Start Aktuelles Japan aktuell: Hohe radioaktive Belastung auf Schulgelände in Tokyo

Japan aktuell: Hohe radioaktive Belastung auf Schulgelände in Tokyo

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Grundschule in Tokyo Adachi
Grundschule in Tokyo Adachi
Grundschule in Tokyo Adachi
Grundschule in Tokyo Adachi

Nicht jeder schafft es in Japan so hoch hinaus und ist so erfolgreich wie Kazuo Abe. Dem im Rollstuhl sitzenden Architekten gelang es im September und seinem dritten Anlauf, die Spitze des Berg Fuji zu erreichen. Sogar die Gewinner des Reissackstemm – Wettbewerbs in Tokyo sind möglicherweise erfolgreicher als so manche Bestrebung der Regierung, auch wenn etwa die Stadt Fukushima aktuell mit der Dekontamination begann.

Weitere Fukushima-News nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 18. Oktober 2011.

Neuer radioaktiver Hotspot auf Schulgelände in Tokyo gefunden: Bei einem erneuten Hotspot in Tokyo werden diesmal wahrscheinlich keine alten Flaschen als Erklärung herhalten können. Auf dem Gelände einer Grundschule im Bezirk Adachi wurde fünf Zentimeter über dem Boden ein Höchstwert von 3,99 Mikrosievert pro Stunde nachgewiesen. Der Hotspot befindet sich an einem Gebäude, das die Kontrolle der Maschinen für das Schwimmbecken der Schule beherbergt und ist damit 210 Kilometer vom AKW Fukushima Daiichi entfernt.

Als Gegenmaßnahme wurde die Entfernung von Erde und Bäumen angeordnet und der Sportunterricht unter freiem Himmel, sowie weitere Aktionen im Freien abgesagt. Zudem bestehe keine Gefahr für die Gesundheit der Kinder, da sich die Strahlung auf einen bestimmten Bereich begrenze, der mittlerweile auch abgesperrt wurde.

Der Bereich war bei Prüfungen von fünf Standorten entdeckt worden, nachdem Bürger auf die potentiellen Stellen von mehr als einem Mikrosievert hingewiesen hatten. Zu den geprüften Orten an denen offiziell zwischen 0,43 und  0.95 Mikrosievert pro Stunde gemessen wurden, gehört auch ein nahe gelegener Park.

Da die Bezirksverwaltung zuvor eine Strahlung von 0,25 Mikrosievert pro Stunde als freiwilliges Sicherheitslimit festgelegt hatte, wird dieser selbst gelegte Grenzwert nun an allen fünf Stellen übertroffen. Über den Fund berichteten die NHK, sowie die Mainichi Shimbun und die Nachrichtenagentur jiji.

Dekontaminationsmaßnahmen in Fukushima Stadt: Am heutigen Dienstagmorgen begann die Dekontamination der Stadt Fukushima im Stadtteil Onami, der als besonders belastet gilt, berichten NHK und Mainichi Shimbun.  Auch wenn professionelle Arbeiter die Hauptarbeit übernehmen sollen und neben dem Abtragen von Erdschichten und dem Abspritzen von Gebäuden auch Pflanzen entfernen, so werden Bürger in ungefährlicheren Gebieten um freiwillige Hilfe gebeten. Demnach sind vor allem die Zahl der Arbeitskräfte sowie die Lagerung des kontaminierten Materials die Hauptprobleme der Maßnahme.

Allerdings ändert auch die zwanzigminütige Anwesenheit von Premierminister Yoshihiko Noda in Onami zu Beginn der Arbeiten nichts daran, dass viele frühere Einwohner trotz Dekontamination nicht mehr zurückkehren wollen, aus Angst vor einer möglicherweise doch noch vorhandenen Strahlung und der räumlichen Nähe zum AKW Fukushima Daiichi.

Kyushu Electric mit neuem Bericht zum Manipulationsskandal: Der Energiekonzern zieht jetzt auch die Möglichkeit in Betracht, nach dem Skandal über Meinungsmache in den Medien (Spreadnews berichtete) nun auch die Rolle von Yasushi Furukawa, Gouverneur der präfektur Sage in dem Bericht zu erläutern, erklärten „informierte Quellen“ gegenüber der Nachrichtenagentur jiji. Ein zuvor am Freitag an das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie gesandter Bericht wird somit nichtig.

Premierminister deutet möglichen Betrieb im Bau befindlicher AKW an: Nach Aussage von Premierminister Yoshihiko Noda sind die Bauarbeiten an einigen Kernkraftwerken weit genug fortgeschritten um über eine Inbetriebnahme nachzudenken. Dies werde jedoch in jedem einzelnen Fall geprüft und die Meinung der örtlchen Bewohner berücksichtigt, erklärte er in einem Interview gegenüber Medien am gestrigen Montag. Dabei hat er vermutlich vor allem das AKW Shimane im Sinne, dessen dritter Reaktor zu 90 Prozent fertiggestellt ist.

Proteste in Tokyo zu ungezielt: Die Asahi Shimbun kommt zu dem Schluss, dass die Proteste in Tokyo, die Teil der weltweiten Aktionen gegen Finanzmacht und Politikwillkür am 15. Oktober waren, insgesamt zu verstreut gewesen seien. Nicht alleine, dass unterschiedliche Interessengruppen sich an unterschiedlichen Orten trafen und so die Gruppengröße jeweils vergleichsweise gering war, auch ideologisch waren die Protestler unterschiedlich motiviert.

Trotz aller Kritik muss jedoch festgehalten werden, dass die Aktionen als Zeichen des allgemeinen Protests zu verstehen sind und nicht als ein Forderungenkatalog mit Alternativlösungen. Es ging darum Aufsehen zu erregen, um die Verantwortlichen zur Nutzung alternativer Konzepte zu nötigen, nicht um ideologische Patentrezepte zu bieten. In diesem Zusammenhang kann man auch weniger imposante Proteste wie jene in Japan durchaus als Erfolg werten.

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