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Japan aktuell: Hochpumpen von Fukushima-Grundwasser hat begonnen

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AKW Fukushima: Grundwasser-Kontrollpunkt am 9. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Ein Grundwasser-Kontrollpunkt am 9. Juli 2013 (Foto: TEPCO) (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Grundwasser-Kontrollpunkt am 9. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Grundwasser-Kontrollpunkt am 9. Juli 2013 (Foto: TEPCO)

Die vom AKW Fukushima heute gemeldeten Arbeiten zielen auf die Lösung des Grundwasserproblems an der Anlage ab.

Offenbar hat der Nachbarstaat Taiwan ein ähnliches Problem, soll dort über einen Zeitraum von drei Jahren radioaktives Wasser vom Gelände eines AKW gelangt sein.

Welche Konsequenzen es für die Verantwortlichen dort haben wird, ist nicht bekannt, für TEPCO sieht es in Japan aktuell so aus, als käme man juristisch mit der eigenen Krise davon.

Einzelheiten zu den Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 9. August 2013.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Hochpumpen von Fukushima-Grundwasser begonnen
  • TEPCO-Führung und Politiker entkommen wahrscheinlich Anklagen
  • Gedenken an Atombombenabwurf auf Nagasaki

Hochpumpen von Fukushima-Grundwasser begonnen: Am heutigen Freitag begann der Kraftwerksbetreiber TEPCO um 14:10 Uhr mit dem Heraufpumpen des radioaktiv kontaminierten Grundwassers. Das in einem Bohrloch von 2,5 Metern und gleicher Tiefe gesammelte Wasser wird dann in einen senkrecht unterirdisch verlaufenden Schacht entleert.

Bei dieser Maßnahme handelt es sich um eine offensichtliche Notlösung um den beiden Hauptproblemen – der weiteren Verbreitung des kontaminierten Wassers in das Meer und dem Risiko, dass aufsteigendes radioaktives Grundwasser an die Erdoberfläche gelangen könnte – zu begegnen.

Als zusätzlicher Schritt sollen 30 Rohre an mehreren Stellen nahe des Bohrlochs bis zu drei Meter tief herabgelassen werden. Das Unternehmen hofft, nach Fertigstellung der Anlagen durch die Pumpmaßnahmen täglich bis zu 100 Tonnen der jeden Tag anfallenden 300 Tonnen an radioaktivem Wasser hochpumpen zu können. Das Wasser soll schließlich in Behältern auf dem Gelände gelagert werden.

Über die Maßnahme berichteten neben der Betreiberfirma auch die Kyodo und Mainichi Shimbun.

TEPCO-Führung und Politiker entkommen wahrscheinlich Anklagen: Trotz des Umstands, dass etwa 15.000 Anzeigen eingereicht wurden, wird die Staatsanwaltschaft voraussichtlich keinen einzigen Vertreter der früheren Konzernführung strafrechtlich belangen. Auch Politiker, die zum Zeitpunkt der Reaktorkatastrophe im Amt waren, entkommen womöglich einer Anklage.

TEPCO-Zentrale in Tokyo (Foto: Yusuke Kawasaki cc-by)
TEPCO-Führung könnte straffrei bleiben (Foto: Yusuke Kawasaki cc-by)

Die Staatsanwaltschaft begründet ihre Einschätzung mit der Erklärung, der Vorwurf der Pflichtverletzung gegen führende TEPCO-Mitarbeiter sei nur sehr schwer zu beweisen. Auch andere Anzeigen wegen fahrlässiger Tötung waren geprüft, jedoch ebenfalls verworfen worden.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei es nicht möglich, einen kausalen Zusammenhang zwischen Verletzungen und der Atomkatastrophe zu finden. Allerdings könnte ein solcher im Fall zwischen dem Tod von evakuierten Einwohnern und den Ereignissen nicht ausgeschlossen werden. für die Anklage wegen fahrlässiger Tötung sei jedoch erforderlich, dass die Beklagten eine derartige Naturkatastrophe voraussehen konnten.

