischen 8000 und 10.000 Bq/kg kann der Schlamm nach Einschätzung des Risikos entsprechend gelagert werden. Beträgt der Gehalt radioaktiver Stoffe dagegen 10.000 Bq/kg oder darüber, ist der Klärschlamm in verbranntem oder geschmolzenem Zustand in strahlungssicheren Anlagen aufzubewahren, die weitere Verwendung ist ungeklärt. Berichte hierzu gab es sowohl in der Tageszeitung Mainichi Shimbun als auch von der Nachrichtenagentur Jiji.

Die Ansammlung radioaktiven Klärschlamms in Wasserwerken und Kläranlagen stellte für Städte und Präfekturen bislang ein großes Problem dar.

Diskussion um radioaktive Hotspots: japanischen Medienberichten zufolge, beschloss die japanische Regierung am gestrigen Donnerstag die Bekanntgabe und Kennzeichnung von so genannten „Hot Spots“ – einzelnen Bereichen oder Gebieten mit besonders hoher Strahlenbelastung im Vergleich zur Umgebung  – und verband dies mit einer Empfehlung zur Evakuierung für die Bewohner derartiger radioaktiver Brennpunkte.

Als Hot Spots werden diesem Fall Bereiche außerhalb der 20km Sperrzone angesehen, in denen die Jahresdosis von 20 Milisievert überschritten werden könnte. Durch die Verbreitung radioaktiver Partikel in der Luft und besonders im Zusammenhang mit Regen können auch in weiter entfernten Gebieten, Hot Spots entstehen.

Voraussichtlich werden sich Gebiete im Ortsteil Ryozenmachi der Stadt Date, wo vor allem viele ältere Menschen wohnen und Teile der Stadt Minamisoma als Hot Spots herausstellen.

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