Die Schwere des Erdbebens und die Höhe des Tsunami sei allerdings nicht vorhersehbar gewesen – gegen diese Behauptung sprechen neben anderen Einschätzungen sogar die Untersuchungsergebnisse des Kraftwerksbetreibers TEPCO, die zu dem Schluss kommen, das Unternehmen hätte eine derartige Naturkatastrophe bei ihren Sicherheitskonzepten berücksichtigen müssen.

Auch die Klagen wegen der Verzögerung beim Druckausgleich in den Reaktorgebäuden, die zu den Wasserstoffexplosionen geführt hatten, wurden entkräftet, da die Verzögerung nicht auf Nachlässigkeit der Angestellten, sondern auf den Stromausfall und die hohen Strahlungswerte zurückzuführen sei.

Zu den namentlich genannten Personen gehören auf Unternehmensseite der frühere TEPCO-Vorsitzende Tsunehisa Katsumata und der ehemalige TEPCO-Präsident Masataka Shimizu.

Bei den politisch Verantwortlichen werden der frühere Premierminister Naoto Kan und der ehemalige Chefkabinettssekretär Yukio Edano ebenso genannt, wie der frühere Vorsitzende der mittlerweile aufgelösten Atomsicherheitskommission (NSC), Haruki Madarame und Ex-Industrieminister Banri Kaieda.

Eine offizielle Entscheidung über Strafanzeigen, die von den Behörden in Tokyo und Fukushima im vergangenen August gebilligt wurden, wird frühestens gegen Ende des Monats erwartet. Über die ersten juristischen Aussichten berichteten jiji und Asahi Shimbun.

Gedenken an Atombombenabwurf auf Nagasaki: Am 9. August 1945  um 11:02 Uhr wurde die zweite Atombombe der USA, die den Spitznamen „Fat Man“ trug, über Nagasaki abgeworfen. In Folge dieses Angriffs starben je nach Schätzung, zwischen 61.000 und 70.000 Personen. Am heutige Freitag wurde anlässlich dass 68. Jahrestages dieses Ereignisses der Opfer gedacht.

Nagasaki: Denkmal am Ground Zero, dem Epizentrum der Explosion (Foto: pd)
Nagasaki: Denkmal am Ground Zero, dem Epizentrum der Explosion (Foto: pd)

Insgesamt nahmen etwa 5.800 Personen aus 44 Nationen teil. Unter ihnen befanden sich US-Botschafter John Roos, sowie erstmals ein Vertreter der Atommacht Indien. Damit wurde bei der Gedenkveranstaltung ein Teilnehmerrekord erzielt.

Neben der offiziellen Erklärung durch den Bürgermeister von Nagasaki. Tomihisa Taue, der die Regierung dafür kritisierte, eine internationale Erklärung, die den Gebrauch von Atomwaffen als unmenschlich klassifiziert, sprach auch Japans Premier Shinzo Abe und versprach, auf die Abschaffung der Atomwaffen und den ewigen Weltfrieden hinzuarbeiten.

Im Rahmen der offiziellen Zeremonie wurde Wasser geopfert, im Gedenken an die vielen Menschen, die in den verbrannten Ruinen verzweifelt nach sauberem Wasser gesucht hatten. Eine andere symbolische Handlung zeigten Schüler, die mit einer Menschenkette aus 150 Schülern das Monument am „Ground Zero“, dem Epizentrum der Explosion, umringten.

Zu den Teilnehmern an der jährlichen Trauerveranstaltung, in deren Verlauf Friedenstauben freigelassen wurden, gehören auch Hibakusha – Überlebende der Atombombe – die zum Zeitpunkt des Abwurfs oft noch Kinder waren. Über die Ereignisse berichteten unter anderem Kyodo, jiji, Asahi Shimbun und NHK.

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